Fauna Arctica.
Eine Zusammenstellung der arktischen Tierformen,
mit besonderer Berücksichtigung des Spitzbergen-Gebietes auf Grund der Ergebnisse der Deutschen Expedition in das Nördliche Eismeer
im Jahre 1898.
Unter Mitwirkung zahlreicher Fachgenossen
herausgegeben von
Dr. Fritz Römer und Dr. Fritz Sehaudinn
in Frankfurt a. M. in Berlin.
Yierter Band.
Mit 4 Tafeln, 1 Karte und 148 Figuren im Text
1r
Jena,
Verlag von Gustav Fischer. 1906.
Uebersetzungsrecht vorbehalten.
/
^'<^tlJ>^
Inhaltsverzeichnis.
I. Lieferung, ausgegeben am i. Juni 1905. Seite
Trägärdh, Ivar, Monographie der arktischen Acariden. Mit Tafel I und 133 riguren im Text . . 1—78
Schalow, Hermann, Die Vögel der Arktis 79—288
II. Lieferung, ausgegeben am 7. September 1905.
Odhner, Theodor, Die Trematoden des arktischen Gebietes. Mit Tafel II— IV und 4 Figuren
im Text 289—372
Döderlein, Ludwig, Arktische Seeigel 373 — 394
Döderlein, Ludwig, Arktische Crinoiden 395—406
Meisenheimer, Johannes, Die arktischen Pteropoden. Mit 1 Karte und 8 Figuren im Text . . 407 — 430
III. Lieferung, ausgegeben am 30. Juni 1906.
Strand, Embrik, Die arktischen Araneae, Opiliones und Chernetes. Mit 3 Figuren im Text . . 431 — 478
Maas, Otto, Die arktischen Medusen (ausschließlich der Polypomedusen) 479—526
Werner, F., Die arktischen Reptilien und Batrachier 527—544
^ y (^ iL
MonograpMe der arktischen Acariden
von
Ivar Trägärdh
in Upsala.
Mit Tafel I und 133 Figuren im Text.
Fauna Arctica, Bd. IV.
f- \
Einleitung.
Trotzdem die deutsche Expedition in das Nördliche Eismeer im Jahre 1898, deren Sammlungen der Fauna arctica zu Grunde liegen, kein Acaridenmaterial heimgebracht hat, übernahm ich die Zusammen- stellung der arktischen Acariden, da ich schon vorher beabsichtigt hatte, eine solche herauszugeben.
Die folgende Zusammenstellung ist aber nicht bloß eine Aufzählung der arktischen Acariden, sondern auch eine kritische Revision derselben, die, soweit als möglich, auf Untersuchungen der Typen basiert. Schon als ich im Jahre 1900 die von der schwedischen Expedition nach der Bären-Insel im Jahre 1899 gesammelten Acariden bearbeitete i) und dabei durch die Güte des damaligen Intendanten der entomologischen Abteilung des Naturhistorischen Reichsmuseums zu Stockholm, Herrn Prof. Dr. Chr. Aurivillius, einen Teil der Typen der von Thorell ^j aus Grönland, Spitzbergen und der Bären-Insel und von L. Koch 3) aus Sibirien und Novaja-Semlja beschriebenen Acariden zur Vergleichung heranziehen konnte, stellte es sich heraus, daß eine Revision sehr notwendig sei. Das zeigte sich unter anderem auch in der geringen Berück- sichtigung, welche die in den Arbeiten Thorell's und L. Koch's beschriebenen Arten in der späteren Litteratur erfuhren, was natürlich darauf beruhte, daß die Beschreibungen und die Abbildungen, wo solche überhaupt vorhanden waren, nicht genügten, um die Tiere mit Sicherheit zu identifizieren und ihre Beziehungen zu anderen Arten zu erkennen.
Ich hielt es daher für notwendig, die Revision über diese sämtlichen Typen auszudehnen; eine vor- läufige Mitteilung über das Resultat derselben wurde im Zoologischen Anzeiger*) gegeben. Einige Teile der Revision, nämlich die Revision der Bdella- und der Nothrus-Arten, sind inzwischen schon in anderen Arbeiten 5) ausführlich und unter Benutzung eines beträchtlichen Vergleichsmateriales veröffentlicht worden. Es fehlte mir jedoch ein gutes Material von mehreren Arten, die in den beiden oben erwähnten Sammlungen nur durch ein einziges und oft noch halb ausgetrocknetes Exemplar oder auch gar nicht vertreten waren. Dieser Mangel wurde aber größtenteils beseitigt durch die Güte des Herrn Dr. F. Meinert, welcher mir
1) Beiträge zur Fauna der Bären-Insel. 5. Die Acariden. Bihang t. Kongl. Sv. Vet.-Akad. Handl., Bd. XXVI, Afd. IV, No. 7.
2) Om Arachnider frän Spetsbergen och Beeren- Eiland, Öfvers. Kongl. Sv. Vet.-Akad. Handl., 1871, No. 6, und Om nägra Arachnider frän Grönland, ebenda, 1872, No. 2.
3) Arachniden aus Sibirien und Novaja-Semlja. Kongl. Sv. Vet.-Akad. Handl., Bd. XVI, No. 5.
4) Bd. XXV, No. 660 vom 30. Dezember 1901, p. 56—62.
5) Zur Kenntnis der litonden Arten der Gattung Bdella. Latk. Bih. t. Kongl. Sv. Vet.-Akad. H.indl., Bd. XX\ II, Afd. IV, No. 9- - Beiträge zur Kenntnis der schwedischen Acaridenfauna. I. Lappländische Trombidiiden und Oribatulen. Ebenda, Bd. XXVIU, Afd. IV, No. 5.
4 IVAR TRÄGÄRDH,
die im Museum in Kopenhagen befindliche große Sammlung von grönländischen Acariden zur Bearbeitung überließ. Es war mir dadurch möglich, mehrere Arten, die sich vorher jedem Versuch einer Identifizierung entzogen hatten, wiederzuerkennen. Außerdem kann ich aus dieser Sammlung eine ganze Reihe von Arten, welche für die Fauna neu sind, anführen.
Als Resultat der ganzen Revision möchte ich schon hier bezeichnen, daß einerseits die Zahl der wirklich vorhandenen guten Arten unter den bis jetzt aus der Arktis beschriebenen Acariden in einem fast unerwartet hohen Grade reduziert worden ist, andererseits eine ziemlich beträchtliche Anzahl von faunistisch neuen Arten gefunden ist. Diese letzteren sind zum Teil schon aus Europa bekannt oder stehen europäischen Arten sehr nahe. Die Anzahl der endemischen Arten ist somit sehr beträchtlich vermindert worden, dagegen ist die nahe Beziehung zwischen der arktischen und der paläarktischen Acaridenfauna sehr deutlich hervor- getreten.
Das Material zu der vorliegenden Zusammenstellung stammt größtenteils aus dem Natur- historischen Reichs museum zu Stockholm und ist von den folgenden schwedischen Expeditionen heimgebracht worden:
Im Jahre 1861 nach der Bären-Insel, von A. E. Holmgren, „ „ 1868 nach Spitzbergen, von O. Malmgren, „ ,, 1871 nach Grönland, von Th. Fries, J. Lindahl, C. Nyström, „ ,, 1875 nach Sibirien und Novaja-Semlja, von A. E. Nordenskiöld, „ „ 1878—80 von der „Vega"-Expedition in Sibirien und auf der Beringsinsel, von A. E.
Nordenskiöld und W. Stuxberg, „ „ 1899 nach der Bären-Insel, von J. G. Andersson und G. Swenander, „ „ 1899 nach Jan Mayen und Ostgrönland unter Führung von A. G. Nathorst, gesammelt
von lic. phil. J. Arwidsson, „ „ 1900 nach Lappland, von Ivar Trägärdh, „ ,, 1903 nach Lappland, von Ivar Trägärdh.
Der übrige Teil des mir zu Gebote stehenden Materiales stammt aus dem Kopenhagener Museum und ist an folgenden Orten gesammelt worden :
Im Jahre 1877 be
„ 1885 bei
„ „ 1889 bei
„ „ 1890 bei
Jacobshavn (Westgrönland), von Pfaff, Sermilik und Karsiliak (W.-G.), von Sören Hansen, Tasiusak, Arsuk, Ipiutat, Nekamiut u. a. Orten (W.-G.), Godthaab (W.-G.), von Brummerstedt,
„ „ 1890 bei Ritenbenk u. a. Orten (W.-G.), von W. Lundbeck,
„ „ 1891 bei Fredrikshavn (W.-G.), von P. Petersen,
„ ,, 1891 bei Cape Steward, Jamesons Land und Rödeö (O.-G.), von Ryder's Expedition,
„ „ 1892 bei Heklahavn auf Island, von Deichmann,
„ „ 1897 bei Agpiletak, von C. Kruse.
Außerdem habe ich aus Island zwei Acaridenpräparate von Prof. Ferd. Richters in Frankfurt a. M. bekommen.
Bei der Bearbeitung habe ich mich besonders darum bemüht, den Unterschied zwischen den arktischen Formen und den zu derselben Art gehörenden oder ihnen am nächsten stehenden paläarktischen so klar wie möglich zu fixieren. Dieses Bestreben hat mich veranlaßt, auch ziemlich unbedeutende Variationen, die ich aber konstant bei den arktischen Formen gefunden habe, mit besonderen Namen zu belegen. Denn wenn
Monographie der arktischen Acariden. e
man sich nur damit begnügt, mehr vorübergehend zu bemerken, daß die Exemplare einer Art aus einer gewissen Lokalität in dieser oder jener Hinsicht von der Hauptform abweichen, so wird diese Angabe leicht von späteren Autoren übersehen. Wenn man aber diese abweichende Form mit einem besonderen Namen bezeichnet, wird sie natürlich leichter in der Litteratur bemerkt, und man wird auf diese Weise mit der Zeit einen Ueberblick über das Variationsvermögen der einzelnen Arten bekommen, was man betreffs der Acariden zur Zeit gar nicht hat. In einigen Fällen ist es mir aus Mangel an Vergleichsmaterial nicht gelungen, zu entscheiden, ob die arktischen Formen von paläarktischen spezifisch verschieden sind oder nicht. Als Beispiel können Rhagidia gelida, Ammonia brevirostris u. a. angeführt werden. Solche Formen habe ich aber so ausführlich beschrieben und abgebildet, dafS jeder, der Material von den als eventuelle Synonyme angegebenen paläarktischen Formen hat, leicht meine Arbeit in dieser Hinsicht ergänzen und berichtigen kann. Meistens habe ich auch in den Fällen, wo ich arktische Formen mit paläarktischen identifiziert habe, diese abgebildet, so daß jedermann sich von der Richtigkeit meiner Identifizierungen überzeugen kann, ohne die betreffenden arktischen Formen zu untersuchen.
SämtUche Figuren, mit einer Ausnahme (Fig. 85), sind mit Hilfe von Abbe's Zeichenapparat von mir selbst gezeichnet.
Betreffs der Angabe der Fundorte ist zu bemerken, daß ich nicht, wenn z. B. eine Art an vielen Orten in Sibirien gefunden ist, alle diese Fundorte anführe, sobald sie schon in der Litteratur vorhanden sind. Wenn die Fundorte aber, was für das grönländische Material gilt, neu sind, habe ich sie sämtlich erwähnt und, wenn möglich, sowohl den Sammler wie die Jahreszahl angegeben. Betreffs der Synonymieangaben ist zu bemerken, daß meistens nur solche Synonyme aufgenommen sind, die in dem Text behandelt werden.
Die pflanzenparasitischen Phytoptiden sind in dieser Arbeit nicht behandelt, da mir kein Material von ihnen zur Verfügung stand und ich mich außerdem nicht mit dieser Familie beschäftigt habe. Sie sind in arktischen Gegenden nur aus Grönland durch eine Arbeit von Rostrup ^} bekannt.
Bei der Abgrenzung des in Betracht zu ziehenden Gebietes habe ich die pflanzengeographische Grenze, die die Nordgrenze des Baumwuchses bezeichnet, angenommen. Isolierte Gebiete, die sich ober- halb dieser Grenze befinden, wie z.B. Lappland, sind aber nicht mitherangezogen, sondern nur ver- gleichungsweise berührt, denn wenn sie auch einige Arten, die bis jetzt nur in arktischen Gebieten gefunden sind, wie Oribata lucens und 0. cuspidata var. birulai, beherbergen, so zeigt sich doch im allgemeinen ihre Acaridenfauna durch ihren Reichtum an Formen von der rein arktischen zu verschieden, um hier behandelt zu werden.
Die Nordgrenze des Baumwuchses ist natürlich eine mit Rücksicht auf die Acariden vollkommen willkürlich gewählte und künstliche Grenze, da diese Tiere zufolge der Anspruchslosigkeit der für ihr Gedeihen notwendigen Existenzbedingungen von der Zusammensetzung der Pflanzenwelt, insoweit diese von dem Vorhandensein oder der Abwesenheit von Bäumen abhängt, ganz unabhängig sind.
Es hat sich aber als unmöglich erwiesen, auf der Basis unserer jetzigen Kenntnisse von der Ver- breitung der Acariden in den zu der Arktis gehörenden Gebieten eine natürliche Abgrenzung des Gebietes aufzustellen. Ich bin der Meinung, daß sich eine solche für die Acariden überhaupt nicht ziehen läßt. Da aber die auf Acariden hin untersuchten nördlichen Lokalitäten sämtlich in Gebieten liegen, die aus all- gemeinen pflanzengeographischen Gesichtspunkten als arktisch bezeichnet werden müssen, so ist die Frage, ob und in diesem Fall wo die natürliche Grenze der arktischen Acaridenfauna verläuft, für uns von keiner aktuellen Bedeutung.
I) SoPfflE Rostrup, Gronlandske Phytoptider, Vidensk. Meddel. Naturh. Foren, Kjobenhavn, 1900, p. 241-249.
IVAR TRÄGÄRDH,
Historisches.
Der erste, welcher Acariden aus arktischen Gebieten beschrieben hat, ist O. Fabricius, der 1770 in seiner „Fauna Groenlandica" 9 Arten und eine Varietät für Grönland angiebt, die er ohne Ausnahme mit skandinavischen, von Linne ') und Mliller -) beschriebenen Arten identifiziert. Es sind dies folgende Arten : Acarus siro, Ä. siro var. farinae, A. cadaverum, A. holosericeus, A. aquaticus, A. muscorum, A. gymnopterorum, A. coleoptratorum, A. longicornis und A. liitoralis.
Da es aber in den meisten Fällen unmöglich ist, mit irgend welchem Grade von Sicherheit zu ermitteln, welche Species sich unter diesen Namen verbergen, und noch dazu ein Teil der LiNNE'schen Namen sicherlich Kollektivnamen sind, isi es klar, daß man kein Gewicht auf die von Fabricius vor- genommenen Identifizierungen legen kann.
Einige Verfasser, wie Thorell^) und Trouessart *), die Gelegenheit hatten, kleinere Kollektionen von arktischen, speciell grönländischen Acariden zu untersuchen, haben auch in einzelnen Fällen gezeigt, daß Fabricius sich geirrt hat.
Die bis dahin zusammengebrachten Sammlungen waren aber zu klein, um Identifizierungen mit wirk- lichem Erfolg möglich zu machen. Erst die jetzt von mir untersuchten Kopenhagener Sammlungen legen einen festen Grund für Identifizierungsversuche. Es ist mir auch gelungen, die meisten der von Fabricius erwähnten Arten zu deuten, und ich teile der Uebersichtlichkeit halber schon hier diese Identifizierungen mit, anstatt sie unter den betreffenden Arten zu behandeln.
Acarus siro ist, wie schon von Thorell hervorgehoben wurde, mit Sarcoptes scabiei (Geer) identisch. Man könnte allerdings auch an S. scahieicrustosae FtiRST. denken, die in Norwegen, Deutschland und Frank- reich gefunden ist und die sog. norwegische Krätze verursacht. Die von Fabricius gegebene Diagnose paßt freilich gar nicht auf eine Sarcoptes- Art: „Acarus lateribus sublobatis, pedibus quatuor posticis longis- simis, femoribus capiteque ferrugineis, abdomine setoso", sondern vielmehr auf ein Vogelsarcoptide ; was er aber über ihre Biologie mitteilt, deutet mit Bestimmtheit auf eine Sarcoptes- Art.
Die von Fabricius erwähnte Varietät, die er jedoch zusammen mit seinem Mehlvorrat importiert zu haben glaubt, identifiziert Thorell mit Aleurobius farinae (Geer). Es kann aber auch Tyroglyphus siro sein, den ich aus Grönland besitze, denn beide Arten kommen ebenso häufig in Mehl vor. Es ist aber wenigstens vom tiergeographischen Standpunkte ziemlich gleichgültig, welche von den Arten Fabricius gemeint hat, denn beide Arten sind kosmopolitisch.
Acarus cadaverum , welcher in folgender Weise charakterisiert wird : „Acarus albus ovatus, setis raris, pedibus posticis brevissimis" und auf getrockneten Fischen gefunden ist, steht nach Fabricius der vorigen Art sehr nahe (praecedenti affinis). Trouessart rechnet sie daher der Gattung Tyroglyphus oder Rhyzoglyphus zu. Da in den Kopenhagener Sammlungen keine an solchen Orten gefundenen Acariden sich befinden, ist es unmöglich, über diese Art ins Klare zu kommen. Man könnte möglicherweise an Urosejus acuminaius denken, der von der ,,La Manche"-Expedition auf Spitzbergen auf einem Renntiercranium ge- funden wurde. Es ist aber, wie Trouessart») hervorhebt, die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß diese
1) Systema Naturae, Editio decima, 1758.
2) Zoologiae Danicae Prodromus, 1776.
3) 1. c. p. 148—149.
4) Revision des Acariens arctiques. Soc. Nat. d. Sciences nat. et math de Cherbourg, Tome XXIX, 1892-95, p. 184.
5) Note sur les Acariens recueillis au Spitzberg pendant le voyage de la Manclie. Archive Missions Scientifiques, 1893, Tome V, p. 255—263.
Monographie der arktischen Acariden. n
Art später in das Cranium hineingelangt ist. Sie ist sonst nie in den arktischen Gebieten beobachtet. Für meinen eigenen Teil bin ich sehr geneigt, die FABRicius'sche Art als eine Kollektivart anzusehen, die ver- schiedene kleine Gamasidenlarven und -nymphen *) einschließt. Denn ich bin der Ansicht, wenn es wirklich eine Hhyzoglyphus- oder eine Tyroglyphus- Art wäre, so hätte man gewiß nicht schon im Jaiire 1770, als die Acaridenkunde noch so im Argen lag, diese kleine Art von Äleurobius farinae unterscheiden können, sondern einfach mit dieser identiiiziert.
Acartis holosericeus, dessen Diagnose lautet : „Acarus abdomine cordiformi tomentoso, pedibus primis longioribus", wird von Trouessart^) mit Trombidiwn holosericeum identifiziert. Diese Bestimmung ist ohne Zweifel unrichtig, denn ich wage zu behaupten, daß diese Art sich gar nicht auf Grönland wie überhaupt nicht in arktischen Gebieten findet. Sie kommt nämlich in den Kopenhagener Sammlungen gar nicht vor. Die Gattung Trombidium wird auf Grönland statt dessen unter anderen von einer ziemlich großen Art vertreten, auf die die Diagnose viel besser als auf holosericeum paiht, nämlich T. bicolor, die ich von mehreren Stellen besitze. Diese Art ist diejenige von den Trombidium- Arten, welche die relativ längsten Vorderbeine besitzt, was gut zu „pedibus primis longioribus" in der Diagnose paßt. Es kann somit kein Zweifel darüber bestehen, daß Fabricius unter dem Namen Ä. holosericeus Trombidium bicolor beschrieben hat.
Acarus muscorum ist durch die Diagnose: „Acarus abdomine rufo, pedibus posticis longissimis fili- formibus" leicht kenntlich. Es kann nur Eryfhraeus phalangioides var. gracilipes sein, welcher auf Grön- land ungemein häufig vorkommt. Daß diese Art auch zu Fabricius' Zeiten häufig war, beweist der Um- stand, daß die Grönländer nach ihm dem Tierchen einen besonderen Namen ,,Merkub-koma" gegeben hatten.
Acarus aquaticus. Diese Art dürfte wohl mit der einzigen bis jetzt in arktischen Gegenden gefundenen Hydrachnide, Lebertia fabricii Thor., identisch sein.
Acarus liUoralis. „A. fusco-rufus, pedibus sanguineis". In einer vorigen Arbeit^) habe ich gezeigt, daß diese Identifizierung von Fabricius richtig ist und daß die Art der Gattung Bdella angehört. Ich verweise auf die in dieser Arbeit gelieferte ausführliche Darstellung und will hier nur erwähnen, daß die Art von Trouessart unrichtigerweise mit Erylhraeus miniatus var. rubripes identifiziert wird. Diese letztere Art habe ich nicht in der Kopenhagener Sammlung gefunden, während dagegen B. liUoralis von zahlreichen Lokalitäten vorhanden ist.
Acarus longicornis. „A. abdomine oblong© rubro, antennis apice bisetis", ist, wie schon von Thorell hervorgehoben wurde, eine andere Bdella-Art als die, welche von C. Koch und anderen Autoren mit dem Namen lo^igicornis (L.) bezeichnet ist. Thorell spricht die Vermutung aus, daß sie mit seiner B. arctiea identisch sei. Diese letztere ist aber, wie ich in meiner oben zitierten Abhandlung gezeigt habe, mit B. liUoralis (L.) identisch. Die Diagnose „antennis apice bisetis" paßt ja außerdem gar nicht auf B. arctiea, dagegen stimmt sie sehr gut sowohl mit derjenigen von B. decipiens Thor, als auch mit B. groenlandica und Ammonia brevirosfris L. Koch, die in den mir zur Verfügung stehenden Sammlungen aus Grönland vorhanden sind. In der ausführlicheren Beschreibung von A. longicornis findet sich glücklicher Weise eine Angabe der Länge, die uns deutlich sagt, welche von diesen Arten gemeint ist. A. longicornis mißt nämlich '/g lin. in der Länge, was ungefähr 0,7 mm entspricht. Dieses Maß schließt B. decipiens Thor, aus, welche ungefähr 1,5 mm lang ist, und weist deutlich auf Ammonia brevirostris L. Koch, die ungefähr 0,5 mm mißt, und auf B. groenlandica, die ungefähr 0,7 mm lang ist. Letztere, die auf Grönland allgemeiner vorzukommen
1) Diese kommen nämlich häufig auf modernden Substanzen vor.
2) 1. c. Revision etc., p. 199.
3) 1. c. Z. Kenntn. etc., p. 5.
8 IVAR TRÄGÄRDH,
scheint, identifiziere ich aus Gründen, die ich bei der Beschreibung dieser Art näher auseinandersetzen werde, mit A. longicornis.
Äcarus coleoptratorum. Es wäre einfach unmöglich, aus der kurzen Diagnose: ,,Acarus rufus, ano albicante" zu ermitteln, welche Art Fabricius mit diesem Namen gemeint hätte, wenn sich nicht außerdem eine kleine Notiz „Hanc non in coleoptratis, sed in ape alpina reperi" vorfände. Da in den Kopenhagener Sammlungen Exemplare von Farasitus homborum Oud. sind, die auf „hümle" (= Apis sp.) gefunden wurden, so wird man mit großer Sicherheit annehmen können, daß A. coleoptratorum Fabr. mit dieser Art identisch ist. Die von Kramer ^) gemachte Identifizierung mit Gamasus coleoptratorum ist völlig unrichtig und ebenso die von Trouessart 2) gemachte Identifizierung mit Gamasus fucorum (de Geer).
Acarus gymnopterorum, „A. abdomine rubro, lateribus punctis binis coccineis", wird von Trouessart mit der Larve von Trombidium gymnopterorum identifiziert. Der Fundort, eine Fliege, Musea scybalaria, giebt eine, wenn auch schwache, Andeutung, denn mehrere Acariden sind auf grönländischen Fliegen gefunden worden, wie z. B. Zercon triangularis auf einer Anthowyia- Art und Trombidiiden- und Gamasiden- Larven. Die Farbenangabe in der Diagnose spricht jedoch zu Gunsten der Tro mbidiiden-Larven. Welcher von den aus Grönland bekannten Trombidium- oder Ery thraeus- Arten sie zugerechnet werden muß, ist aber natürlich unmöglich zu ermitteln. Daß es jedenfalls nicht die Larve von Trombidium gymnopterorum sein kanii, geht daraus hervor, daß diese Art nicht auf Grönland vorkommt.
Aus Fauna Groenlandica schöpfen die späteren Autoren, die Acariden aus arktischen Gebieten erwähnen, und alle werden von ihnen mit den FABRicius'schen Arten ohne weiteres identifiziert. So giebt Mohr^) für Island folgende Arten an : A. siro, cadavermn, longicornis, littoralis, muscarum und aquaticus. A. longicornis und littoralis sollen auf den Steinen am Ufer sehr allgemein vorkommen. A. muscarum wurde auf Fliegen gefunden. A. aquaticus ist rot und findet sich in stagnierendem Wasser. Wenn es schon bei den Fabricius- schen Arten eine heikle Sache war, ins klare zu kommen, so ist es natürlich noch schwieriger, zu kon- trollieren, ob Mohr's Identifizierungen richtig sind*). Denn die Acaridenfauna von Island ist viel unge- nügender bekannt als diejenige von Grönland. Acarus siro und littoralis sind jedoch zweifelsohne dieselben wie die FABRicius'schen Arten, denn Bdella littoralis findet sich unter den von Deichmann 1892 bei Hekla- Havn gemachten Sammlungen. 1824 '^) werden dieselben Arten ohne irgend welche Notizen für Island angegeben.
1850 — 51 •'j wurden von P. S. Sutherland auf der Cornwallis-Insel 2 Acariden gefunden, die von A. White unter den Namen Ixodes Uriae n. sp. und Bdella podurophila n. sp. beschrieben wurden. Thorell hebt hervor, daß letztere nicht mit seiner B. decijncns identisch sein kann, weil bei ihr die Femoralglieder der Beine sehr verdickt sein sollen („much thickened"). Nach meiner Ansicht spricht jedoch die Diagnose ziemlich deutlich für die Annahme, daß diese Arten identisch sind. Man kennt nämlich gegenwärtig die Verbreitung der Bdelliden in arktischen Gebieten so gut, daß man mit Sicherheit behaupten kann, daß nur folgende 5 Arten dort vorkommen: Bdella littoralis (L.), B. longirostris (Herm), B. decipiens Thor., B. groen- andica n. sp. und Ammonia brevirostris L. Koch. Von diesen werden B. littoralis und B. groenlandica ausge-
1) Van Hoffen, Die Flora und Fauna Grönlands. Die Identifizierung dürfte von Krämer selbst vorgenommen sein. In einer Fußnote steht freilich, daß die FABRicius'schen Arten von Thorell und Trouessart in der erwähnten Weise identifiziert worden sind; diese Autoren erwähnen aber nicht Ä. coleoptratorum.
2) 1. c. Revision etc., p. 200.
3) N. Mohr, Forsog til en Islandsk Naturhistorie, Kjobenhavn 1786, p. 104.
4) Ich habe daher auch diese Angaben in den tabellarischen Uebersichten der geographischen Verbreitung meistens nicht berücksichtigt.
5) Geographische Beschreibung von Island von Tu. Gliemann, Altona 1824, p. 164.
6) P. S. Sutherland, Journal of a voyage in Baffin's Bay and Barrow Straits in the years 1850— 1851, Vol. II, London 1852. Appendix p. CCIX — CCX, fig. 9, 10.
Monographie der arktischen Acariden. O
schlössen durch die Angaben in der Diagnose, daß das i. Glied der Palpen ßmal so lang wie die übrigen zusammengenommen ist, und daß am Terminalglied 2 Borsten vorhanden sind. Ammonia brevirostris kann es nicht sein, denn es wird angegeben, daß „the beak is nearly half the length of the rest of the body", und dies paßt gar nicht auf die Gattung Ammonia (Cyta). Es bleiben somit nur B. decipiens und B. longirostris übrig, die mit B. podurophila identifiziert werden können, und von diesen wird B. longirostris dadurch ausgeschlossen, daß bei
B. podurophila „the first Joint is nearly three times as long als the two other joints taken together", unter der Annahme, die mir völlig berechtigt scheint, daß keine anderen Bdelliden in diesen Teilen der Arktis vorkommen.
Ixodes uriae wäre wegen der schlechten Diagnose unmöglich zu identifizieren, wenn sich nicht in den Kopenhagener Sammlungen eine Ixodide, Ixodes putus, befände, die auf TJria brünnichi gefunden wurde. Da diese Art die einzige ist, die in arktischen Gegenden allgemein verbreitet ist, dürfte eine Identifizierung mit I. uriae berechtigt sein.
Es dauert darauf bis 1871, ehe wir neue Kenntnis von der arktischen Acaridenfauna bekommen, und erst jetzt beginnt die eigentliche arktische Acaridenforschung. In diesem Jahre beschrieb nämlich Thorell ^) die von Holmgren auf der Bären-Insel im Jahre 1868 und von Malmgren auf Spitzbergen 1861 gesammelten Acariden. Es waren dies folgende 8 Arten: Oribata notata, Eremaeus Kneatus, Nothrus borealis, Hermannia reticulata, Bdclla arctica, Bdella decipiens, Rhagidia (n. g.) gelida, Penthalaeus insulanus.
Im Jahre 1872 2) beschrieb Thorell ferner die von J. Lindahl, A. E. Nordenskiöld, T. Fries und
C. Nyström auf Grönland gesammelten Acariden. Folgende Arten werden von ihm für Grönland ange- geben : Bdella arctica, Trombidium hypjerboreum, Trombidium ine. sp., Larve, Bhyncholophus ine. spec, Larve, Hygrobates Fabricii und Dermanyssus ambulans. Er versucht dabei, auch einige von den FABRicius'schen Arten zu identifizieren. In Bezug auf diese Identifizierungen verweise ich auf das schon oben Gesagte.
In den Jahren 1875 — 76 wurden von Herrn Kapitän Feilden und Herrn Hart auf der Reise mit „Discovery" und „Alerte" in der Baffins-Bucht zwischen 78" und 83" n. Br. mehrere Acariden ein- gesammelt. Diese wurden von Murray ^) vorläufig bestimmt und benannt. M. starb aber, ehe er das Material ausführlich bearbeitet hatte, und die von ihm gegebenen Namen sind somit nomina nuda. Es sind dies folgende : Orbita lucasii Nie, 0. triangularis n. sp. Murray (nomen nudum) und O. sp., Damaeus sp. „near geniculatus Koch", Scirus sp., Bdella calandroides Murray (nomen nudum), Bdella sp., Hydrachna sp., Eyalis? sp.
Im Jahre 1879 wurde unsere Kenntnis der arktischen Acariden sehr erweitert, indem L. KocH^) die im Jahre 1875 von der schwedischen Expedition nach Sibirien und Novaja Semlja unter Führung von
A. E. Nordenskiöld und A. Stuxberg gesammelten Acariden beschrieb. Er zählt 42 Arten auf, von denen 35 für die Wissenschaft neu sein sollen. Es sind dies folgende Arten : Oribatidae: Hermannia reticulata Thor., Eremaeus lineatus Thor., Nothrus borealis Thor., N. nigrofemoratus n. sp., N. scaber n. sp., N. punctatus n. sp., Oribata notata ThoR., 0. reticulata n. sp., 0. lucens n. sp., 0. crassipes n. sp., 0. nitens n. sp., Oppiu sphaerica n. sp., 0. oblonga n. sp. — Parasitidae (Ganiasidae): Gamasus coleoptratorum L., G. emarginntus Koch, G. aimatus n. sp., G. ienellus n. sp., G. borealis n. sp., G. ovalis n. sp., Sejus excisus n. sp., S. semitectus n. sp. — Troni bidiidae : Bhyncholophus sucidus n. sp., R. signatus n. sp., R. imperiulis Koch, R. albicomusn. sp., R. tonsus n. sp., Actineda setosa n. sp., Smaris plana n. sp., Tetratiychus borealis n. sp., Rhagidia gelosa Thor., Penthalaeus borealis n. sp., P. crassipes n. sp., Bdella decipiens Thor., B. arctica Thor., B. pallijtes n. sp., B. brevirostris n. sp., B. mollissima n. sp.,
B. grandis n. sp., Torynophora serrata Cambridge, Claviceps trimaeulatus n. sp., C. bimaculatus n. sp., C. rugosus n. sp.
1) 1. c.
2) 1. C.
3) Nahes. Narrative of a voyage to the Polar sea. London 1878.
4) Arachniden aus Sibirien und Novaja Semlja. Kongl. Svenska Vet. Akad. Handl., Bd. XVI, p. 112— 136, Tat. HI— VII, Stockholm 1879.
Fauna Arctica, Bd. IV. 2
lO IVAR TRÄGÄRDH,
1882 brachte die österreichische Expedition ') auf „Pola" von Jan Mayen 2 Acariden mit, Bdella arctica Thor, und Ixodes sulcatus Koch.
Im folgen den Jahre, 1883, beschreiben?. Kramer undC. Neumann die Acariden der „Vega"-Expedition *). Es werden folgende Arten aufgezählt: Trombidium armatum n. sp., T. laevicapillafum, T.? Larve, Bryobia speciosa C. L. Koch, Erythraeus parietinus Koch, Scyplnus hamatus n. sp., Nesea arctica n. sp., Bdella horealis n. sp., B. villosa n. sp., Ixodes borealis n. sp., /. fimbriatus n. sp., Oribata setosa Koch, Damaeus geniculatus Koch, Gamasus musculi, G. arcticus n. sp., G. coleoptratorum Koch, Lnelaps pachypus Koch, L. hilaris Koch, L. nanus? M^gn., L. pecUnifer? Megn.
1894 beschreibt E. Trouessart ') aus Island eine Bdella - krt , die er als neu bezeichnet und B. sanguinea nennt, und in demselben Jahre bearbeitet er die auf Jan Ma3'en und Spitzbergen von der Expedition mit „La Manche"*) heimgebrachten Acariden. Sein Verzeichnis zählt folgende Arten auf: Bdella arctica Thor., ürosejus acuminatus (Koch) Berlese, Laelaps sp.? (Nymphe), Notaspis lucorum (Koch) Michael, Halacarus borealis n. sp., H. poucheti n. sp. und H. reticulatus n. sp.
1895 giebt Trouessart^) eine Revision der arktischen Acariden. Da er aber keine Typen untersucht hat und von nur sehr wenigen Arten Material besaß, ist es vielmehr eine Liste der arktischen Acariden als eine Revision derselben. Sein Versuch, die pABRicius'schen Arten zu deuten, ist deshalb nicht glücklich ausgefallen, wie ich schon oben auseinandergesetzt habe, und von den zahlreichen Irrtümern L. Koch's hat er nur einige, wie z. B. daß die 3 Clav ice2)s- Arten L. Koch's Oribatiden-Nymphen sind, korrigieren können. Er spricht jedoch die richtige Vermutung aus, daß die von Koch angegebene Zahl der arktischen Acariden der Wirklichkeit nicht entspreche, sondern zu hoch wäre.
Im Jahre 1897 erscheinen nicht minder als drei Beiträge zu unserer Kenntnis der arktischen Acariden- fauna. A. C. Oudemans^) und F. Koenike beschreiben die von der „Willem-Barents"-Expedition 1881—82 auf Novaja Semlja und bei Vardöe und Hammerfest in Norwegen gefundenen Acariden. Sie zählen folgende Arten auf: Bdella villosa Kramer, Trombidium armatum Kram., T. laevicapiüatum Kram, und Lebertia oudemansi n. sp.
A. D. Michael') beschreibt einige Acariden aus dem Franz Joseph- Archipel: Erythraeus harmsworthi n. sp., Rhagidia gelosa Thor., Oribata setosa (C. L. Koch), 0. Fisheri n. sp. und Glyciphagus domesticus (de Geer).
P. Kramer ^) beschreibt einige Acariden aus Grönland, nämlich : Bkyncholophus gracilipes n. sp., B. phalangioides (de Geer), Bdella arctica Thor., Leiosonia glohipes n. sp., Hermannia carinata n. sp., eine Oribatideii-harve und Halacarus sp., Larve.
1899 beschreibt der amerikanische Arachnidologe N. Banks ^) einige Acariden aus den Commander- Inseln. 5 von diesen werden als für die Wissenschaft neu bezeichnet: BhyncJiolophus elongatus n. sp., Bdella frigida n. sp., Oribatella borealis, Oppia arctica und Hermannia quadriseriata. Die übrigen werden mit Kramer und NEUMANN'schen Arten identifiziert : Trombidium armatum, Bdella villosa, Holostaspis arcticus und Ixodes borealis.
1900 gab Trägärdh 1) ein Verzeichnis der von J. G. Andersson im Jahre 1899 auf der Bären-Insel gesammelten Acariden. Dieses Verzeichnis enthält folgende Arten : Oribata notata Thor., Scutovertex lineatus
1) v. WOHLGEMUTH, Die österreichische Polarstation Jan-Mayen, 1882— 1883: Beobachtungsergebnisse, Bd. III, p. 55-56.
2) Acariden während der Vega-Expedition eingesammelt. Vega-Exp. Vetensk. Jakttagelser, Bd. III, Stockholm 1883.
3) Note sur une grande espfece de Bdelle maritime originaire d'Island. Journ. de l'Anat. et de la Phys.. 1894, T. XXX, p. 117.
4) Note sur les Acariens recueillis au Spitzberg pendant le voyage de la Manche. Nouv. Arch. des Missions scientifiques et litt6raires, T. V, p. 255, Paris 1894.
5) Revision des Acariens arctiques. Soc. Nat. d. .Sciences nat. et math. de Cherbourg, T. XXLX, 1892— 1895, p. 184—206.
6) Acari collected during the Willem- Barents- Expedition of 1881 and 1882. Tijdschrift voor Entomologie, Bd. XL, 1897, p. 238-242.
7) Report on the Acari collected by Mr. H. Fisher, Naturalist of the Jackson-Harmsworth Polar Expedition at Cape Flora, Northbrook Island, Franz Joseph Archipelago, in 1896. The Journal of the Linnean Society, Vol. XXVI, No. 168, p. 355— 357,P1.XXI, 1897.
8) Grönländische Milben. Bibliotheca Zoologica, Heft 20, Lieferung 3, 1897.
9) Reports upon the Insects, Spiders, Mites, and Myriapods collected by Dr. L. Stejnegger and Mr. G. E. H. Barrett- HaMILTON on the Commander Islands. Extr. from the Für Seals and Für Seal Islands of the north Pacific Ocean, Part IV, P- 347—346, PI. A, Fig. 2—6.
Monographie der arktischen Acariden.
II
(Thor.), S. lineatus var. Hermannia reticulata Thor., Hermannia scabra (L. Koch), Nothrus sp., Bdella arctica Thor., B. sanguinea Trt., Ammonia brevirostris L. Koch, Notophallus insulanus (Thor.), Rhagidia gelida Thor., Penthalaeus arcticus n. sp., Bryobia serrata Cambridge. Ich revidierte dabei auch einen Teil der THORELL'schen und L. KocH'schen Arten, hielt aber gegen Michael die Artberechtigung von Orihata notata Thor, aufrecht, zeigte weiter, daß Eremaeus lineatus Thor, mit Scutovertex corrugatus Mich, und Claviceps rugosus L. Koch, Ammonia brevirostris L. Koch mit A. mollissima L. Koch und Penthalaeus insulanus Thor, mit Tetranychus borealis L. Koch identisch ist und der Gattung Noiophallus angehört, daß Penthalaeus crassipes L. Koch und P. borealis L. Koch Nj^mphenstadien von Rhagidia gelida Thor, sind, und daß Torynophora serrata Cambr. eine Bryobia-Art ist.
In demselben Jahre beschreibt N. Banks 2) eine Holostaspis- Art aus Alaska.
1901 revidierte ich sämtliche litorale Bdelliden und zeigte dabei, daß B. sanguinea Trt., B. Basteri ToHNST., B. arctica Thor., B. grandis L. Koch und B. villosa Kramer u. Neumann miteinander identisch sind und B. littoralis (L.) benannt werden sollen, und daß B. decipiens Thor, mit B. borealis K. u. N. identisch und liöchstens nur eine Varietät von B. vulgaris ist.
1902 revidierte ich '*) in Zusammenhang mit der Beschreibung einer Anzahl Trombidiiden und Ori- batiden aus dem nördlichen Lappland noch einen Teil der arktischen Acariden und zeigte: daß Rhyncholophus sucidus L. Koch mit Ottonia spinifera Sic. Thor, identisch ist und der Gattung Trombidium angehört, daß Bryobia serrata (Cambr.) L. Koch mit B. praetiosa C. L. Koch, Nothrus punctatus L. Koch mit Hermannia carinata Kram, und mit N. peUifer C. L. Koch, Nothrus borealis Thor, mit N. horridus (Herm.) Mich, identisch ist, und suchte Notasins crassipes (L. Koch) als eine selbständige Art gegen Michael aufrecht zu halten, der sie mit N. exilis Nie. identifiziert.
Im selben Jahre beschreibt V. Kulczynski*) einige Acariden, die von A. Birula 1899 auf Spitz- bergen gesammelt waren. Er hielt ebenfalls Oribata notata Thor, als eigene Art aufrecht und unterscheidet wie ich ^) Oppia sjihaerica L. Koch als eine Varietät von Notaspis bipilis (Herm ), faßt aber im Gegensatz zu mir 5) Nothrus borealis Thor, als eine Varietät von N. horridus (Herm.) auf. Weiterhin beschreibt er Oribata lucens L. Koch und eine neue Art, Oribata birulai n. sp.
Systemati seher Teil.
Familie Oribatidae.
Bestimmungstabelle der arktischen Subfamilien der
{Abdomen mit Flügelanhängen versehen . Abdomen ohne Flügelanhänge . ( Cephalothorax mit Lamellen versehen \ Cephalothorax ohne Lamellen f Beine schmal, länger als der Körper . I, Beine kurz und dick .....
Familie Oribatidae.
. Subfamilie Oribatinae p. 12
2
Subfamilie Notaspidinae p. 19
2
. Subfamilie Damaeinae p. 25
Subfamilie Nothrinae p. 25
1) 1. c.
2) Papers from the Harriinan Alaska Expedition. XI. Entomological Results (5) PI. XXIX. Proceedings of the Washington Academy of Sciences, Vol. II, 1900, p. 485.
3) 1- c-
4) Zoologische Ergebnisse der russischen Expedition nach Spitzbergen. Ann. du Mus6e zoologique de l'Acad. Imperiale
des Sciences de St. Petersbourg, 1902, T. VII, No. 3, p. 347—354, Tab. Vit, Fig. 17-25.
5) Revision der von Thorell aus Grönland, Spitzbergen und der Bären-Insel und Semlja beschriebenen Acariden. Zool. Anzeiger, Bd. X.XV, No. 660, 30. Dezember 1901, p.
von L. KoCH aus Sibirien und Novaja 56 -62. Vorl. Mitteilung.
2'
12
IVAR TRAGÄRDH,
Subfamilie Oribatinae.
Von den beiden zu dieser Subfamilie gehörenden Gattungen Oribata Latr. und Pelops C. L. Koch ist nur die erste in den arktischen Gebieten vertreten.'
^•1
=■1
'■{
Bestimmungstabelle der Gattung Orihata Latr
Eine Translamelle vorhanden
Keine Translamelle vorhanden
Notogaster deutlich punktiert
Notogaster nicht punktiert
Notogaster mit kraterförmigen Gebilden Notogaster ohne kraterförmige Gebilde Notogaster mit langen Haaren versehen, Länge o,6 Notogaster mit kurzen Haaren versehen, Länge 0,9
Notogaster fein punktiert ' .
Notogaster nicht punktiert . . ....
Lamellen sehr groß, horizontal
Lamellen normal
Pseudostigmalorgane kurz, kolbenförmig, nach vorn gerichtet Pseudostigmalorgane lang, nach hinten gebogen.
7. 0.
2
5
reticulata p. 18
3
4 0. fisheri p. 16
0. notatd, p. 12
3. 0. ohionga p. 15
2. 0. lucens p. 14
6
6. 0. ovalis p. 17
7
5. 0. cuspidata var. hirulai p. 16
8. 0. lucasi p. 19
1. Oribata notata Thor.
Textfig. I — 4.
1871 Orihata notata, Thor, 1. c. p. 695.
1879 „ „ Thor., L, Koch, 1. c. p. 114, tab. 4, fig. 1, la.
1879 Claviceps bimaculatus, L. Koch (Nj^mplie, siehe Trägäkdh, 1900, p. 5).
1883 Oribata setosa (C. L. Koch), Krämer & Neumann, 1. c. p. 528.
1897 „ „ (C. L. Koch), Michael, 1. c. p. 357.
1900 „ notata, Tragardh, 1. c. p. 4, fig. 1.
1901 Notaspis trimaculatus (C. L. Koch) var. notata Thoe., Trägärdh, 1. c. p. 5—9.
1902 „ „ (C. L. Koch) Kulczynski, 1. c. p. 13, tab. 7, fig. 19.
Diese Form wurde 1871 von Thorell aus Spitzbergen beschrieben und später von L. Koch für Sibirien und Novaja Semlja konstatiert. Michael, welcher Exemplare derselben aus Franz Joseph-Land ge-
Fig, 2. Fig. 3.
Fig. I. Oribata notata Thor. Rechte Cephalothorakallamelle. Vergr. 413 : i.
Fig. 2. „ „ „ I. rechtes Bein. Vergr. 150: l.
Fig. 3. „ „ „ 2. linkes Bein. Vergr. 150 : l.
Fig. 4. „ „ „ 4. rechtes Bein. Vergr. 206 : i.
Fig. I.
Fig. 4.
sehen hat, identifiziert sie mit 0. setosa C. L. Koch, die er in England fand. In einer früheren Arbeit (97) habe ich trotzdem vorläufig die Art aufrecht erhalten, obwohl Michael für 0. setosa eine große Variabilität
Monographie der arktischen Acariden. jo
in Bezug auf das Merkmal, das ich beim Unterscheiden der beiden Formen benutzte, nämlich den Bau der Cephalothorakallamellen, anhiebt. Ich stützte mich dabei auf die Tatsache, daß alle Individuen des reichen arktischen Materiales, das mir zur Verfügung stand, betreffs der Cephalothorakallamellen keine Variation aufweisen, sondern ohne Ausnahme sehr stumpfe Lamellenspitzen haben. Es schien mir dies für die Auf- fassung zu sprechen, daß man es, wenn nicht mit einer selbständigen, von 0. setosa verschiedenen Art, so doch mit einer besonderen Lokalvarietät derselben zu tun hatte. In einer vorläufigen Mitteilung über diese Revision führte ich sie als Varietät von 0. trimaculata {= setosa) auf. Später habe ich bei der Bearbeitung des von Nathorst im Jahre 1899 aus Jan Mayen und Ostgrönland heimgebrachten Materiales und der großen im Naturhistorischen Museum zu Kopenhagen befindlichen Sammlungen von grönländischen Acariden Gelegenheit gehabt, zu konstatieren, daß auch die von diesen Gebieten stammenden Exemplare im Bau der Cephalothorakallamellen keine Variation zeigen, sondern sehr stumpfe Spitzen haben.
Dieser Befund stützt die Auffassung, daß man 0. notata als eine von 0. setosa verschiedene, wenn auch derselben sehr nahestehende Form betrachten muß. Ich hätte sie daher unbedenklich als eine Varietät von letzterer aufgeführt, da ja die von Michael vorgenommene Identifizierung der arktischen Form ') mit seiner 0. setosa die sonstige (d. h. mit Ausnahme von den Cephalothorakallamellen) Uebereinstimmung von beiden Formen beweist. Neuerdings ist aber von Kulczynski die Identität von 0. setosa C. L. Koch und 0. setosa Michael bestritten und es scheint mir, ehe dies konstatiert ist, angemessener, die arktische Form nicht an die englische anzuknüpfen, trotzdem ich noch einmal ihre große Uebereinstimmung hervor- hebe. Kulczynski führt sie als eine selbständige Art auf.
Die von Kramer und Neumann 0. setosa C. L. Koch benannte Art aus Jinretlen, wovon mir keine Exemplare zur Verfügung standen, stelle ich wegen der Lokalität unbedenklich zu 0. notata Thor.
Die Länge ist ungefähr 0,60 mm, die Breite ungefähr 0,38. Der Cephalothorax, die Tectopedia und die Lamellen wie bei 0. setosa Mich., mit Ausnahme davon, daß letztere sehr stumpfe Spitzen haben (Textfig. i) und daß das Rostrum nur in eine kaum merkbare Spitze ausgezogen ist und 2 kleine laterale Zähne hat. Bei einer erneuten Untersuchung des Notogasters fand ich, daß die Chitindecke gleich wie bei der unten zu beschreibenden 0. oblonga L. Koch sog. kraterförmige Gebilde hat, die auch in derselben Weise wie bei dieser Art placiert sind (s. Textfig. II p. 15). In meiner vorigen Abbildung -) über die Placierung der Haare sind 2 Haare übersehen worden. Kulczynski's Abbildung ^j zeigt die richtige Placierung derselben. Schließlich ist zu bemerken, daß die 2 ersten Beinpaare (Textfig. 2 und 3) auf der Tibia und dem Genu an den äußeren distalen Enden sehr kräftige Borsten besitzen. Solche sind von Michael nicht abge- bildet worden.
Fundorte: Kulczynski hebt hervor, daß die Art ausschließlich arktisch sei. Indessen giebt NoRDENSKiöLD *) von seiner 0. setosa C. L. Koch aus Finnland an, daß sie sich von der englischen Form durch stumpfere Lamellenspitzen unterscheidet, und es ist daher nicht unmöglich, daß diese finnländische Form mit 0. notata Thor, identisch ist. Cap Flora, Northbrook-Insel, Franz Joseph-Archipel (96); Sibirien, Novaja
1) Da alle Exemplare von den verschiedenen arktischen Lokalitäten, die ich untersucht habe, stumpfe Lamellenspitzen zeigen, nehme ich an, daß die Exemplare aus dem Franz Joseph-Archipel auch stumpfe Spitzen haben. In diesem Zusammenhang möchte ich ein Mißverständnis von Kulczynski besprechen. Ersagtp. 348: Kotaspis (Oribata) trimaculata Triigard/iii qna.e cum 0. setosa Berlesei conveniri dicitur, probabiliter eadem est atque N. picipcs (C. L. Koch) nostra". In Wirklichkeit habe ich mich gar nicht über N. trimaculata (= sesosa C. L. KoCH) geäußert, sondern gesagt, daß Thorell's und L. Koch's Typen von 0. notata und das von mir als O. notata bestimmte Exemplar von der Bären-Insel mit der von Berlese abgebildeten O. setosa C. L. KoCH übereinstimmten. Ich dachte dabei besonders an den Bau der Cephalothorakallamellen, welche auch bei dieser stumpfe Spitzen haben. Ich sehe nicht ein, wie Kulczynski daraus schließen kann, daß 0. trimaculata und 0. picipes identisch sind.
2) 1. c. p. 5, f. I.
3) 1. c. tab. 7, p. 19.
4) Zur Kenntnis der Oribatidenfauna Finnlands. Acta Societatis pro Fauna et Flora Fennica, Bd. XXI, No. 2, Helsingfors 1901, p. 12.
H
IVAR TRÄgIrDH,
Semlja ; Spitzbergen ; Bären-Insel (99) ; Jan Mayen (99) ; Ostgrönland : Cap Stewart (91 und 99), auf einer Insel n. Br. 72" 46', w. L. 22" 56' (99).
Weitere Verbreitung: Finnland?
3. Oribata lucens L. Koch Textfig. 5 — 10.
1879 Oribata lucens, L. Koch, 1. c. p. 115, tab. 4, fig. 2, 2a.
1901 Noiaspis lucens, L. Koch, TrägIedh, 1. c. p. 59.
1902 „ „ KULCZTNSKI, 1. c. p. 15.
1902 „ setosa var. curia Tgdh., 1. c. p. 19, tab. 3, fig. 3.
Diese Art wurde zuerst aus Sibirien und Novaja Semlja von L. Koch beschrieben. In meiner vor- läufigen Mitteilung hob ich hervor, daß sie 0. notata sehr nahe stand. Später habe ich sie in Lappland wiedergefunden, übersah aber zuerst, daß die lappländische Form mit 0. lucens identisch war, und beschrieb sie als 0. setosa var. curla nov. var. Sie ist später von Kulczynski in einem Exemplar auf Spitzbergen
Fig. 5-
Fig. 7-
Fig. 8.
Fig. 9.
Fig. 10.
Fig. 6
Fig. 5. Oribata lucens L. Koch. Abdomen mit Borsten und kraterförmigen
Gebilden. Vergr. 75 : i.
Fig. 6. Oribata lucens L. KoCH. Pseudostigmalorgan. Vergr. 620 : I.
Fig. 7. „ „ „ „ Cephalothorax. Vergr. 155 : i.
Fig. 8. „ „ „ „ Linker Abdominalanhang. Vergr. 150 : l.
Fig. 9. „ „ „ „ I. linkes Bein. Vergr. 150 : l.
Fig. 10. ,, „ „ „ 2. rechtes Bein. 150 : l.
wiedergefunden und vom Verf. in je einem Exemplare für Westgrönland und Island in der Kopenhagener Sammlung konstatiert. Die Länge der Art variiert ein wenig. Koch's Exemplare haben 0,63 mm, KuL- czYNSKi's 0,65 und meine ilappländischen 0,58 mm. Breite 0,42—0,44 mm. Die Art scheint, wie oben gesagt, 0. notata und 0. trimaculata (= setosa) sehr nahe zu stehen. Sie ist jedoch von ihnen leicht dadurch zu unterscheiden, daß die Cephalothorakallamellen, die in ihren Spitzen nur ein wenig abgerundet sind, durch keine Translamelle verbunden sind (Textfig. 7). Das Abdomen trägt 24 Haare (nicht 22, wie Kulczynski angiebt), deren Placierung Textfig. 5 zeigt. Die Chitindecke, die, wie K. hervorhebt, dicht punktiert ist, trägt wie bei 0. notata und 0. oblonga 4 Paar kraterförmige Gebilde (Textfig. 5). Das l. und 2. Beinpaar trägt wie bei 0. notata je 2 kräftige Borsten (Textfig. 9 und 10).
Fundorte: Sibirien; Novaja Semlja; Spitzbergen (99); Westgrönland 27. Juni 1890 auf Lagopus alpinus bei Taitip ata.; Island, Heklahavn (92).
Weitere Verbreitung: Lappland.
Monographie der arktischen Acariden.
15
3. Oribata ohlonga L. Koch Textfig. II — 18.
1879 Oribata oblmiga L. Koch, 1. c. p. 118, tab. 4, fig. 6.
Diese Art wird von Michael i) mit der vorigen Art 0. lucens K. Koch identifiziert. In der Tat ist sie jedoch eine selbständige, sehr gut gekennzeichnete Art.
Durch den Bau der Cephalothoracallamellen zeigt sie sich als mit 0. lucens, 0. sefosa und der von KuLczYNSKi^) wiedergefundenen 0. picipes C. L. Koch am nächsten verwandt, unterscheidet sich aber sofort von ihnen durch ihre viel bedeutendere Größe. Die Länge beträgt ungefähr 0,9 mm. Die
Fig. II.
Fig. 15-
Fig. 12.
Fig. 14.
Fig. 16.
Fig. 18.
|
Fig. |
II. |
|
Fig. |
12. |
|
Fig. |
13. |
|
Fig. |
14. |
|
Fig. |
15- |
|
Fig. |
16. |
|
Fig. |
17. |
|
Fig. |
18. |
Oribata oblonga L. KoCH. Totofigur. Vergr. 60 : l.
„ Rechte Cephalothorakallamelle mit Translamelle und Interlamellarborste. Vergr. 150 : i.
„ Pseudostigmalorgan. Vergr. 620 : l.
„ Rechter Abdominalanhang. Vergr. 100 : i.
„ Rechter Palp, von außen gesehen. Vergr. 620: I.
„ Mandibel. Vergr. 413 : l.
„ Das I. rechte Bein, von innen gesehen. Vergr. 120 : l.
,, Das 2. rechte Bein, von außen gesehen. Vergr. 120 : l.
größte Breite ist 0,63 mm. Die Farbe ist kastanienbraun mit Ausnahme eines lichtgelben Fleckes auf dem Progaster. Die Chitindecke erscheint auch bei starker Vergrößerung glänzend und ohne jegliche Textur. Die Cephalothorakallamellen (Textfig. 12) sind ziemlich breit; sie nehmen nach vorn an Breite zu und endigen mit einer mit einem scharfen Zahn versehenen Spitze. In dem Winkel zwischen dem Zahne und der Spitze sitzen die Lamellarborsten, welche sehr fein, aber deutlich behaart sind, außerdem sanft gebogen und kaum
il Tierreich, Lief. 3, p. 15. 2) 1. c. p. 13, tab. 7, fig. 18.
l6 IVAR TRÄGÄRDH,
die Länge der Lamellen erreichen. Die Interlamellarhaare sind auch sehr fein behaart und übertreffen die Lamellarborsten um die Hälfte an Länge. Die Pseudostigmata sind unter dem Progaster verborgen. Die Pseudostigmalorgane (Fig. 13) tragen auf ziemlich kurzem, nach vorn gebogenem Stiel einen schwach keulen- förmigen, fast cylindrischen, äußerst fein behaarten Knopf. Die Mandibeln tragen je 2 gefiederte Borsten ; ihren sonstigen Bau zeigt Textfig. 16, den Bau der Taster Textfig. 15. Die Tectopedia des i. Beinpaares erstrecken sich ebenso weit nach vorn wie die Lamellen und endigen mit einer breit abgestutzten, mit stumpfen Zähnen versehenen Spitze. Das Abdomen trägt 4 Paare hellgelber Gebilde, von denen das erste länglich-oval ist, die übrigen annähernd kreisrund sind. Ihre Placierung zeigt Textfig. ii. Diese Flecken stellen scharf abgegrenzte verdünnte Partien der Chitindecke dar. Bei starker Vergrößerung zeigt es sich, daß sie siebförmig durchlöchert sind. Es dürften diese merkwürdigen Gebilde allem Anschein nach mit den von Oudemans ^) bei Eremaeus schneiden Oudms. und E. sanremensis Oudms. beschriebenen sog. mondkraterförmigen Gebilden homolog sein. Er giebt an, daß die Poren der Siebplatte bei 2000-facher Vergrößerung deutlich sichtbar seien und daß zahlreiche einzellige Drüsen in die Poren einmünden. Das Abdomen trägt mehrere schwach gefiederte Borsten, von denen 2, die auf den ,, Schultern" placiert sind, die übrigen um das Doppelte an Länge übertreffen. Von den übrigen ragen 12 über den Hinterrand hervor, wogegen ca. 6 in einem Kreis auf dem höchsten Teil des Notogasters sitzen. Die Flügelanhänge (Textfig. 14) sind nach vorn sanft ausgerundet.
Die Beine sind reichlich mit gefiederten Borsten besetzt. Das i. und 2. Paar trägt auf den distalen Enden des Genu und der Tibia je eine kräftige stumpfe Borste (Textfig. 17 u. 18). An der Spitze der Tibia des I. Paares sitzt ein langes Tasthaar. Die Füße tragen 3 Klauen von gleicher Größe.
Fundort: Bis jetzt nur in Sibirien gefunden,
4. Oribata fisheri Mich. 1897 Oribiita fisheri Michael, 1. c. p. 357.
Diese Art soll der von demselben Autor aus Südgeorgien beschriebenen 0. antarctica *) am nächsten stehen. Da ich sie nicht aus eigener Anschauung kenne, muß ich mich damit begnügen, ein Resume von der von Michael gelieferten Beschreibung zu geben : Die Länge ist ungefähr 0,48 mm, die Breite ungefähr 0,28 mm. Die Farbe ist olivenbraun. Die Cephalothorakallamellen erreichen die halbe Länge des Cephalothorax, nehmen nach vorn allmählich an Breite zu und endigen mit langen, breiten, beinahe horizontalen Spitzen, die vorn sanft ausgerundet sind. Eine niedrige Translamelle ist vorhanden.
Die Pseudostigmalorgane sind sehr kurz, sanft gebogen und nehmen von hinten nach vorn allmählich an Dicke zu. Die Lamellar-, Interlamellar- und Rostralborsten sind lang und dick, nicht gefiedert. Das I. Tectopediumpaar nicht zugespitzt. Die Flügelanhänge des Abdomens kurz. Das Abdomen nur mit einer Reihe außerordentlich feiner Haare rings um den Notogaster versehen. Die Füße mit 3 Klauen versehen, von denen jedoch die lateralen nur bei starker Vergrößerung sichtbar sind.
Fundorte: Bis jetzt nur auf Cap Flora auf der Norihbrook-Insel, in dem Franz Joseph- Archipel gefunden.
5. Oribata cuspidata Mich. var. birulai Kulcz. Textfig. 19 — 23. 1902 Notaspis birulai Kulcztn.ski, 1. c. p. 16, tab. 7, fig. 17, 20, 23.
Diese kleine Art wurde von Kulczynski nach einem einzigen Exemplar aus Spitzbergen beschrieben. Schon im Sommer 1900 fand ich dieselbe in 4 Exemplaren in Lappland auf dem Berge Kärsonjuonje,
1) Ueber Sanremeser Acari. Tijdschrift voor Entomologie, Bd. XLIII, 1900, p. 138, PI. VIII, Fig. 41, 43, 45, 46.
2) Mitt. Museum in Hamburg v. 12, p. 71, Textfig.
Monographie der arktischen Acariden.
17
ungefähr 1000 m über dem Meere unter feuchten Steinen und unterschied sie unter dem Namen 0. cuspidati- formis von 0. ciispidata, welcher sie am nächsten stand. Aus Versehen wurde aber die Diagnose nicht in meinem Aufsatz über die lappländischen Acariden publiziert. Meine Exemplare übertreffen dasjenige von KuLCZYNSKi ein wenig an Länge, indem sie 0,42 mm messen, während dieses 0,39 mm lang ist. Die Breite beträgt ungefähr 0,26 mm.
Fig. 21.
Fig. 19. Fig. 20.
Fig. 19. Oribata eiispidata Mich. var. birulai KuLCZ. Fig. 20. Fig. 21. Fig. 22. Fig. 23.
Fis;. 22.
Fig. 23.
Von oben. Vergr. 120 : l.
Von unten. Vergr. 120 : l.
Cephalothorax der Hauptform nach MICHAEL. Vergr. 150 : l.
Pseudostigmalorgan. Vergr. 620 : l.
I. linkes Bein. Vergr. 206 : I.
Die Cephalothorakallamellen sind sehr niedrig und nehmen nach vorn allmählich ein wenig an Breite zu, um in einer sehr kleinen Spitze zu endigen. Keine Translamelle. Die Lamellar-, Interlamellar- und Tecto- pediaborsten sehr fein behaart. Das Abdomen entbehrt vollständig der Haare. — Im übrigen verweise ich auf die Textfig. 19 und 20 und Kulczynski's Beschreibung.
Wie auch Kulczynski hervorhebt, steht diese Form der 0. cuspidata Mich, sehr nahe und unter- scheidet sich von ihr nur durch bedeutendere Größe ^) und kürzere Lamellar- und Tectopediaborsten (vergl. Michael, British Oribatidae I, PL X, Fig. 6), und meines Erachtens sind diese Verschiedenheiten zu klein, um die Aufstellung einer besonderen Art zu rechtfertigen. Jedenfalls ist aber der Unterschied für die Aufstellung einer besonderen Varietät groß genug, um so mehr, als die Form eine Variation in ganz derselben Richtung wie z. B. Notaspis lipilis var. spJiaerica repräsentiert, d. h. sie unterscheidet sich von der Hauptform einerseits durch bedeutendere Größe, andererseits durch Verkürzung der Lamellar- und anderer Borsten, sowie der Spitze der Cephalothorakallamellen. Ich werde weiter unten diese ausgeprägte Variationsrichtung näher besprechen.
Fundort: Spitzbergen (1899).
Weitere Verbreitung: Lappland (1900).
6. Oribata ovalis C. L. Koch
1835 Oribates ovalis, C. L. Koch, 1. c. fasc. 3, tab. 5. 1879 Oribata nitens, L. Koch, 1. c. p. 115, tab. 4, fig. 4. ? 1899 Orihatella borealis, Banks, 1. c. p. 349, tab. A, fig. 2.
Der Typus von 0. nitens L. Koch war in der Sammlung nicht zu finden. Da Koch eine Palpe ab- gebildet hat (Taf. IV, Fig. 4b), ist es sehr wahrscheinlich, daß das einzig vorhandene Exemplar bei der
I) K. giebt auch an, daß die Form der Pseudostigmalorgane verschieden wäre. Ich habe dies nicht finden können.
Fauna Arctica, Bd. IV.
l8 IVAR TRÄGÄRDH,
Beschreibung verbraucht worden ist. Oribaiu nitens wird von Michael ') mit 0. ovalis C. L. Koch identifiziert, und mit Rücksicht darauf, daß beiden die sehr eigentümliche und äußerst charakteristische Beschaffenheit der Cephalothorakallamellen und Flügelanhänge gemeinsam ist, und nichts in L. Koch's Diagnose gegen eine Identifizierung spricht, ziehe ich beide Arten zusammen. Die Länge des sibirischen Exemplares ist größer als diejenige der englischen, indem sie 0,75 mm lang ist, während letztere nur eine Länge von 0,65 mm erreichen.
Bei dem Versuche, die von Banks aus den Kommandeur-Inseln beschriebenen Acariden zu identifizieren, was zufolge der sehr mangelhaften Diagnosen und der schlechten Abbildungen eine sehr undankbare Auf- gabe ist, kam mir der Gedanke, daß eine Oribatella horealis möglicherweise mit 0. ovalis identisch wäre.
Die Cephalothorakallamellen und die Flügelanhänge sind nämlich ganz wie bei dieser Art gebaut: „Tectal plate -) large, covering the whole of the cephalothorax, deeply deft, each side truncated at tip ; two superior bristles; wing large, in front at base with a slender curved, acute projection reaching forward as tip of the head, below the wing is rolled in but from below shows a nearly square corner at the tip. Length 0,5 mm." Ich führe sie daher unter Vorbehalt als Synonym unter 0. ovalis auf.
Fundorte: Sibirien, Kommandeur-Inseln.
Weitere Verbreitung: England, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederland, Finnland, ? Nord- amerika.
7. Oribata reticulata L. Koch
Textfig. 24 u. 25.
1879 Oribata reticulata, L. Kocii, 1. c. p. 115.
1901 „ orbieularis var. reticulata, L. Koch, TrägIrdh, 1. c. p. 59.
Das einzig vorhandene Exemplar unterscheidet sich von 0. orbieularis, dei es am nächsten steht und zu welcher ich in der vorläufigen Mitteilung die Art als Varietät rechnete, vor allem durch seine
weit bedeutendere Größe und die deutliche Punktierung. Im Bau der Cephalothorakallamellen zeigt sie insofern eine Uebereinstimmung mit der 0. orbieularis äußerst nahe stehenden 0. piriformis, als die Lamellenspitzen nach außen von den Lamellarborsten ziemlich scharf zugespitzt sind, ohne wie bei 0. orbieularis gerundet zu sein.
Die Länge ist i mm (0. orbieularis nur 0,65 mm lang), pj 24 Fie 3"; ^^^ Farbe ist schwarzbraun mit Ausnahme von einem
Fig. 24. Oribata reticulata L. KocH. Von oben ge- Hchtgelben Flecke auf dem Progaster. Die Textur
sehen. Vergr. 30:1. sowohl der Ober- als der Unterseite des Abdomens dicht
Fig. 25. Oribata reticulata L. KocH. Von unten ge- sehen. Vergr. 21,5 : I. Die Beine sind nicht eingezeichnet. punktiert 3). Die Chitindecke hat die bei 0. notata, 0.
oblonga und 0. lucens beschriebenen sog. kraterförmigen
Gebilde, von denen die beiden vorderen deutlich zu sehen sind, die am Hinterrande befindlichen dagegen
bei der großen Schwierigkeit, die Oberseite des Tierchens genügend zu beleuchten, schwer zu sehen sind,
1) Tierreich, Lief. 3, p. 19.
2) Das sog. Tectum oder „tectal plate" ist eine Benennung, die von Nicolet in die Terminologie eingeführt worden ist. Schon 1883 hat aber Michael gezeigt, daß sie unzulässig ist, da keine besondere Platte, die die Basis des Cephalothorax bedecken sollte, vorhanden ist.
3) Nach Michael soll nur die englische Form von 0. orbieularis sich durch Punktierung auszeichnen.
Monographie der arktischen Acariden.
19
SO daß ich mit Sicherheit nur ein Paar derselben konstatiert habe. Am Hinterrande des Abdomens sind 6 kleine Haare eingefügt. Auf den „Schultern" sitzen 2 ziemlich kräftige Haare.
Da die Beine auf dem einzigen Exemplare vollständig unter die Flügelanhänge eingezogen sind, ist es mir unmöglich, sie zu beschreiben. So viel ist jedoch auch in dem zusammengezogenen Zustande zu sehen, daß die beiden vorderen Beinpaare auf der Tibia und dem Genu kräftige Borsten besitzen (Textfig. 24).
Fundort: Bis jetzt nur in Sibirien gefunden.
8. ? Oribata lucasii Nie.
1878 Oribata lucasii, Nie, Mukkay, 1. c. p. 121.
Da diese Art sonst nie in den arktischen Gebieten gefunden ist, dürfte es nicht ratsam sein, die Identifizierung ohne weiteres zu acceptieren. Ich werde daher in der Zusammenstellung diese Angabe nicht berücksichtigen.
Fundort: 82" 30' Baffins-Bucht, Juni 1876, „common under stones".
Oribata triangularis Murray
1878 Oribata triangularis, Mubray, 1. c. p. 12 1.
Von dieser Art, die nach Murray „außerordentlich gemein unter Steinen" 82" 27' n. Br. vorkam, wird keine Diagnose gegeben, weshalb sie natürlich nicht berücksichtigt werden kann.
Bestimmungstabelle der Subfamilie Notaspidinae.
{Körper skulptiert Gattung Scutovertex p. 19 Körper ohne Skulptierung 2.
r Die 3 hinteren Beinpaare auf der Unterseite des Abdomens eingelenkt . . Gattung Leiosoma p. 22 2. l
[ Die 3 hinteren Beinpaare auf den Seiten des Abdomens eingelenkt . . Gattung Notaspis p. 22
I.
2.
Bestimmungstabelle der Gattung Scutovertex Michael. i Notogaster mit zickzackförmigen Leisten versehen ( Notogaster ohne solche Leisten rDrei Klauen ....
1^ Eine Klaue
{Cephalothorakallamellen breit, horizontal Cephalothorakallamellen niedrig, leistenförmig
10. S.
9. S. lineatus p. 19
lineatus var. nigrofemorata p. 20
12. S. velatus p. 22
11. S. maculatus var. groenlandica p. 21
9. Scutovertex lineatus (Thor.)
1871 Eremaeus lineatus, Thoeell, 1. c. p. 696.
1875 Trombidium (sie!) fucicolum, Brady, A review of the British Marine Mites. Proc. Zool. Soc. London, p. 301
—311, pl. XLI, fig. 1, 2. 1875 „ fuscum, Brady, ebenda, p. 26.
1878 Eremaeus lineatus, Thorell, L. Koch, 1. c. p. 112.
1878 Claviceps rugosus, L. Koch, 1. c. p. 135, tab. 7, fig. 10.
1888 Scutovertex corrugatus, Michael, 1. c. Vol. II, p. 567, tab. 54, fig. 1 — 7.
1900 ., lineatus (Thoe.), TeägIrdh, 1. c. p. 5, tab. 1, fig. 5 u. 6.
1901 „ „ (Thor.), Trägardh, 1. c. p. 58.
In einer früheren Arbeit (1900, p. 5, 23) habe ich durch Untersuchung der Typen Thorell's gezeigt,
daß diese Art mit der von Michael aus England beschriebenen Scutovertex corrugatus identisch ist und auch
die Vermutung ausgesprochen, daß diese Art eine sehr weite arktische Verbreitung, ja ihre eigentliche
Heimat in den arktischen Gebieten habe.
3*
20 IVAR TRÄGÄRDH,
Die Untersuchung des von der schwedischen Expedition nach Jan Mayen und Ostgrönland im Jahre
1899 gesammelten Materiales hat diese Vermutung nur teilweise bestätigt, indem es sich herausstellte, daß sie zwar auf Jan Mayen ungemein häufig vorkam, dagegen gar nicht auf Ostgrönland. Dazu kommt noch die Thatsache, daß sie unter den großen Kopenhagener Sammlungen von grönländischen Acariden gar nicht zu finden war. Es ist dabei das größte Gewicht darauf zu legen, daß sie sich nicht unter den schwedischen Sammlungen aus Ostgrönland befand, denn diese sind durch Siebungen von Laub und Moos u. dgl. von einem von mir selbst instruierten Zoologen, dem Herrn Dr. J. Arwidsson, zusammen- gebracht und enthalten mehrere Acariden, die noch kleiner als S. lineatus sind wie z. B. Tectocephaus velatus, Notaspis exilis var. crassipes u. a.
Wenn auch zugegeben werden muß, daß es eine heikle Sache ist, aus einem solchen negativen Be- funde Schlüsse zu ziehen, so bin ich jedoch geneigt zu glauben, daß die Westgrenze von Scutovertex lineatus über Jan Mayen geht.
Verbreitung: Sibirien, Novaja Semlja, Spitzbergen, Bären-Insel, England, Schweden.
Ich möchte schon hier die Aufmerksamkeit auf die Thatsache lenken, daß sie in England ^) und Schweden nur an den Küsten und auf den Schären vorkommt ^).
10. Scutovertex lineatus (Thor.) var. nigrofemorata (K. Koch) Taf. I Fig. 4, 5 und 6, und Textfig. 26.
1879 Nothrus nigrofemoratus, L. Koch, 1. c. p. 112, tab. 3, fig. 23, 23a. 1897 JDamaeus nigrofemoratus (L. Koch), Michael, 1. c. p. 57.
1900 Scutovertex lineatus (Thok.) var. TrägIbdh, 1. c. p. 6.
1901 „ „ (Thor.) var. nigrofemorata (L. Koch), Teägärdh, 1. c. p. 58.
Die Art, die von Michael als eine gute Art der Gattung Damaeus aufgeführt wird, hat sich bei Untersuchung der Typen als identisch mit der von mir (1900) beschriebenen und auf der Bären-Insel ge- fundenen Varietät von Scutovertex lineatus entpuppt. Thatsächlich ist die von L. Koch gegebene Diagnose und Abbildung so schlecht, daß es nicht merkwürdig ist, daß sogar ein so hervorragender Acaridologe wie Michael die Stellung des Tieres nicht richtig beurteilen konnte. So erwähnt Koch z. B. nichts von der eigentümlichen Skulptur auf dem Notogaster, was allein genügt hätte, das Tier zu identifizieren.
Die Varietät unterscheidet sich von der Hauptform durch folgende Merkmale, wodurch sie sich dem S. bilineatus nähert. Die für S. lineatus so charakteristischen Leisten auf dem Rücken sind größtenteils reduziert ; nur an folgenden Stellen sind noch Spuren davon vorhanden : am Progaster, wo die von ihnen hervorgerufene Zeichnung mit derjenigen der Hauptform genau übereinstimmt; in der Mitte des Notogasters, wo gewöhnlich jederseits 2 bis 3 ziemlich deutlich markierte längsgehende Leisten vorhanden sind ; auch an den peripherischen Teilen des Rückens sind Reste von ihnen da. Die durch die Reduzierung der Leisten, die übrigens bei den verschiedenen Exemplaren ungleich weit fortgeschritten ist (s. Taf. I, Fig. 4, 5 und 6), entstandenen ebenen Partien zeigen eine eigentümliche Skulptur, welche durch kleine, punkt- förmige Erhöhungen hervorgerufen wird ; dieselbe Skulptur besitzt auch der Cephalothorax, welcher übrigens mit der der Hauptform übereinstimmt. Weitere Verschiedenheiten zeigen die Füße, welche nur eine Klaue besitzen.
Alle diese Merkmale hat die Varietät mit S. bilineatus gemeinsam. Man könnte daher geneigt sein, sie zu dieser Art zu rechnen, aber ein großer Unterschied existiert, der jeden Gedanken an eine nähere
1) Michael, 1. c. p. 570.
2) Teägärdh, Bären-Insel etc., p. 5.
Monographie der arktischen Acariden. 2i
Verwandtschaft zwischen beiden zunichte macht. Die Varietät hatsowohl diePseudostigmata wie die Pseudostigmalorgane gut entwickelt, während diese bei S. bilineatus vollständig verschwunden sind.
Verbreitung: Wajgatsch, Novaja Semlja; Bären-Insel.
Neuerdings ist von Oudemans ') eine Scutoveriex- Art, S. spoofi, beschrieben worden, die von Herrn R. Spoof in subsalinen Wasseransammlungen bei Abo in Finnland gefunden ist. Diese sollte sich von der sehr nahestehenden S. UUneatus Mich, vor allem durch den Besitz von 3 Klauen an den Füßen unter- scheiden. Später hatte Oudemans Gelegenheit, reichliches Material von der Art zu untersuchen, und kam dann zu der Auffassung, daß S. spoofi mit S. hilineaius identisch war, trotzdem erstere 3 Klauen, letztere nur eine Klaue besaßen.
Man könnte geneigt sein, diese dreiklauige Form als eine Zwischen- form zwischen S. bilineatus und S. linentus aufzufassen ; da aber, wie ich (1. c. p. 6) schon hervorgehoben habe, die var. nigrofemorata als eine solche aufzufassen ist und bei letzterer schon die beiden Seitenklauen reduziert worden sind (die Pseudostigmalorgane sind noch vorhanden), muß die dreiklauige Form von S. bilineatus als eine weitere Ent-
wickelungsstufe von dieser angesehen werden, die in Bezug auf die Zahl Fig. 26. Mandibel von S. limatus
der Klauen mit S. lineatus konvergiert. Der einzige Unterschied zwischen ''^'- ''^arofemorata. Vergr. 620 : i. S. lineatus und S. bilineatus besteht somit nach dem Funde dieser beiden Varietäten nur in dem Vor- handensein resp. der Abwesenheit von Pseudostigmata und Pseudostigmalorgane.
11. Scutovertex maculatus Mich. var. groenlandica nov. var. \^^
Taf. I, Fig. 7.
Diese Form, von der mir nur ein einziges Exemplar aus Fredrikshaab auf Westgrönland vorliegt, zeigt im großen und ganzen eine so beträchtliche Uebereinstimmung mit der von Michael 2) von den Küsten Englands beschriebenen und vom Verf. an den Küsten von Schweden gefundenen S. maculatus, daß ich sie unbedenklich zu dieser Art rechne.
Einige Verschiedenheiten sind jedoch vorhanden, die mich aus Gründen, die ich in der Einleitung aus- einandergesetzt habe, veranlassen, sie als eine besondere Varietät aufzuführen. Die Varietät zeichnet sich zunächst durch ihre geringe Größe von der Hauptform aus. Die Länge ist ungefähr 0,46, die Breite ca. 0,27 mm (bei der Hauptform resp. 0,54 und 0,30). Es ist um so mehr bemerkenswert, daß die Varietät sich durch geringere Größe von der Hauptform unterscheidet, als im Gegenteil die arktischen Oribatiden für ge- wöhnlich in einer entgegengesetzten Richtung variieren. So unterscheidet sich z. B. Notaspis bipilis var. sphaerica (L. Koch), Oribata cuspidaia var. birulai Kulcz. u. a. von ihren resp. Hauptformen durch be- deutendere Größe.
Weiterhin ist die Farbe braungelb, während die Hauptform dunkel-rotbraun ist. Vor allem ist die Skulptur des Cephalothorax sehr verschieden und vereinfacht. Von den Cephalothorakallamellen sind kaum sehr schwache Andeutungen vorhanden, und keine Borsten sind an ihrem Vorderende eingefügt.
Fundort: Westgrönland. — Die Hauptform kommt an den Küsten von England und Schweden vor.
1) Further Notes on Acari, Tijdschrift voor Entomologie, Bd. XLIII, 1900, p. 112, PI. V, Fig. 6—16.
2) Joum. Royal Micr. Societ5', Ser. 2, Vol. II, p. 13, PI. I, Fig. 1—5.
22
IVAR TRÄGÄRDH,
13. Scutovertex velatus (Mich.) 1880 Tegeocranus velatus Michael, Journ. Royal Micr. Society, Vol. III, p. 189, tab. 6, fig. 6 — 9.
Ich stimme Oudemans bei, daß diese Art ohne Zweifel der Gattung Scutovertex angehört. Fundort: Ein einziges Exemplar in Moos bei Cap Stewart in der Scoresby-Straße, Ostgrönland, 30. Juli 1899.
Weitere Verbreitung: Außerdem nur aus England bekannt.
13. Leiosoma qlohifer Kram.
1897 Leiosoma globifer Kbamer, Grönländische Milben. Bibliotheca Zoologica, Heft 20, Lief 3, VI, p. 80, fig. 2.
Diese Art hat mit L. nitens das Vorhandensein einer zwischen den vorderen Cephalothorakallamellen liegenden unpaaren kurzen Spina gemeinsam.
Die Lamellen tragen an ihrer Spitze je ein längeres Haar, sind schmal, werden aber von hinten nach vorn breiter und rücken mit den vorderen Enden einander ziemlich nahe.
Der Cephalothorax ist mit dem Abdomen unbeweglich verbunden. Seitliche Abdominalanhänge fehlen vollständig, und die Oberfläche des rundlich gewölbten Rückens ist glänzend. Ein Tectopedium für das 3. Fußpaar ist nicht zu bemerken. Die Pseudostigmalorgane besitzen ein kugelförmiges, auf einem dünnen Stiel sitzendes Endstück. Die Füße sind mit 3 Klauen ausgerüstet. Die Länge beträgt 0,45 mm. Die Färbung ist ein lichtes Kaffeebraun.
Fundort: Grönland, Karajak-Nunatak, Juli 1893. „Die Milbe wurde in einem Süßwassertümpel gefunden, in welchen sie offenbar durch das in dasselbe ausmündende Rinnsal hinabgespült war."
Die Art ist nachher von Nordenskiöld in Finnland am Meeresufer unter Holzabfall gefunden worden. Die finnländischen Exemplare sind größer als die grönländische Form, 0,640 mm.
Fig. 27. Cephalothorax von L. globifer (nach Keamer).
Bestimmungstabelle der Gattung Notaspis Hermann.
("Beine mit einer Klaue 14. N. confervae p. 22
\ Beine mit 3 Klauen 2.
r Reste von Abdominalanhängen vorhanden 16. N. exilis var. crassipes p. 23
( Keine Abdominalanhänge vorhanden 3.
. 15. N. lucorum p. 23 17. N. bipilis var. sphaerica p. 24
f Cephalothorakallamellen kurz und niedrig .... I Cephalothorakallamellen lang, mit langen Spitzen versehen
14. Notaspis confervae (Schrank) Taf. I, Fig. 8, und Textfig. 28 und 29.
1781 Äcarus confervae, P. Schränk, Enumeratio Insectorum Austriae indigenorum, No. 1054.
1896 Oppia confervae (P. Schrank), Oudemans, Notes on Acari. Tijdschr. voor Entomologie, Bd. XXXIX, p. 175, tab. 5,
fig. 1-4. 1900 Eremueus confervae (Schrank), Oudemans, New List of Dutch Acari. I. Ebenda Bd. XLIII, p. 163.
Diese Art liegt mir in 2 Exemplaren aus Ritenbenk auf Ostgrönland vor. Diese sind größer als die von Oudemans beschriebenen, nämlich 0,637 mm lang und 0,432 mm breit. Auch einige andere kleine Ver-
Monographie der arktischen Acariden. 23
schiedenheiten zeigen sie, indem die Farbe mehr hellbraun ist und die Grenze zwischen Abdomen und Cephalothorax deutlicher hervortritt (Taf. I, Fig. 8). Sonst ist aber die Uebereinstimmung auch in den kleinsten Details so vollständig, daß kein Zweifel über die Identität der grönländischen und der von Oude- MANS beschriebenen Form bestehen kann. In Uebereinstimmung mit Oudemans' Angabe habe ich auch nicht Lamellen- borsten finden können ; unmittelbar vor den Vorderenden der Lamellen sind 2 Poren
vorhanden, die wie Einlenkungsstellen für pjo. 28. Fig. 20
Borsten aussehen. Ich glaubte daher zuerst, Fig. 28. iVotospw con/er»ae (Schbank). Cephalothorax. Vergr. 75:1.
daß die Borsten weggefallen waren. Oude-
Fig. 29. „ „ „ Klaue. Vergr. 620 : I.
MANS, der reichliches Material gehabt hat, erwähnt aber auch diese Poren, ohne Borsten zu beschreiben. Sie scheinen daher konstant zu fehlen.
Fundort: Ostgrönland, Ritenbenk [W. Lundbeck i)], 10. Aug. 1890.
Weitere Verbreitung: Niederland und Finnland (unter subsalinen Algen).
15. Notaspis lucornm Mich.
1840 Zetes lucorum, C. L. Koch, 1. c. Heft 31, tab. 13, fig. 18.
1888 Notaspis lucorum (Kocn) Michael, 1. c. Vol. II, p. 371, tab. 30, fig. 1 — 5.
1894 ,, ,, (Koch) Trouessart, 1. c. p. 187.
Trouessart giebt an, daß diese Art unter von Spitzbergen heimgebrachtem Moos häufig gefunden wurde, und bemerkt, daß sie überall in den arktischen Gegenden, wo es Moos giebt, vorzukommen scheint. Thatsächlich hat aber niemand außer Trouessart diese Art in arktischen Gegenden gefunden. Eine andere Notaspis-Art dagegen, N. exilis var. crassipes, kommt überall in diesen Gegenden vor. Mir scheint die Sache daher etwas verdächtig zu sein. Andererseits kann man doch schwerlich annehmen, daß ein Acaridologe von Trouessart's Rang diese beiden Arten verwechselt hätte. Ich führe daher N. lucorum auf seine Autorität hin für Spitzbergen auf.
Fundort: Spitzbergen (Trt.).
Weitere Verbreitung: Ganz Europa.
16. Notaspis exilis Nie var. crassipes (L. Koch) Textfig. 30.
1879 Oribata crassipes, L. Kocn, 1. c. p. 116, fig. 3, 3a.
1901 Eremaeus crassipes (L. Koch) Tkägaedh, 1. c.
1902 „ „ (L. Koch) Trägärdh, 1. c. p. 22, tab. 3, fig. 5.
In der vorläufigen Mitteilung über die Revision der von L. Koch beschriebenen Acariden wie auch in „Lappländische Acariden" trat ich Michael's Identifizierung dieser Art mit N. exilis Nie. entgegen und hob hervor, daß bei iV. crassipes die Cephalothorakallamellen nicht in Spitzen auslaufen, sondern wie bei N. tibialis Nie. der ganzen Länge nach eine sanfte Abrundung zeigen. Auch die Pseudostigmalorgane von N. crassipes ähneln mehr denjenigen von N. tibialis. Ich hatte damals aber eine Mitteilung von Oudemans übersehen, worin er konstatiert, daß N. exilis sowohl in Bezug auf das Vorhandensein der Lamellenspitzen wie in der Form der Pseudostigmalorgane sehr variiert.
I) Ob sie auch in Grönland unter Confervaceen in Wasser gefunden ist, wird nicht angegeben.
24
IVAR TRÄGÄRDH,
Die Form crassipes steht somit in demselben Verhältnis zu N. exilis wie Orihata notata zu 0. setosa. Auch die letztere zeigt in Europa eine Variation in Bezug auf die Lamellenspitzen, in den arktischen Ge- bieten findet sich nur die Varietät mit kurzen Lamellenspitzen. Ich will deshalb auch in diesem Falle die arktische Form trotz des verhältnismäßig geringen Unterschiedes von der Hauptform als eine besondere Varietät auf- recht erhalten. Die Länge übertriift diejenige der Hauptform (resp. 0,46 mm und 0,37 mm).
Fundorte: Sibirien; Novaja Semlja; Cap Stewart, Scoresby Sound,
Fig. 30. Cephalothorax von Ostgrönland. Notaspis exilis Nie. var. crassipes Weitere Verbreitung: Lappland.
(L. Koch).
17. Notaspis hipilis Herm. var. sphaerica (L. Koch) Textfig. 31—34-
1879 Oppia sphaerica, L. Koch, 1. c. p. 117, tab. 4, fig. 5, 5a.
lyoi Eremaeus hipilis (Hbem.) var. sphaerica (L. Koch), Trägärdh, 1. c. p. 59.
1902 „ „ (Herm.) „ „ (L. Koch), Kolczynski, 1. c. p. 17.
Diese Form, zuerst aus Sibirien und Novaja Semlja von L. Koch beschrieben, wurde später von Michael mit N. Upilis identifiziert. Zweifelsohne steht sie auch dieser Art so nahe, daß sie nur als eine Varietät von dieser zu unterscheiden ist. Wie ein Vergleich zwischen den Figg. 31 und 32 uns zeigt, sind bei der Varietät nicht nur die Spitzen der Cephalothorakallamellen, sondern auch die Interlamellarborsten, die Pseudostigmalorgane und die Borsten auf den Coxalgliedern des 3. Beinpaares viel kürzer. Das Rostrum (Ficr. 33) bei der Var. unterscheidet sich auch von demjenigen der Hauptform dadurch, daß es kaum
Fig. 32.
Fig. 33-
Fig- 34-
Fig. 31- Fig. 32. Fig. 33- Fig. 34-
Notaspis bipilis var. sphaerica. Vergr. 60 : l.
„ „ „ „ Cephalothorax (nach Michael). Vergr. 60: i.
Rostrum. Vergr. 150 : l. „ „ „ „ Cephalothorax (nach Michael). Von unten
gesehen. Vergr. 60: l.
Fig. 31-
merkbar zugespitzt ist. Die Länge der KocH'schen Typen beträgt 0,756 mm, sie sind also größer als die
Hauptform, welche nur 0,65 mm lang ist. Kulczynski's Stücke aus Spitzbergen sind noch länger, 0,8 mm i).
Verbreitung: Sibirien; Novaja Semlja; Cap Stewart, Scoresby Sound, Ostgrönland; Jan Mayen.
I) Die Exemplare der Hauptform, die ich in Lappland gesammelt habe, sind auch 0,8 mm lang.
Monographie der arktischen Acariden. 2^
18. JVotaspis arctica Banks 1899 Oppia arctica, Banks, 1. c. p. 349, tab. A, fig. G.
Diese Art ist sicher mit keiner arktischen Notaspis-Art identisch. Ob sie sonst neu ist oder nicht, ist wegen der schlechten Diagnose und Abbildung unmöglich zu entscheiden. Fun dort: Copper-Insel, Kommandeur-Inseln (Banks).
19. JJamaeus f/eniculatus (L.) C. L. Koch
Nach Kramer soll diese große und charakteristische Art von der „Vega"-Expedition bei Port Clarence gefunden sein. Da ich das einzige vorhandene Exemplar im Reichsmuseum zu Stockholm nicht habe finden können, ist es mir unmöglich, die Richtigkeit der Identifizierung zu prüfen. Da aber diese Art, wie gesagt, sehr charakteristisch ist, dürfte man wohl annehmen, daß die Identifizierung richtig ist. Es ist allerdings dabei sehr auffallend, daß diese Art nicht und auch sonst keine andere DamaeusArt in den arktischen Gebieten, gefunden ist, wenn wir von den unsicheren Angaben über „Damaeus near geniculatus^' bei 82" 30' n. Br. von Feilden und Hart') und über Damaeus sp. von Grönland-) absehen.
Verbreitung: Port Clarence; Grönland? Baffins-Bucht 82" 30' n. Br.?
Bestimmungstabelle der Subfamilie Nothrinne.
( Rückenseite des Abdomens konvex Gatt. Hermannia p. 25
{ Rückenseite des Abdomens konkav Gatt. Nothrus p. 26
Bestimmungstabelle der Gattung Hermannia Nicolet. I Notogaster mit netzförmiger Skulptierung ........ 20. H. reticulata p. 25
|Notogaster grob punktiert 21. H. scabra p. 26
20. Hermannia reticulata Thorell
1871 Hermannia reticulata, Thorell, 1. c. p. 696.
1879 „ „ Thorell, L. Koch, 1. c. p. 112, tab. 3, ßg. 21.
1888 „ „ Michael, Vol. II, p. 458, tab. 42, fig. 1—7.
1899 „ quadriseriata, Banks, 1. c. p. 349, tab. A, fig. 6.
Die arktischen Exemplare dieser Art sind von derselben Größe wie die englische Form. Von seiner neuen Art sagt Banks : „This looks much like Michael's figure of Hermannia reticulata Thorell, but certainly is not the species figured by Koch under the name, which, through allied, is easily separated by the longer legs, larger Stigmata etc." Es ist kaum vonnöten, hervorzuheben, mit welcher großen Vorsicht man nach Abbildungen urteilen muß, denn auch an den besten Abbildungen können kleine Fehler vor- kommen. Daß man sich unter solchen Umständen nicht auf so alte und schlechte Abbildungen wie die von Koch ohne weiteres verlassen darf, ist natürlich. Ich kann, auf meine Untersuchungen sowohl von Thorell's als Koch's Exemplaren gestützt, versichern, daß sie in den kleinsten Details mit Michael's H. reticulata übereinstimmen, und Banks hat nicht ein einziges Merkmal, das seine Art von dieser unterscheiden könnte, anzugeben vermocht. Wenn wir noch dazu bedenken, daß H. reticulata sowohl auf Ostgrönland als auf Novaja Semlja, sowohl auf Spitzbergen als auf Jan Mayen gefunden ist, sich also einer weiten Verbreitung in den arktischen Gebieten erfreut, so dürfte dies auch dafür sprechen, daß wir H. quadriseriata Banks sehr ruhig einziehen können.
Fundorte: Novaja Semlja; Spitzbergen, Bären-Insel ; Jan Mayen; kleine Pendulum-Insel, Ostgrönland.
1) Nahes, Narrative of a voyage to the Polar-Sea etc.
2) Vanhöffen, Die Flora und Fauna Grönlands.
Fauna Arctica, Bd. IV.
26 IVAR TRÄGÄRDH,
Weitere Verbreitung: England. — Es mag hervorgehoben werden, daß sie in England an den Küsten unter Moos und Algen vorkommt.
31. Hermannia scahra (L. Koch)
1870 Nothrus scaber L. Koch, 1. c. p. 113, tab. 3, fig. 24.
Fundorte: Sibirien, Novaja Semlja, Bären-Insel.
Weitere Verbreitung: Schweden (am Meeresufer unter Steinen in großer Menge, Trägärdh), Finnland [unter Holz am Meeresufer, Nordenskiöld i)], England „in freshwater algae".
Bestimmungstabelle der Gattung Nothrus C. L. Koch.
fNotogaster mit netzförmiger Zeichnung 24. iV. hicilintus p. 28
I.
\ Notogaster ohne netzförmige Zeichnung 2.
r Hinterrand des Abdomens fast quer abgeschnitten 23. iV. peltifer p. 27
\ Hinterrand des Abdomens mit einer centralen Projektion. . . 22. N. horridus var. horealis p. 26
23. Nothrus horridus (Herm.) Mich. var. borealis (Thor.)
Textfig. 35—40-
1871 Nothrus borealis, Thoebll, 1. c. p. 6ü7.
1879 „ „ TiiORELL, L. Koch, 1. c. p. 112, tab. 3, fig. 22 a— d.
1901 Camisia horrida (Hbem.) Trägärdh, 1. c. p. 58.
1902 „ „ (Hbem.) Trägärdh, 1. c. p. 15, tab. 7, fig. 22 u. 24. 1902 „ „ (Herm.) var. borealis (Thor.) Kulczynski, 1. c. p. 17.
Diese von Thorell aus Spitzbergen beschriebene Form wurde später von Michael-') mit N. horridus (Herm.) identifiziert, und sowohl in der vorläufigen Mitteilung dieser Revision wie in „Lappländische Acariden" vertrat ich dieselbe Ansicht. Kulczynski aber, welcher Gelegenheit hatte, 2 Exemplare derselben aus Spitzbergen zu untersuchen, weist einige kleine Verschiedenheiten zwischen beiden Formen nach und stellt N. borealis als eine besondere Varietät von N. horridus auf. Die Varietät soll sich nach ihm von der Haupt- form durch folgende Merkmale unterscheiden: Die Pseudostigmalorgane sind gegen die Spitze nicht so aus- gebreitet. Die Haare am Hinterrand sitzen in annähernd gleichem Abstand voneinander, während bei der Hauptform die beiden mittleren ungefähr doppelt so weit voneinander entfernt sitzen, wie der Abstand von ihnen zu den lateralen Borsten beträgt. Schließlich ist der mittlere Fortsatz am Hinterrande des Abdomens bei der Varietät viel länger als bei der Hauptform
Um diese Frage endgültig zu entscheiden, habe ich sowohl die Typen von Thorell und L. Koch als das große Material, das ich teils im Sommer 1900, teils im Sommer 1903 in Lappland eingesammelt habe, einer neuen Untersuchung unterworfen. Das Resultat dieser ist, daß man berechtigt ist, die arktische Form als eine besondere Varietät anzusehen, nicht aber aus den von Kulczynski angegebenen Gründen, sondern weil es andere kleine Verschiedenheiten giebt. Wie ich bei der Beschreibung von N. biciliatus L. Koch auseinandersetzte^) und auch Kulczynski zugesteht, ist die Kontur des Hinterrandes nicht un- beweglich, und es ist daher nicht ratsam, zu großes Gewicht auf die von diesem gebotenen Charaktere zu legen. Bei N. horridus und der arktischen Varietät desselben, die noch weichhäutiger sind als N. biciliatus, variiert diese Kontur sehr erheblich, je nachdem die Tiere in wohlernährtem Zustand sich befinden oder nicht. Um dieses Verhältnis zu beleuchten, brauche ich nur auf die beigefügten Textfiguren hinzuweisen.
1) Zur Kenntnis der Oribatidenfaunau Finlands. Acta Soc. pro Fauna et Flora Fennica. 1901, Bd. 21, No. 2, p. 26.
2) Tierreich, p. 72.
3) Zur Kenntnis der schwedischen Acaridenfauna, 1, p. 14.
Monographie der arktischen Acariden.
27
Textfig. 35 und 36 zeigen einen großen mittleren Fortsatz, und demgemäß sind die Haare annähernd gleich weit voneinander entfernt. Die Textfig. 37 und 38 sind dagegen sehr wohl ernährte Exemplare und haben demgemäß einen sehr wenig hervortretenden Processus, und die Folge davon ist natürlich, daß die mittleren Haare den lateralen mehr genähert werden und der Abstand zwischen den medialen untereinander relativ größer ist als zwischen ihnen und den lateralen. Das Pseudostigmalorgan (Textfig. 39), das ich mittels Zeichenapparates abgebildet habe, ist gar nicht schmäler als bei der Hauptform.
VfeV
Fig. 3Q-
Fig. 40.
Fia;. 35-
Flg. 36. Fig. 37. Fig. 38.
Wenn somit die von Kulczynski hervorgehobenen Merkmale eine Unterscheidung von beiden Formen nicht ermöglichen, so giebt es andere, die es thun. So sind die bei der Hauptform vorhandenen sog. Apophysen, auf denen sowohl die Hinterrandhaare wie die übrigen Haare auf dem Abdomen befestigt sitzen, so klein, daß sie nur bei starker Vergrößerung, wahrnehmbar sind. Auch die Haare selbst sind viel kleiner als bei der Hauptform. Zu diesem Unterschied kommt noch, daß die Mandibeln ganz ver- schieden gebaut sind (Textfig. 40).
Fundorte: Besimanja, Jugor Sharr (Wajgatsch); Sopotschnaja Korgai Br.7i''40') [L. Koch]; Spitzbergen (Thorell); Cap
Stewart, Scoresby-Straße, Ostgrönland (5. August 1891 Ryder's - Expedition) ; Taitip ata, Westgrönland, 27. Juni i8qo auf Lagopus alpinus W. Lundbeck.
Weitere Verbreitung: Auf Kärsonjuonje (arktisches Lappland) 1050 m über dem Meere 1900, Trägärdh.
Verbreitung der Haupt form: Finnland, Schweden, England, Frankreich.
33. Nothrus peltifer C. L. Koch
1840 Nothrus peltifer, C. L. Koch, 1. c. Fase. 29, tab. 9. 1878 „ punctatus, L. Koch, 1. c. p. 114, tab. 3, fig. 25.
1897 NeoUodes peltifer (C. L. Koch), Michael, Tierreich, Lief. 3, p. 65.
1898 Hermannia carinafa, Kramee, 1. c. p. 81, fig. 3.
1901 Camisia peltifera (C. L. Koch), TeägIruh, 1. c. p. 59.
1902 „ „ (C. L. Koch), TeägIedh, 1. c. p. 9—10.
In Bezug auf diese Art und ihre Synonymik verweise ich auf meine Auseinandersetzungen in „Lapp- ländische Oribatiden und Trombidiiden" und füge nur eine Figur bei.
Fundorte: Gäskap (Novaja Semlja, L. Koch); Bären -Insel, Jan Mayen (Nathorst- Expedition); Karajaknunatak im Umanakdistrikt, Umanatsiak im Umanakfjord Westgrönl., 1903 P. Kramer); Clausholm, IG. August 1890, Orpiksuit, 19. Juli 1890 (W. Lundbeck).
Weitere Verbreitung: Kärsonjuonje an der oberen Birkengrenze Lappland (Trägärdh); Deutschland.
Fig. 41. Taster von A'. peltifer.
28 IVAR TRÄGÄRDH,
34. Nothrus biciliatus (C. L. Koch) Tgdh.
1844 Nothrus biciliatuslC. L. Koch, 1. c. Fase. 38, tab. 2.
1902 Camisia biciliata (C. L. Koch), Teägärdh, 1. c. p. 10, tab. 2, fig. 4—8.
Auch in Bezug auf diese Art verweise ich auf meine oben citierte Abhandlung.
Fundorte: Auf Harelia glacialis bei Kangersunek, Westgrönland (21. Juli 1890, W. Lundbeck) ; Hekla-Hafen, Island (1892, Deichmann).
Weitere Verbreitung: Schweden, Kärsonjuonje an der oberen Birkengrenze, unter feuchten Steinen 1000— 1050 m über dem Meere, Vorovardo, Tarrakoski (Trägärdh); Finnland (Nordenskiöld) ; Deutschland, England, Frankreich, Italien, Algier.
Familie Parasitidae.
Bestimmungstabelle der arktischen Subfamilien der Familie Parasitidae.
{Die Genitalöifnung des S zwischen dem Vorderrand des Sternalschildes und dem Mentum gelegen 2. Die Genitalöffnung des cj in der Mitte des Sternalschildes gelegen 4.
Das 2. Beinpaar bei dem S größer als bei dem ? und mit Hörnern und Zapfen bewaffnet
2. l Subfamilie Parasitinae p. 34
Das 2. Beinpaar bei beiden Geschlechtern gleich 3.
Die erwachsenen Individuen leben frei und sind wohl chitinisiert . Subfamilie Laelaptinae p. 32
3. ^ Die erwachsenen Individuen parasitieren auf Vertebraten und sind schwach chitinisiert oder ganz weich
Subfamilie Spinturnicinae p. 28
Die Genitalöfifnung des $ ist ein transversaler Schlitz zwischen dem Sternal- und dem Genitalschild
Subfamilie Epicrünae p. 40 Die Genitalöffnung des ? mündet in den Sternalschild .... Subfamilie Uropodinae p. 41
Bestimmungstabelle der Gattungen der Subfamilie Spinturnicinae.
Nur die ? mit einem äußerst schwachen Rückenschild versehen; die Oberseite des Körpers unbehaart
I. l Gatt. Sommatericola p. 28
Beide Geschlechter mit Rückenschild versehen; die Oberseite des Körpers behaart Gatt. Liponyssus p. 31
Sommatericola nov. gen.
Die Gattung ist aut eine Art S. levinseni n. sp. gegründet, die von Herrn Prof. Levinsen in der Nasenhöhle von Sommateria mollissima auf Grönland gefunden worden ist. Durch die dorsale Lage der Stigmata und die Abwesenheit des Mentums zeigt sie sich als der Subfamilie Spinturnicinae angehörig. Sie steht dem Genus Ptilonyssus Berl. u. Trouessart am nächsten, unterscheidet sich jedoch so sehr von demselben durch den eigentümlichen Bau der Mandibeln und andere Charaktere, daß sie einen freilich von Ptilonyssus ableitbaren, aber durch eine in Zusammenhang mit der parasitischen Lebensweise bedingte regressive Ent- wickelung ganz besonders gestalteten Typus darstellt.
Diagnose: Körper auf der Oberseite ohne jegliche Behaarung. S ohne Rücken- schilder. ? mit einem Rückenschild. S die Klauen des i. Beinpaares' reduziert. $ das I. Beinpaar nur mit einer gefältelten Saugscheibe versehen. Mandibeln plump, mit kräftigen Dornen besetzt.
Monographie der arktischen Acariden.
29
35. Sointnatericola levinsenl nov. spec. Textfig. 42—47. Fig. I, 2 und 9, Taf. I.
Von dieser Art liegen mir 4 Exemplare vor, darunter 3 Weibchen und i Männchen.
Wie aus den Figg. i und 3, Taf. I, ersichtlich ist, sind die Männchen kleiner als die Weibchen, nach vorn mehr breit abgerundet, nach hinten dagegen mehr zugespitzt und in der vorderen Hälfte des Körpers schmäler als in der hinteren Hälfte. Zwischen den Beinpaaren ist der Seitenrand sanft abgerundet. Die Oberseite des Körpers ist ohne Schilder und ohne Haare oder Borsten. Die Unterseite ist ebenfalls ohne Schilder, dagegen finden sich von Borsten jederseits der Analöffnung eine Gruppe von 10, die eigen- tümlich gebaut sind, indem sie mit breiter, kegelförmiger Basis beginnen, um in ein feines, peitschen- schnurförmiges Ende auszulaufen. Die Taster (Textfig. 42) sind fünfgliedrig und besitzen am vorletzten Glied 2 kräftige Dorne, von denen der innere etwas kräftiger ist. Am letzten Gliede sind 4—5 Borsten vorhanden, von denen die beiden am Ende des Gliedes eingefügten länger sind und fast die Länge des Gliedes erreichen.
-^-
Fig. 42.
Fig- 43-
Fig. 44.
Fig- 45-
Fig. 42. Sommaterieola levinseni $. Taster. Vergr. 620 : l.
Fig. 43. „ „ „ Mandibel. 620 : l.
Fig- 44- 1) „ „ Klaue des l. Fußes. Vergr. 310 : i.
Fig. 45. ,, „ „ Klaue des 2. Fußes. Vergr. 310: i.
Durch dieses Merkmal, das allein den Männchen eigen ist, nähert sie sich dem Genus Ptilonyssus, und es erweist sich somit in dieser wie in anderen Hinsichten, daß die Männchen nicht so stark umgebildet sind wie die Weibchen.
Den Bau der Mandibeln zeigt Textfig. 43. Die Beine sind sehr kurz und plump und mit Aus- nahme des I. Paares unter dem Körper zurückgebogen. Sie sind mit sehr kurzen Borsten aus- gerüstet. Das I. Beinpaar trägt am Ende des Tarsalgliedes mehrere kurze Borsten (Textfig. 44), die übrigen Beinpaare tragen nur 3 längere und feinere Borsten (Textfig. 45). Die Klauen und Haft- lappen des I. Beinpaares sind kleiner als diejenigen der übrigen Paare (vergl. Textfig. 44 u. 45), welche sehr kräftig entwickelt sind. Sie sind an ihrer Basis mit 2 Gelenkflächen versehen, mit denen sie gegen ein wirbeiförmiges Mittelstück gelenkig verbunden sind. Dieses Mittelstück läuft nach hinten in einen Fortsatz aus, der mit einer Sehne verbunden ist. Von der Rückenseite des Mittelstückes entspringt eine kleinere Sehne. Mittels dieser Sehnen wird das Mittelstück um seine Transversalachse gedreht und bewirkt somit das Zurückziehen und das Hervorstrecken der Klauen. Die Stigmata sind äußerst klein und auf der Rücken- seite in gleicher Höhe wie der Hinterrand des 4. Beinpaares placiert. Die Analöffnung ist sehr klein , ihre Ränder sind fein gezähnt. Die Genitalöffnung ist vermutlich eine feine Ritze, die auf der Höhe des 4. Beinpaares quer hinüberzieht. Länge ca. 1,5 mm.
Die Weibchen sind ein wenig größer als die Männchen und von einer mehr plumpen Gestalt. Sie sind nach vorn von den Hüften des 2. Beinpaares an breit zugespitzt und am Hinterende sehr breit abgestutzt. Zwischen dem 3. und 4. Beinpaare sind die Seitenränder ein wenig ausgerundet; sie gewinnen
30
IVAR TRÄGÄRDH,
Fig. 46.
Fig. 47-
dadurch eine gewisse habituelle Aehnlichkeit mit Dermanyssus- Arten. Die Oberseite entbehrt der Haare und trägt einen Schild, dessen Form aus Fig. 8, Taf. I, hervorgeht und der die vordere Hälfte des Rückens bedeckt. Der Schild besitzt eine eigentümliche netzartige Skulptur. Auf der Bauchseite ist ein Sternalschild vor- handen, der nach hinten quer abgeschnitten ist und bis zum hinteren Beinpaare reicht. In der Mitte des Sternalschildes sitzen 2 Reihen von je 3 Borsten, die ganz wie bei dem Männchen gebaut sind (Textfig. 46).
Die Analöfifnung ist sehr klein und wie beim Männchen von 2 Gruppen von je 10 Borsten umgeben. Die Genitalöffnung besteht aus einer feinen, quer hinüberziehenden Ritze dicht hinter dem Sternalschild. Die Taster (Textfig. 47) sind wie beim Männchen plump und haben das 5. Glied doppelt so lang wie das 4., also
länger als beim Männchen, bei dem das 5. nicht länger als das 4. ist. Außerdem zeichnen sich die Taster des Weibchens durch mehr dolchförmige Borsten aus, indem das 3. Glied auf der Außenseite eine mächtige Borste, das 4. zwei Borsten trägt, die eine fast so groß wie die des 3. Gliedes und am lateralen Rande ein- gefügt, die andere sehr klein. Am 5. Glied sind 5 — 6 Borsten auf der Unterseite eingefügt. Den Bau der Mandibeln zeigt uns Text- figur 47. Das Epistom ist breit-zungenförmig mit 2 abgerundeten, hervorspringenden Ecken. Die Beine sind gröber als beim Männchen, insbesondere das l. Paar, das auch abweichend gebaut ist, indem die Klauen fast vollständig i) reduziert sind, während der Haftlappen mächtig entwickelt ist. Die übrigen Klauen sind ungefähr wie beim Männchen gebaut ; der Haftlappen ist jedoch größer. Die Stigmata sind viel größer als beim Männchen und liegen ein wenig mehr nach vorn. Keine besonderen Stigmenschilder vorhanden. Die Peritremata sehr kurz. Die Farbe ist nach der Angabe von Prof. Levinsen weiß mit violetten Zeichnungen. Länge 1,8 mm.
Die Merkmale, die nach der obigen Beschreibung die Gattung Sommatericola von den übrigen Gattungen der Subfamilie Spinturnicinae unterscheiden — die weiche, nackte Haut, die kurzen Beine und Mandibeln und die Reduzierung der Peritremata — sind sämtlich Charaktere, die unschwer auf die mehr ausge- sprochen parasitischen Lebensweise, die sie führt, zurückzuführen sind. Dies geht sofort aus einem Vergleich mit anderen parasitischen Acariden hervor. Mit den Leiognathus- und Dermanyssus-Arten, die ebenfalls sehr gut geschützt auf ihren Wirtstieren leben, hat sie die weiche Konsistenz der Haut gemeinsam. Daß sie jedoch nicht mit diesen Gattungen in näherer Verwandtschaft steht, lehrt uns ein Vergleich der Mundteile. Die Mandibeln und auch die Beine erinnern durch ihre plumpe Gestalt sehr an diejenigen einiger Sarcoptiden- gattungen, wie z. B. Sarcoptes und Laminosioptes, die tief in der Haut ihrer Wirte vergraben leben. Schließlich steht augenscheinlich auch die Reduktion der Peritremata, die als Sinnesorgane aufgefaßt worden sind, mit der verborgenen Lebensweise in Zusammenhang.
Fundort: In der Nasenhöhle von Sommateria moUissima auf Grönland (Levinsen).
Fig. 46. Sommatericola levinseni 5. Von der Unterseite gesehen.
Vergr. 40 : i. Fig. 47. „ „ „ Mandibel und Taster. Vergr.
406 : I.
l) Ob nur das oben beschriebene Mittelstück oder auch kleine Reste von den Klauen vorhanden waren, konnte nicht festgestellt werden.
Monographie der arktischen Acariden.
31
Bestimmungstabelle der Gattung Liponyssus Klti. ( Zwei dorsale Schilder bei dem ? vorhanden. Der Dorsalschild beim $ schmal . 27. L. musculi p. 32 I Nur ein Dorsalschild bei dem ? vorhanden 26. L. semitecius 31
26. Liponyssus semitectus (L. Koch)
Textfig. 48—51.
1879 Sejus semitectus, L. Koch, 1. c. p. 123, tab. 5, fig. 5, 5a. 1883 Lachips puchypus (Koch), Kk.vmer, ,,Vega"-Expedition. 1883 „ hilaris (Kocu), Kkamer, „Vega"- Espedition.
Die grönländischen Exemplare, die auf Myodes torquatus gefunden sind, stimmen gut mit den Typen von L. semitectus (L. Koch) überein. Die von Kramer mit Laelaps pachypus und hilaris C. L. Koch identi- fizierten Liponyssus- ArXeu, die ani Myodes obensis resp. torquatus gefunden waren, gehören wohl auch zu dieser Art, was aus dem Vorkommen auf demselben Wirte mit ziemlich großer Sicherheit geschlossen werden kann. Jedenfalls ist die Identifizierung mit den KocH'schen Arten als vollständig unbegründet zurückzuweisen i).
Fig. 48.
Fig. 49.
Fig. 48 Liponyssus semitectus (L. KoCH). Oberseite. Vergr. 48 : l.
Fig. 49. „ „ ,, „ Unterseite. Vergr. 48 : l.
Fig. 50. „ „ „ „ Epistom. Vergr. 620 : l.
Fig. 51. „ „ „ „ I. Beinpaar. Vergr. 150 : i.
Fig. 50.
Fig. 51-
Diese Art steht L. albatus und albato-affinis am nächsten, unterscheidet sich aber sofort von ihnen dadurch, daß sie auf der Coxa des 2. und 3. Beinpaares nur je eine grobe Borste besitzt, während L. albatus an diesen je 2, und L. albato-affinis auf der Coxa des 2. Beinpaares eine und auf derjenigen des 3. zwei Borsten besitzt. Der Dorsalschild läßt hinten einen breiten Saum unbedeckt und ist an dem Hinterende zwischen den 2 größeren Hinterrandborsten ein wenig ausgerundet. Die auf dem unbedeckten Teil des Rückens sitzenden Borsten nehmen nach hinten an Größe zu und sind durchschnittlich länger als diejenigen des Rückenschildes. Die Form und den Borstenbesatz des Rückenschildes zeigt Textfig. 49. Das Epistom ist breit zungenförmig (Textfig. 50).
Fundort: P^ui Myodes obensis und torquatus. Sibirien (L. Koch, „Vega"-Expedition), Novaja Semlja (L. Koch), Ostgrönland (W. Lundbeck).
I) Diese sind nachher nicht wiedergefunden worden, sondern werden mit L. agilis von Berlese identifiziert.
32
IVAR TRÄGÄRDH,
37. ? LiponyssuH niusculi (C. L. Koch) 1882 Bermanyssus musculi? (Koch), Kuameu, „Vega"-Expeditioa, p. 528.
Die auf Arctomys eversmanni bei Pitlekaj gefundenen Acariden waren nach Kramer so jung, daß er sie nicht mit Gewißheit bestimmen konnte. Bermanyssus musculi Koch wird von Berlese ^) mit Liponyssus (= Leiognathus) arcuatus (Koch) Can. identifiziert. Ob die Identifizierung richtig ist, kann nicht entschieden werden, da keine Exemplare in den Sammlungen vorhanden waren.
Fundort: Sibirien, Pitlekaj („Vega"-Expedition).
Bestimmungstabelle der Subfamilie Laelaptinae.
Gatt. Eypoaspis Can. p. 33
. Gatt. Seiulus Berl. p. 32
( S mit einem Sterni-geniti-ventri-analschild \S mit einem besonderen Analschild
38. Seiulus arniatus (L. Koch) Textfig. 52—54. Fig. 3, Taf. I.
1879 Gamasus armatus L. Koch, 1. c. p. 119, tab. 4, fig. 8, 8a, 8b. 1901 Seius armatus (L. Koch), Trägakdh, 1. c. p. 61.
Trotzdem die vorliegende Art insofern von dem Genus Seiulus (Seius) abweicht, als sie 2 Rücken- schilder besitzt, zeigt sie doch in anderen Beziehungen so große Uebereinstimmung damit, daß sie unzweifelhaft hierher gehört. Sie zeigt die größte habituelle Aehnlichkeit mit S. hirsutigenus Berl.
Nur Männchen sind vorhanden.
Die Rückenschilder, die durch eine kaum merkbare ; Querfurche voneinander getrennt sind, decken fast die ganze Oberseite des Tieres und sind schwach chitinisiert. An dem vorderen Schild treten die Schultern sehr deutlich hervor. Der hintere Schild ist am Hinterende quer abgeschnitten. Die Schilder zeigen eine eigentümliche und hübsche Skulptur, indem sie mit polygonalen Ver- tiefungen, die durch ein netzförmiges System von niedrigen Leisten begrenzt werden, ge- schmückt sind. Die Rückenhaare sind schwach
Fig. 52.
Fig. 53. F'g- 54-
Fig. 52. Seiulus armatus (L. Koch) Tgdh. Epistom. Vergr. 150 : l. Fig. 53. „ „ „ „ „ Hypostom. Vergr. 150:1.
Fig. 54. „ „ „ „ „ Sternal- und Genitalschild.
Vergr. 56:1.
weißlich schimmernd und in der Spitze mit kleinen Härchen besetzt. Die Unterseite ist von 3 Schildern gedeckt, von denen der Ventri-analschild sehr groß ist und dieselbe Skulptur wie die Dorsalschilder besitzt. Er ist nach vorn quer abgeschnitten und grenzt unmittelbar an den Genitalschild, welcher dreieckig ist. Der Sternalschild ist nach hinten breiter als vorn und mit 4 Paar Borsten versehen (Textfig. 54). Das Epistom (Textfig. 52) läuft jederseits in einen medianen, zungenförmigen Fortsatz aus, der durch eine kleine Ausbuchtung von den scharf gezähnten Seitenrändern getrennt ist. Den Bau des Hypostoms zeigt Textfig. 53.
i) Ordo Mesostigmata, p. 21.
Monographie der arktischen Acariden.
33
Ihren Namen armatus verdankt die Art dem Umstand, daß bei dem S das 2. Beinpaar mit kräftigen Spornen versehen ist, die nach dem bei den Parasitus-Arier) gewöhnhchen Typus gebaut sind (s. Fig. 8, Taf. IV bei L. Koch).
Fundort: Novaja Semlja (L. Koch).
Bestimmungstabelle der Gattung Eypoaspis Can. i Epistom zungenförmig, gezähnt 2g. H. ambulans p. 33
\ Epistom abgerundet
30. //. bomhicolens var. groenlandica p. 34
29. Hypoaspis ambulans (Thor.) Textfig. 55-58.
1872 Dermanyssus ambulans, Thorell, 1. c. p. 164.
1878 Gamasus ovalis, L. Koch, 1. c. p. 121, tab. 5, fig. 3, 3a.
1901 Laelaps ovalis (L. Koch), Trägäkdii, 1. c. p. 61.
Das einzig vorhandene Exemplar von D. ambulans stimmt mit denjenigen von G. ovalis vollständig überein.
Von der vorliegenden Art finden sich nur Nymphae generantes. — Im Bau des Epistoms nähert sie sich am meisten H. campeslris Berl. Das Epstom übertrifft jedoch dasselbe des H. campestris bedeutend an Länge und nähert sich dadurch demjenigen der Gattung Emeus Megn. Der Umriß des Körpers ist eiförmig, nach vorn zugespitzt, nach hinten wohl abgerundet. Am Seitenrande vor den Schultern jederseits eine sanfte Ein- buchtung. Die Oberseite des Tieres ist von einem ungeteilten Schild so vollständig bedeckt, daß nur ein sehr kleiner weißlicher Randsaum unbedeckt bleibt. Die ganze Oberseite ist mit kurzen, dicht anliegenden Härchen ^) besetzt, nur am Vorderrand sitzen 2 etwas längere, nach vorn gerichtete Haare. Auf der Unter- seite sind Sternal-, Genital- und Analschilder vorhanden, deren Form Textfig. 56 zeigt. Außerdem sind Spuren von Metapodialschildern vorhanden. Die ganze Unterseite ist wie die Oberseite mit kurzen Härchen besetzt. Auf dem Sternalschild sitzen, regelmäßig verteilt, 5 Paar etwas größere Haare und auf dem Genitalschild 7 Paar
Fig. 55-
Fig. 56.
Fis- 55- Fig. 56. Fig. 57- Fig. 58.
Fig. 57- Fig. 58.
Hypoaspis ambulans (THOR.). Die Oberseite. Vergr. 30: i. „ „ „ Die Unterseite. Vergr. 37,5 : l.
,, „ „ Epistom. Vergr. 620:1.
„ „ ,, Mandibel. Vergr. 620:1.
(Textfig. 56). Das Epistom (Textfig. 57) läuft in eine Spitze aus, deren Rand tief sägeförmig eingeschnitten ist ; die Zähne sind oft gabelförmig geteilt. Die Mandibeln sind in Textfig. 58 abgebildet. Die bei anderen Hypoaspis- Arten vorhandenen, auf dem unbeweglichen Teil der Schere sitzenden Borsten habe ich nicht finden können.
Im Bau der Taster und Beine findet sich nichts Bemerkenswertes. Länge : i mm.
Fundort: Sibirien: Jenissej (L. Koch); Grönland: Tasersuak, 15. August 1890 (W. Lundbeck), Quanersoit (Thorell); Ostgrönland, Rode 0 (Ryder's Expedition); Island, Hekla-Hafen, 1892 (Deichmann).
I) Diese sind in der Textfig. 55 nicht eingezeichnet.
Fauna Atctlca, Bd. IV,
34
IVAR TRÄGÄRDH.
30. Hypoaspis boniMcolens (Can.) var. ffroenlandica nov. var.
Textfig. 59 u. 6o. 1882 Laelaps nanus? Megn., Kkamkr, „Vega"- Expedition, Bd. III, p. 259.
Die vorliegende Varietät i) wurde in großer Menge auf Bombus sp. zusammen mit Parasitus bomborum bei Tigsalük auf Grönland gefunden. Sie hat alle Hauptmerkmale mit H. bombicolens (Can.) 2) gemeinsam, wie uns ein Vergleich der beigefügten Figuren (Textfig. 59 u. 60) mit Berlese's Abbildungen zeigt. Da auch die Mandibeln miteinander völlig übereinstimmen, so ist es außer Zweifel gestellt, daß man auf
den geringen Unterschied, der zwischen der italieni- schen und der grönländischen Form existiert, keinen größeren Wert legen kann , sondern daß letztere als eine Varietät von ersterer aufzufassen ist. Die Varietät unterscheidet sich von der Hauptform durch den viel reichlicheren Borstenbesatz auf der vorderen Hälfte der Rückenseite. Weiterhin ist der Analschild am Hinterende nicht ausgerundet.
Einige Merkmale, die die grönländische Form be- sitzt, dürften auch der italienischen eigen sein, obwohl sie nicht in den Diagnosen von Canestrini und Berlese erwähnt werden. So ist die Textur der Schilder sehr charakteristisch durch die polygonale Areolierung, die nur bei stärkerer Vergrößerung deutlich hervortritt, und durch die ebenfalls nur bei stärkerer Vergrößerung wahrnehmbare feine Punktierung der Chitindecke.
Die von der „Vega"-Expedition bei Jinretlen gesammelte und von Kramer als Laelaps nanus? Megn. bestimmte Acaride war glücklicherweise in den Sammlungen vorhanden. Sie entpuppte sich als mit H. bombi- colens var. groenlandica identisch.
Fundort: Sibirien, Jinretlen („Vega"-Expedition) ; Grönland, Tigsalük auf Bambus sp. (W. Lundbeck).
Bestimmungstabelle zu den Gattungen der Subfamilie Parasitinae.
{? Genitalschild nach vorn abgerundet, parallel mit dem Hinterrand des Sternalschildes . . .2. ? Genitalschild triangulär, nach vorn zugespitzt
Fig- 59-
Fig. 59. Hypoaspis bombicolens (Can.) var. yroeidandica nov. var. Dorsalansicht. Vergr. 48 : l.
Fig. 60. Hypoaspis bombicolens (Can.) var. groenlandica nov. var. Ventralansicht. Vergr. 48 : i.
2.
r Das I. Beinpaar ohne Ambulacren
Gatt. Parasitus Latr. p. 35
Gatt. Macrocheies Latr. p. 39
\Das I. Beinpaar mit Ambulacren Gatt. Cyrtolaelaps Berl. p. 34
Bestimmungstabelle der Gattung Cyrtolaelaps Berl.
( Epistom mit 3 Spitzen . \ Epistom mit einer Spitze
31. C. kochi p. 34 32. C. ezcisus p. 35
31. Cyrtolaelaps kochi Tgdh.
Textfig. 61 u. 62.
1879 Gamasus emarginatus, C. L. Koch, L. Koch, 1. c. p. 119, tab. 4, fig. 7, 7a. 1901 Cyrtolaelaps kochi, TrägIedh. Vorläufige Mitteilung, p. 61.
Die von L. Koch als G. emarginatus ^) abgebildete Art gehört der Gattung Cyrtolaelaps an, was sofort
aus dem charakteristischen Epistom hervorgeht.
1) Daß diese Varietät nicht mit A. coleaptratortim Fabr. identisch sein kann, geht durch den Ausdruck „ano abicante" der Diagnose hervor. Bei der Var. bedeckt nämlich der Rückenschild den ganzen Körper, während bei P. bomborum hinten ein Teil unbedeckt ist.
2) Ordo Mesostigmata.
3) Die von Berlese vorgenommene Identifizierung mit Poecilochirus emarginatus ist unrichtig.
Monographie der arktischen Acariden.
35
Durch den Besitz von 2 Rückenschildern und getrennten Anal- und Ventralschilden zeigt sie sich als mit C. nemorensis (C. L. Koch) am nächsten verwandt. Anderseits hat sie mit C. cornutus Kram. 2 kleine Zapfen am Hinterende des hinteren Dorsalschildes ge- meinsam. Diese sind allerdings sehr klein, und es scheint mir daher nicht unmöglich, daß man sie bei C. nemorensis übersehen hat.
Diese Art kommt auch auf Grönland vor. Die grön- ländischen Exemplare weichen im Bau des Epistoms (Textfig. 62) von den sibirischen ein wenig ab.
In Bezug auf die Form der verschiedenen Schilder verweise ich auf L. Koch's Abbildungen, die ziemlich gut sind.
Fundort: Sibirien, Novaja Semlja (L. Koch); Grönland, Ipiutat, 6. September 1889 (W. Lundbeck).
33. Cyrtolaela2)s excisus (L. Koch) Textfig. 63 u. 64. 1878 Sejus excisus, L. Kocn, 1. c. p. 122, tab. 5, fig. 4, 4a.
Fig. 61.
Fig. 62.
Der schlechte Zustand des einzigen Exemplares erlaubte keine eingehendere Untersuchung. Die Form der 2 Rückenschilder stellt die Art in die Nähe von C. nemorensis (C. L. Koch), von dem sie sich jedoch durch den Bau des Epistoms (Textfig. 64) deutlich unterscheidet. In Bezug auf die Unterseite verweise ich auf L. Koch's Abbildung.
Fundort: Sibirien, Jenissei (L. Koch).
n
Fig. 63.
Fig. 64.
Fig. 63. Cyrtolaelaps exeisus (L. Koch). Rückenschilder. Vergr. 60:1.
Fig. 64. Cyrtolaelaps excisus \L,. Koch). Epistom. Vergr. 620:1.
2.
Bestimm ungstabelle der Gattung Parasitus Latr.
Epistom mit 3 Spitzen 2.
Epistom mit einer medianen Spitze und 2 lateralen, gerundeten Loben . . 33. P. homhorum p. 35 Epistom mit einer medianen Spitze und mehreren kleinen lateralen Zähnen 35. P. spinipedformis p. 37
{Die mediane Spitze vorn ausgerundet 3. Die mediane Spitze nicht ausgerundet 35- P- spinipes p. 36
f Die lateralen Spitzen ausgerundet 36. P. fucicola p. 38
{ Die lateralen Spitzen nicht ausgerundet 37- P- coleoptratorum p. 39
33. Parasitus boniborum Oudms. Textfig. 65.
1780 Äcarus coleoptratorum, Fabeicius , Fauna groenlandica,
p. 224. 1902 Parasitus homborum, Oudemans , New list of Dutch
Acari. Tijdschr. voor Entomologie, XLV, p. 33, tab. 3,
fig. 54 —57.
Die grönländischen Exemplare stimmen in Bau und Behaarung des Rücken- und Bauchschildes vollkommen mit Oudemans' überein. Das Epistom weicht insofern ab, als der mediane Zahn viel größer als die lateralen ist und alle 3 mehr zugespitzt sind als bei seiner Form. Da
36
IVAR TRÄGÄRDH,
aber das Epistom sehr variiert, wie aus den beigefügten Figuren (Textfig. 65) hervorgeht, und Uebergänge zu der typischen Form existieren, habe ich keinen Grund, die grönländische Form als eine besondere Varietät anzusehen.
Fundort: Grönland: Ostgrönland (Ryder's Expedition) 1891 — 1892; W. G. : Tigsaluk, paa Humle, 8. September 1889, (W. L.), Holstenborg paa Humle {Bombus sp.), 18. Juni 1890 (W. Lundbeck).
Weitere Verbreitung: Holland.
34. Parasitus spinipes (C. L. Koch)
Textfig. 66—70.
1840 PoecilocMrus spinipes, C. L. Koch.
1879 Gamasus horealis, L. Koch, 1. c. p. 120, tab. 5, fig. 2, 2a, 2b.
1879 „ tenellus, L. Koch, 1. c. p. 120, tab. 5, fig. 1, la, Ib.
1882 „ rubescens, G. Canestrixi, Gamasi italiani, p. 42, tab. 6, fig. 2.
1882 „ „ G. Can., Beelbse. Ordo Mesostigmata. Pasc. 69, No. 4.
1901 Cystolaelaps horealis (L. Koch), Trägärdh. Vorläufige Mitteilung, p. 61.
Das einzige sehr gut konservierte Exemplar von P. horealis L. Koch, das mir zur Verfügung steht, stimmt mit P. rubescens G. Can., wie letztere Art von Berlese beschrieben und abgebildet wird, sehr gut überein. Vor allem ist dabei darauf Gewicht zu legen, daß sie im Bau des charakteristischen Epistoms mit- einander völlig übereinstimmen (vergl. Textfig. 67 und Berlese's Fig. 2, Taf. LXXXVI). Die Behaarung der Rückenseite ist von Berlese nicht richtig abgebildet. Ich gebe deshalb hier eine neue Abbildung derselben (Textfig. 66).
Fig. 66.
Fig. 69.
Fig. 70.
Fig. 66. Parasitus spinipes (C. L. KocH). Rückenschild der $ (nach den T3'pen von P. horealis L. Koch). Vergr. 48 : l .
Fig. 67. Parasitus spinipes (C. L. Koch). Epistom der J (nach den Fig. 68. Typen von P. horealis L. Koch). Vergr. 620: i.
Fig. 68. Parasitus spinipes (C. L. KocH). Dorsalansicht der J Nymphe (nach den Typen von P. tenellus L. KocH). Vergr. 60:1.
Fig. 69. Parasitus spinipes (C. L. KoCH). Epistom der 5 Nymphe (nach den Typen von P. tenellus L. KoCH). Vergr. 620:1.
Fig. 70. Parasitus spinipes (C. L. KoCH). Hypostom desselben. Vergr. 620 : 1.
Fig 67.
Gamasus tenellus L. Koch, wovon ebenfalls nur ein einziges Exemplar vorhanden war, zeigte sich mit dem von Oudemans ') beschriebenen Männchen von PoecilocMrus spinipes (C. L. Koch) identisch, was aus einem Vergleich zwischen Textfig. 68—70 und Fig. 36 und 37, Taf. VIII bei Oudemans hervorgehen dürfte. Nur ein kleiner Unterschied ist vorhanden, indem bei meinem Exemplar die Schulterborsten und
I) Bemerkungen über Sanremeser Acari. Tijdschr. voor Entomologie, Bd. XLIU, 1900, p. 134, Taf. VIII, Fig. 37—40.
Monographie der arktischen Acariden.
37
die beiden am Hinterrand des hinteren Dorsalschildes befindlichen Borsten die übrigen nicht so sehr an Größe übertreffen, wie es bei P. spinipes der Fall ist. In der letzten Serie von „Notes on Acari" ') behauptet OuDEMANS, gestützt auf eine neue Untersuchung von P. spinipes, daß Gamasus rubescens G. Can. das erwachsene Weibchen von P. spinipes C. L. Koch ist, und daß der von ihm selbst beschriebene P. spinipes die weibliche Nymphe derselben Art ist, während Kocn's Beschreibung auf eine männliche Nymphe gegründet ist. Da ich keine Ursache habe, die Richtigkeit die.ser Behauptung zu bezweifeln, identifiziere ich G. borealis und fenellus mit P. spinipes. G. borealis ist das erwachsene Weibchen und G. tenellus die weibliche Nymphe.
Fundort: Sibirien, Jenissej (L. Koch); Novaja Semlja (L. Koch).
Weitere Verbreitung: Niederland, Deutschland, Italien.
35. Parasitus spinipediforniis nov. spec. Textfig. 71 — 76.
Durch die Form der Dorsalschilder und des Epistoms nähert sich vorliegende Art P. spinipes (L. Koch), wie OuDEMANS (1. c.) sie abbildet. Die Form des Epistoms schließt aber jeden Gedanken an eine Identität der beiden Formen aus (vergl. Textfig. 73 und Fig. 40, Taf. VIII bei Oudemans).
Nur ein einziges Exemplar ist vorhanden, eine Nympha coleoptrata, die auf einer Fliege auf Grönland gefunden wurde. Sie nähert sich also auch in der Lebensweise P. spinipes, dessen Nymphae coleoptratae auf Dipteren gefunden werden.
Fig- 74-
. spec.
spec.
Fig. 76.
Fig. 71.
Fig. 72.
Fig. 73.
Fig. 71. P. spinipediforniis nov. spec. Die Rückenschilder. Vergr. 56,25 : l.
Fig. 72. P. spinipediforniis nov. Ventralansicht. Vergr. 56,25 : l.
Fig- 73- P- spinipediforniis nov. Epistom. Vergr. 150 : l.
Fig. 74. P. spinipediforniis nov. spec. Mandibel. Vergr. H2,5 : i.
Fig. 75. P- spinipediforniis nov. spec. Taster. Vergr. 112,5 : i.
Fig. 76. P. spinipediforniis nov. spec. Hypostom. Vergr. 112,5: l.
Die Farbe ist lichtgelb. Die Haut ziemlich weich. Die Rückenseite von 2 Schildern bedeckt (Textfig. 71). Der vordere ist nach vorn ziemlich breit abgestutzt und an den Schultern ein wenig aus- gerundet; die Kontur des Hinterrandes zeigt eine sanfte centrale Ausbuchtung. Der hintere Schild ist nach vorn breit ausgerundet und mit einer fast kreisrunden hinteren Kontur versehen. Beide Schilder sind nur sehr spärlich mit kleinen Haaren besetzt, deren Verteilung Textfig. 71 zeigt. Auf der Unterseite ist ein drei- eckiger Sternalschild der 4 Paar Haare trägt, und ein kleiner Analschild vorhanden. Außerdem sind 3 Paar Jugularschilder vorhanden (Textfig. 72). Die Behaarung ist spärlich. Die Stigmata liegen auf der Höhe des 4. Beinpaares. Das Epistom läuft in eine scharfe Spitze aus (Textfig. 73), die doppelt so lang wie ihre Basalbreite und ohne Zähne ist. Zu beiden Seiten derselben finden sich kleinere Zähne. Die Hörner des Hypostoms sind lang und schmal, länger als die Lingua (Textfig. 76). Die Taster sind am
I) Eight series. Tijdschr. d. Ned. Dierk. Vereen., (2), Vol. VIII, Afl. 2, p. 78, Taf. V, Fig. 15—17-
38
IVAR TRÄGÄRDH,
I. Glied auf der Innenseite mit einem stumpfen Zahn versehen (Textfig. 75). Die Mandibeln ohne Borsten, mit schwachen und stumpfen Zähnen (Textfig. 74). Die Beine zeigen keine besonderen Merkmale. — Länge ca. I mm.
Fundort: Grönland, Ritenbenk, 20. Aug. 1890, auf einer Fliege (W. Lundbeck).
36. Parasitus fucicola n. sp.
Textfig. 77-82. ?1779 Acarus fucoruni, Fabricius, Reise nach Norwegen.
Diese Art steht P. fucorum (de Geer), wie sie Moniez beschreibt i), sehr nahe. Sie unterscheidet sich jedoch deutlich davon durch den abweichenden Bau des Epistoms, der Taster und Mandibeln. Der von Fabricius auf seiner Reise in Norwegen unter Fucus gefundene Acarus fucorum wird von Moniez und Oudemans mit P. marinus Brady -) identifiziert. Moniez begründet nicht seine Identifizierung, Oudemans dagegen macht den Hinweis, daß die von Fabricius gegebene Diagnose „pallidus ; lineis duabus dorsalibus flexuosis nigris, pedibus posticis brevissimis incurvis" ganz auf seine Exemplare von F. marinus (Brady)
Fig. 77- Fig. 78. Fig. 79') Fig. 8oa, b, Fig. 81. Fig. 82.
Fig. 80. Fig. 81.
Parasitus fucicola n. sp. Mandibel (J, Vergr. 112,5: l.
„ „ 2. Beinpaar (J. Vergr. 50:1.
„ „ Dorsalansicht J. Vergr. 50: i.
„ „ Epistom 5. Vergr. 620:1.
„ „ Mandibel J. Vergr. 112,5:1.
„ „ Taster ?. Vergr. 112,5: i.
Fig. 82.
Fig. 78.
paßt. Diese zeigen nämlich auf dem Rücken 2 schwärzliche Linien (die durch den Darminhalt hervorgerufen werden) und tragen die hinteren Beine unter dem Abdomen zurückgebogen. Die beiden Charaktere, die wohl ziemlich zufälliger Natur sind, hat aber P. fucicola mit P. marinus gemeinsam. In der Fabricius- schen Diagnose finden sich keine Angaben, welche zu Gunsten einer Identifizierung mit der einen oder der anderen dieser Arten sprechen. Wegen der nördlichen Fundorte von Ä. fucorum Fabricius bin ich aber geneigt, sie mit meinem P. fucicola zu identifizieren, was leider noch nicht entschieden werden kann, da die Parasiten Norwegens noch nicht untersucht worden sind. Da die Art, wie oben gesagt, P. fucorum^) (de Geer) sehr nahe steht, genügt es, den Unterschied hervorzuheben.
1) R. Moniez, Acariens et Insectes marins des cötes du Boulonnais. Revue Biol. du Nord de la France, 1890, p. 152 bis 159, Fig. 1—7.
2) 1. c.
3) Der vordere Dorsalschild hat dieselbe Zeichnung wie der hintere.
4) Ob wirklich der von Moniez beschriebene P. fucoruni mit dem von Berlese beschriebenen identisch ist, erscheint mir sehr fraglich. Ich vergleiche hier meine Art nur mit der von M. beschriebenen.
Monographie der arktischen Acariden. 3q
S. Unter den Exemplaren war ein S vorhanden, der im Bau des l. Beinpaares (Textfig. 78) mit dem von Moniez beschriebenen P. fucorum var. ji fast vollständig übereinstimmt (s. 1. c. Fig. 5). Auch die Mandibeln zeigen eine große Aehnlichkeit, wenn wir von dem Unterschied absehen, der darauf beruht, daß Moniez wohl nicht genau alle die kleineren Zähne abgebildet hat. Das Epistom ist bei der Präparation der Mandibeln zerstört worden, so daß ich nicht sagen kann, ob es ebenfalls mit demjenigen von P. fucorum var. ß übereinstimmt.
?. Auf der Oberseite des Tieres sind die Haare auf den Rückenschildern, wie Textfig. 79 uns zeigt, plaziert. Moniez erwähnt überhaupt nicht die Plazierung der Haare. Das Epistom (Textfig. 80) variiert sehr: zuweilen kann man, wie bei P. fucorum, außer dem medianen Zahn, der immer zweigespaltet ist, jeder- seits 2 größere Zähne bemerken. Fast immer ist das Epistom mehr oder minder asymmetrisch, bisweilen ist die Asymmetrie sehr ausgesprochen (Textfig. 80). Wenn man auf die Genauigkeit der von Moniez gegebenen Zeichnungen sich verlassen kann, so ergiebt sich als Unterschied, daß bei P. fucorum der mediane Zahn verhältnismäßig länger ist und daß die Seitenränder mit Ausnahme von 3 bis 4 größeren Zähnen völlig eben sind, während sie bei P. fucicola meist fast der ganzen Länge nach unregelmäßig gezähnt sind. In Anbetracht der großen Variation dieses Organes, sowohl bei P. fucorum wie bei P. fucicola, ist aber auf diesen Unterschied kein größeres Gewicht zu legen. Im Bau der Mandibeln (Textfig. 81) stimmen die Formen insofern miteinander überein, als sie beide im beweglichen Teil der Schere 3 und im unbeweglichen 5 Zähne haben. Sonst unterscheiden sie sich dadurch, daß ersterer Teil bei P. fucicola kürzer, bei P. fucorum dagegen länger als der unbewegliche Teil ist. Auch in der relativen Größe der ver- schiedenen Zähne existieren Verschiedenheiten (vgl. Textfig. 81 und Fig. 3, p. 156, bei Moniez). Die Taster (Textfig. 82) tragen 3 umgewandelte Borsten, die sog. Calceoli, von denen 2 auf der Innenseite des 3. und eine auf der Innenseite des 2. Gliedes i) sitzen. Sie sind nicht zugespitzt, sondern mit einer meißeiförmigen Schneide versehen.
Fundort: Grönland: Godhaab, 20. August 1883 (Th. Neergaard); Ikamint, 14. Juli 1890 [unter faulendem Tang] (W. Lundbeck).
37. Parasitus coleoptratorutn (L.) Kr.
1879 Gamasus coleoptraiorum (L.), L. Koch, 1. c. p. 119.
1882 „ „ (L.), Kramer, „Vega"-Expedition, Bd. III, p. 529.
Von der mit diesem Namen von L. Koch bezeichneten Acaride finden sich keine Exemplare in den Sammlungen, und da er keine Abbildung davon giebt, ist es unmöglich zu entscheiden, ob die Identi- fizierung berechtigt ist. Dagegen dürfte man mit Sicherheit annehmen können, daß Kramer's Bestimmung zuverlässig ist, da es gerade Kramer ist, welcher die jetzt allgemein mit dem Namen P. coleoptraiorum (L.) bezeichneten Acariden ausführlich beschrieben hat.
Fundort: Sibirien: Krasnojarsk (L. Koch), Jinretlen („Vega"-Expedition).
Weitere Verbreitung: Ganz Europa.
BestimmungstabeUe der Gattung Macrocheies Latr.
f Körper mit wohl abgesetzten Schultern, am Hinterrande breit abgerundet . . 38. M. arcticus p. 40 ( Körper ohne wohl abgesetzte Schultern, am Hinterende zugespitzt . . . . ^g. M. exilis p. 40
4) Wenn Moniez für P. fiKoritm angiebt, daß 2 solcher Borsten auf dem 3. Gliede und eine auf dem 4. stellt, dürfte dies so zu erklären sein, daß er die Glieder vom Endglied rechnet.
40
IVAR TRÄGÄRDH,
38. Macrocheies arcticus (Kram. u. Neum.) Textfig. 83-87. 1883 Gamasus arcticus Kramer u. Neumann, „Vega"-Expedition.
Diese Art wird von Berlese ^) mit M. terreus Can. u. Fanz. identifiziert. Tatsächlich steht sie auch letzterer am nächsten, unterscheidet sich aber sehr wohl von ihr durch den Bau des Epistoms, der Mandibeln und durch andere Charaktere. Auf der Oberseite sind am Vorderrand 2 etwas größere Haare, die jedoch nicht wie bei M. terreus kolbenförmig erweitert, sondern von dem bei dieser Art gewöhnlichen Habitus sind. Uebrigens sind die Haare so auf dem Rücken verteilt, wie uns Textfig. 83 zeigt, also nicht wie bei M. terreus. Auf der Unterseite (Textfig. 84) sind die Schilder hauptsächlich wie bei M. terreus gebaut, abgesehen davon, daß der Ventri-analschild halb so lang wie breit ist, während bei M. terreus die Breite die Länge ein wenig übertrifft. Ob sie sich auch in der Verteilung der Haare unterscheiden, ist
Fig. 85. Fig. 86. Fig. 87.
Fig. 83. Macroeheles arcticus Kr. u. Neum. Dorsalansicht. Vergr. 24 : l.
Fig. 84. „ „ „ „ „ Ventralansicht. Vergr. 24:1.
Fig. 85. „ ,, V „ „ Epistom.
Fig. 86. „ ,. „ „ „ Mandibel. Vergr. 150:1.
Fig. 83. Fig. 84. Fig. 87. „ „ „ ., „ Hypostom. Vergr. 120 : I.
unmöglich zu ermitteln, da Berlese keine Haare abgebildet hat. Ueber den Bau des Epistoms (Textfig. 85) bin ich zufolge seiner großen Durchsichtigkeit trotz Anwendung von 970-facher Vergrößerung nicht ganz ins klare gekommen. So viel ist aber sicher, daß es nicht wie bei M. terreus (Oudemans, 1. c. Fig. 185) gebaut ist, sondern an den Seiten der medianen Spitze 2 kleine spitze Zähne hat. Ob die Asymmetrie der medianen Spitze normal ist, kann ich nicht entscheiden, da mir nur ein einziges Exemplar zur Verfügung stand. Der bewegliche Teil der Mandibelschere (Textfig. 86) hat 2 Zähne und ist auf der Einlenkungsstelle mit einer Fiederborste versehen. (Bei 31. terreus hat derselbe 3 größere und mehrere kleinere Zähne.) Den Bau des Hypostoms zeigt Textfig. 87.
Fundort: 2 ? auf der Bering-Insel („Vega"-Expedition).
39. Macroeheles exills (Banks)
1900 Holostaspis exilis Banks, Papers from the Herriman-Alaska-Expedition. XI. Entomological Results, (5) Arachnida, in: Proceedings of the Washington Academy of Sciences, Vol. II, 1900, p. 485, tab. 29, fig. 1.
Fundort: Alaska: Yakutat, Berg-Bucht, Sitka und Popof Insel.
Subfamilie Epicriinae. Gattung: Zercon (Asca). 40. Zercon triangularis C. L. Koch. Fundort: Jan Mayen, 16. Juni 1899, unter Moos (J. Arwidsson); 23. Juni 1899 Englische Bucht unter Amblystegium etc. (J. Arwidsson) ; Island, Hekla-Hafen 1892 (Deichmann). Weitere Verbreitung: Italien, Deutschland.
I) Acari, Myriapodi et Scorpiones etc., Ordo Mesostigmata, p. 63.
Monographie der arktischen Acariden.
41
Fig. 88.
Fig. 89.
Fig. 88. Zercon lundbecki nov. spec. Dorsalansicht.
Vergr. 75 : l. Fig. 89. „ „ „ „ Ventralansicht.
Vergr. 75:1.
41. Zercon lundbecki nov. spec.
Textfig. 88 u. 89.
Es liegen mir von dieser Art 4 Männchen vor, die auf einer Fliege (Anthomyia sp.) bei Egedes-
minde auf Grönland von W. Lundbeck gefunden sind.
Sie steht Z. affinis Oudemans am nächsten und stimmt mit
dieser Art in Bau und Form der Dorsalschilder überein
(Textfig. 88 u. 89). Sie entbehrt aber der bei Z. affinis am
Hinterende und an den Schultern vorhandenen längeren und
dickeren Borsten. Das Sternigenitalschild verschmälert sich
nach hinten und endet zungenförmig abgerundet (Textfig. 89).
Den Bau des Epistoms habe ich nicht genau ermitteln können.
Soviel dürfte jedoch sicher sein, daß das Epistom
nicht in eine lange Spitze ausläuft, sondern wahrscheinlich
sanft abgerundet ist.
Länge 0,75 mm.
Fundort: Grönland, auf einer Fliege {Anthomyia sp.), Egedesminde, S.Juli 1890 (W. Lundbeck).
Subfamilie Uropodinae.
Gattung : Vrosejns.
43. TJrosejus acuniinatns (Koch) Berlese
1894 Urosepis acuminatus (Koch) Berlese, Troitessart, Eevision des Acariens des regions arctiques. Mdm. de la Sog. Nat. des Sei. nat. et math. de Cherbourg, 1892—95, T. XXIX, p. 188.
Ein typisches Männchen ist nach Trouessart von M. Pouchet auf einem Rentiercranium aus Spitz- bergen gefunden.
Fundort: Spitzbergen.
Weitere Verbreitung: Deutschland, Italien.
Laelaps sp. Eine Nymphe (Trouessart). Fundort: Spitzbergen.
Parasitus sp. Verschiedene Arten a.\i.i Necropliorus sp., Alaska : Sitka undKadik. Keine erwachsenen Individuen (Banks). Fundort: Alaska.
Familie Trombidüdae.
5-
Bestimmungstabelle der arktischen Subfamilien der Familie Tromlidiidae. Die Larven weichen in Körperform und Bau der Mundteile von den Erwachsenen völlig ab . • 5-
Die Larven ähneln den Erwachsenen (abgesehen von der Zahl der Beine) 2.
Penis vorhanden . 3.
Kein Penis vorhanden 4.
Mandibeln mit Klaue versehen Erythracarinae p. 4g
Mandibeln stilettentragend Raphignathimie p. 49
Mandibeln mit Schere versehen BdeUinae p. 45
Mandibeln mit Klaue versehen Eupodinae p. 42
Mandibeln stilettförmig Erythraeinae (Bhyncholophinne) p. 54
Mandibeln klauentragend Trombidiinae p. 50
Fauna Arctica, Bd. IV. 6
42
IVAR TRÄGÄRDH,
Bestimmungstabelle der Subfamilie Eupodinae. ( Mandibeln scherenförmig .... Gatt. Bhagidia Thorell (= Nörneria u. Poecilophysis) p. 44 ( Mandibeln nicht scherenförmig 2.
{Der Exkretionsporus öffnet sich auf dem Rücken . Gatt. Penthaleus C. L. Koch (Notaphallus) p. 43 Der Exkretionsporus öffnet sich auf der Bauchseite . Gatt. Chromotydaeus^) Berlese (Penthaleus) p. 42
43. Penthaleus arcticus Tgdh.
Textfig. 90 — 92.
1900 Penthaleus arcticus, Trägäedh, 1. c. p. 19, tab. 2, fig. 5, 6. 1902 „ „ TrägIedii, 1. c. p, 6.
Wie ich bei der Beschreibung dieser Art betonte, steht sie C. ovatus (Koch) Berlese sehr nahe. Da diese letztere Art aber ziemlich oberflächlich beschrieben worden ist und ich kein Material davon habe, ist es mir auch heute unmöglich, zu entscheiden, ob die beiden Arten specifisch verschieden sind oder nicht. Bei einer näheren Untersuchung des auf der Bären-Insel gesammelten Materiales stellte es sich heraus, daß C. arcticus einerseits mehr mit C. ovatus übereinstimmte, als ich anfangs vermutete, andererseits von Berlese's Diagnose ganz bestimmt in einigen Beziehungen abweicht. Schließlich habe ich dabei auch einige Charaktere gefunden, die gewiß von generischem Werte sind, von Berlese aber gar nicht erwähnt werden. Die Chitindecke ist ganz wie bei C. ovatus gebaut, d. h. mit punktförmigen Erhöhungen, die in polygonale Felder begrenzenden Reihen sitzen, geschmückt. Die V-förmige Depression auf dem Rücken wird durch 2 verdickte Chitinleisten begrenzt, die hinten zusammenlaufen, nach vorn sich bis zu den Schultern erstrecken, wo sie jederseits nach innen und hinten gebogen sind (Textfig. 92). Die kleine dadurch gebildete, nach hinten gerichtete Konvexität ähnelt sehr einer Augenlinse. Ja, es ist sogar möglich, daß die Augen gerade hier placiert sind, denn sonst habe ich weder an durch Glycerin erhellten, noch an Kalilauge- präparaten irgendwelche Augen gefunden. Auf der Oberseite des Tieres sind folgende Borsten vor- handen : An dem Vorder- rand 2 nur bei sehr starker Vergrößerung sichtbare Borsten ^), die tief in einer von einem starken, licht- brechenden Chitinring be- grenzten Grube einge- senkt sitzen (Textfig. 92). Es entspricht dieses Ge- bilde ohne Zweifel dem sog. Capitulum, denn sonst findet sich kein Capitulum von dem gewöhnlichen Bau. Berlese sagt in der Gattungsdiagnose von Chromotydeus „ . . anterius capitulo minus conspicuo". In der Beschreibung von C. ovatus erwähnt er nicht das Capitulum, auf Fig. 5, Taf. XXVIII, die zu der Gattungsdiagnose gehört, welcher aber allem Anschein nach die Art P. ovatus zu Grunde liegt, ist jedoch ein deutliches, mit 2 Borsten versehenes Capitulum zu sehen. Hierin ist also ein bedeutender Unter- schied zwischen C. ovatus''^) und G. arcticus vorhanden. Am Vorderrande sind weiterhin 2 Paar gefiederter
Fig. 90.
Fig. 91.
Fig. 92.
Fig. 90. Penthaleus arcticus Tgdh. Dorsalansicht. Fig. 91. „ „ „ Seitenansicht.
Fig. 92. ,. „ „ Vordere Körperhälfte. Vergr. 496 : i.
i) Ueber die geänderten Namen der Gattungen Notophallus und Penthaleus, siehe: BERLESE, Acarijnuovi, Estr. dal „Redia", Vol., fasc. 2, 1903, p. 252.
2) Diese sind auf Fig. 92 nicht zu ersehen.
3) Nach Berlese's Abbildung zu urteilen, Acari Myriapodi etc., Ordo Prostigmata.
Monographie der arktischen Acariden.
43
Borsten vorhanden, von denen das mediale Paar kürzer und dicker ist als das laterale (Textfig. 92). Auf der Oberseite des Körpers finden sich außerdem ein Paar lange Schulterborsten, die nicht gefiedert sind, und hinter ihnen, mehr einander genähert, 2 Paar sehr kurzer Fiederbörstchen. An den Seiten des Körpers sind einige kaum merkbare gefiederte Börstchen vorhanden und ebenso 2 am hinteren Rande des Körpers. Auf der Unterseite des Körpers sind an der Genital- und der Analöffnung je 2 Paar Borsten vorhanden, das eine vor, das andere hinter den resp. Oeifnungen. Außerdem sitzen vereinzelt einige kleine Borsten. Eine sehr beachtenswerte Thatsache ist, daß ein Epistoma vorhanden ist, das die Basis des Rostrums umfaßt und in einen breit-zungenförmigen Fortsatz ausläuft. Zu beiden Seiten dieses Fortsatzes ragt ein spitzer Zapfen hervor, auf dem die Tracheen auf der Unterseite münden. Diese Fortsätze entsprechen somit den bei Bryobia, GecJcobia u. a. vorhandenen Peritremata. Daß man diese Gebilde bis jetzt nicht beobachtet hat, mag so erklärt werden, daß der Körper so hoch hervorgewölbt ist, daß er sie ganz überdeckt. In Bezug auf Taster und Mandibeln verweise ich auf die in meiner oben citierten Abhandlung gegebenen Figuren.
Die Farbe 1). Der Körper dunkel-rotbraun, an den Seiten blaßrot; die dreieckige Vertiefung am Rücken weißlich ; die Füße sind hellrot.
Fundort: Bären-Insel (G. Andersson).
Weitere Verbreitung: Lappland (TrägIrdh).
Bestimmungstabelle der Gattung Penthaleus C. L. Koch.
44. P. haematopus p. 43 45. P. insulanus p. 44
r Die Beine länger als der Körper; das letzte Tasterglied zugespitzt .
l Die Beine von der Länge des Körpers ; das letzte Tasterglied abgestutzt .
44. Penthaleus haematopus (K. R. Can.)
Textfig. 93.
1840 Penthaleus haematopus, C. L. Koch, 1. c. Fase. 1, fig. 12.
1886 NotopJiallus haematopus (C. L. Koch), R. Canesteini, Acarofauna It., p. 210.
1882 „ „ (C. L. Koch), A. Beelese, 1. c. Pasc. 9, No. 5, tab. 36.
Diese Art ist durch den eigentümlichen Bau der Mandibeln sehr leicht erkennbar. Um die Identität der grönländischen Exemplare mit den von Berlese abgebildeten außer Zweifel zu setzen, bilde ich eine Mandibel der grönländischen Form ab.
Bei einer genauen Vergleichung zwischen der grönländischen und der italienischen Form (wobei ich leider nur Berlese's Figur als Material hatte) stellte es sich heraus, daß erstere sich von der südlichen Form in ganz derselben Weise unter- scheidet, wie so viele andere arktischen Formen, nämlich durch Reduzierung der Beine und der Mundteile.
Fig. 93. Penthaleus /laematopus. Schere der Mandibel. Vergr. 310:1.
aus Grönland) '
Länge der Beinglieder
Total- länge
des I. Paares
0,72 0,72
0,05 0,23 0,05 1 0,22
0.15 0,15
0,21 0,20
0,18 0,18
Total- länge
0,82 0,80
des 4. Paares
0,05 0,22 I 0,16
0,05 |o,2I |o,I3
0,21
0,19
o,is 0,14
Total- länge
0.79 0,72
Länge der Tasterglieder
Total- 2. 3. 6. länge
0,012
0.054
0,024 0,018
0,108
Länge der Man- dibel
0.15
Länge des beweg- lichen Teiles
0,036
Wenn wir die gesamte Körperlänge als i bezeichnen, verhält sie sich also bei der grönländischen Form zu der Länge des i. Beinpaares wie i : 1,13, während bei Berlese's Figur dasselbe Verhältnis i : 1,5
i) Nach in Lappland 1900 an lebendigen Exemplaren gemachten Beobachtungen.
44 IVAR TRÄGÄ.RDH,
ist. Vergleichen wir die relative Länge der Mandibel und des beweglichen Teiles derselben, so ist sie bei der grönländischen Form (s. die Tabelle) 4:1, während sie bei Berlese's Figur 2,6 : i ist. Also ist bei der grönländischen Form eine Verkürzung des beweglichen Teiles eingetreten. Vergleichen wir die Länge der Taster und Mandibeln bei beiden Formen, so finden wir, daß diese bei der grönländischen Form 2 : 3 ist, während sie bei Berlese's Figur 4 : 3 ist. Die Taster sind also bei der grönländischen Form im Ver- hältnis zu den Mandibeln gewaltig reduziert.
Fundorte: Westgrönland: Arsäk, 10. August 1889, »^uf Taraxacum" (W. Lundbeck); Tasiusak, 23. Juli 1889, „unter Steinen" (W. Lundbeck); 18. Juli 1889 Nekamiut (W. Lundbeck); 3. August 1890 Claushavn ;(W. Lundbeck); Ritenbenk, 10. Oktober 1890; Ostgrönland: Cap Stewart, 5. August 1891 (Ryder's Expedition); 30. JuU 1899 in Moos (J. Arwidsson).
Weitere Verbreitung: Italien, Deutschland.
45. JPenthaleus insulanus (Thor.) Tgdh.
1871 PentJialeus insulanus, Thobell, 1. c. p. 702.
1878 Tetranychus borealis, L. Koch, 1. c. p. 129, tab. 6, fig. 7.
1900 Notophallus insulanus (Thor.), TrägIrdh, 1. c. p. 16, Textfig. 2, tab. 2, fig. 4.
In Bezug auf die Synonymik verweise ich auf meine oben citierte Abhandlung (1900).
Die daselbst gegebene Beschreibung der Mandibeln ist insofern zu korrigieren, als das unbe- wegliche Glied der Schere ganz wie bei den übrigen Penthaleus- Arten fingerförmig geteilt ist. Bei der der Abbildung zu Grunde liegenden Mandibel waren diese Finger abgebrochen. Sie nähert sich dadurch sehr P. minor R. Can., derjenigen von den Penthaleus- Arten, der sie durch den Bau der Taster, die Länge der Beine und die Behaarung des Körpers auch sonst am nächsten kommt. Der einzige Unterschied, den ich zwischen ihnen habe finden können (nach Berlese's Beschreibung und Abbildung zu urteilen, denn ich hatte nicht Gelegenheit, P. minor zu untersuchen), ist, daß die Palpen bei P. minor 3 rückständige Borsten am 2. Glied haben, während P. insulanus deren 2 hat, und daß die Schere bei P. insulanus verhältnismäßig kürzer ist. Bei P. minor erreicht sie nämlich nach Berlese ^/^ der ganzen Mandibularlänge, bei P. insulanus nur Vii- (Länge der Mandibel 0,141, der Schere 0,024.) Auf diesen Unterschied ist aber wohl nicht großer Wert zu legen, und es ist daher einzig und allein der Umstand, daß ich nicht Gelegenheit gehabt habe, P. minor selber zu untersuchen '), der mich veranlaßte, vorläufig-jP. insulanus nicht als eine Varietät von P. minor aufzustellen.
Fundorte: Sibirien: Novaja Semlja (L. Koch); Bären-Insel (Thorell, G. Andersson) ; Jan Mayen, 23. Juni 1899, an der englischen Bucht, unter Moos und Saxifraga oppositifolia (J. Arwidsson); Ostgrönland: Cap Stewart, Scoresbory-Straße, 30. Juli 1899, unter Moos (J. Arwidsson), und 5. August 1891 (Ryder's Expedition).
46. Rhagidia gelida Thor.
1871 Rhagidia gelida, Thorell, 1. c. p. 700.
1879 „ „ Thorell, L. Koch, 1. c. p. 123, tab. 5, fig. 6a— d.
1879 Penthaleus crassipes, L. Koch, 1. c. p. 130, tab. 7, fig. 1.
1879 „ borealis, K. Koch, 1. c. p. 129, tab. 6, fig. 8.
1883 Scyphius hamatus. Kramer u. Neumann, „Vega"-Expeclition, p. 524, tab. 40, fig. la, b, c.
1900 Rhagidia gelida, Thorell, Trägärdh, 1. c. p. 18, tab. 2, fig. 2, 3.
1902 „ „ Thorell, Trägärdh, 1. c. p. 7.
1897 „ gelosa, Thorell, Michael, Report etc., p. 656.
i) P. minor ist bis jetzt nur in Italien gefunden worden.
Monographie der arktischen Acariden. az
Ich verweise in Bezug auf die Synonymik auf meine oben citierte Arbeit (1900). Es wurde damals von mir hervorgehoben, daß die Gattung Nörneria R. Can. und Rhagidia Thor, miteinander zusammen- fallen und daß somit, da letztere sich der Priorität erfreut, der Name Nörneria gestrichen werden muß. Kurz bevor meine Abhandlung fertig war, erschien ein Aufsatz von Nathan Banks in „The Canadian Entomologist" ^), worin er dieselbe Meinung vertrat und auch zeigte, daß die von Cambridge aufgestellten Gattungen Poecilophysis) und Scyphoides Berlese mit Rhagidia zusammenfallen.
Zu der Gattung stellte er außerdem unter anderem ScypMus hamatus und japonicus Kramer u. Neu- mann aus Japan.
Im Juni 1897 lenkte auch Michael die Aufmerksamkeit darauf, daß Rhagidia'^) und Nörneria ein- ander decken.
Von S. hamatus und S. japonicus Kramer u. Neumann, von welchen nur ersterer hier in Betracht kommt, sind in den Sammlungen keine Exemplare vorhanden. Wie aus den von dem Taster und der Mandibel des ersteren gegebenen Abbildungen ohne weiteres hervorgeht, ist diese Art mit R. gelida identisch.
Die vorliegende Art steht R. gigas R. Can. sehr nahe. Sie unterscheidet sich jedoch deutlich von ihr durch den Bau der Taster, bei denen das 4. Glied länger ist als das 2. (bei R. gigas ist das 2. Glied länger als das 4.) und die Borsten des 4. Gliedes kürzer als das Glied selbst, während bei R. gigas die Borsten am Ende des Gliedes die Länge desselben fast um die Hälfte übertreffen.
Auch das bewegliche Glied der Mandibelschere unterscheidet sich, und zwar durch seine weniger schlanke Gestalt, von demjenigen der R. gigas. Es sind dies jedoch ziemlich unbedeutende Merkmale, und möglicher- weise ist R. gelida nur eine nördliche Form von R. gigas, eine Frage, die ich aus Mangel an Material noch nicht entscheiden kann ^).
Fundorte: Sibirien: Preobraschenie-Insel, St. Lawrence-Bucht (Kramer u. Neumann); Novaja Semlja (C. Koch) ; Spitzbergen (Thorell) ; Bären-Insel (Trägärdh) ; Jan Mayen, in Moos 23. Juni 1899 (J. Arwidsson) ; Westgrönland: Ritenbenk (nahe 70»), 27. August 1890 (W. Lundbeck); Island: Hekla-Hafen 1892 (Deich- mann) ; Franz Josephs-Archipel, Northbrook-Insel, Cap Flora (Michael).
Weitere Verbreitung: Arktisches Lappland, 1900 (Trägärdh)).
Bestimmungstabelle der Subfamilie Bdellinae.
( Das 3. Tasterglied undeutlich von dem 2. abgesetzt Gatt. Cyta v. Heyden p. 4g
\ Sämtliche Tasterglieder voneinander wohl abgesetzt Gatt. Bdella Latr. p. 45
Bestimmungstabelle der Gattung Bdella Latr.
rDie Mandibeln tragen nur eine Borste So. B. longirostris.
\ Die Mandibeln tragen 2 Borsten 3.
Die Mandibeln tragen mehrere Borsten 2.
( Die Endborsten des 5. Tastergliedes länger als die übrigen . . . 48. B. capillata var. pallipes.
\ Die Endborsten des 5. Gliedes nicht länger als die übrigen 47. B. littoralis.
i Das 2. Tasterglied mehr als doppelt so lang wie das 5 49. B. vulgaris var. decipiens.
(Das 2. und das 5. Tasterglied von annähernd derselben Länge . . . . 51. B. groenlandica.
I
1) On two genera of Mites, Vol. XXXII, Februar, 1900, p. 30.
2) Er nennt die Art irrtümlicherweise R. gelosa.
3) Es möchte hier erwähnt werden, daß Trouessart eine in der Antarktis gefundene ß.-Art, nur als Subspecies von R. gigas unterscheidet. Exp. Antarct. Beige, Rapports scientifiques, Zoologie, Acariens, 1903, p. 4.
46 IVAR TRÄgIrDH,
47. Bilella littoralis (L.)
1745 Äcarus littoralis, Linn£, Ölöndska Resan, p. 96.
1758 „ „ LiNNf;, Systema Naturae, Vol. X, p. Gl 8.
1780 „ „ Otto Fabricius, Fauna groenlandica, p. 225.
1794 „ „ J. Chu. Fabkicius, Entomologia systematica, T. IV, p. 433.
1847 Bdella hasteri, Johnston, The Acarides of Berwickshire specifically described, Trans. Beiwick. Naturalists
Field Club, Vol. II, p. 221. 1871 B. arctica, Thorell, Om Arachnider fr. Spetsbergen och Beeren-Eiland, ÖtV. Kongl. Vet. Akad. Förhandl., 1871,
No. 6, p. 698. 1879 B. grandis, L. Koch, Arachniden aus Sibirien und Novaja Semlja, Kongl. Vet. Akad. Handl., Bd. XVI, No. 5,
p. 133, tab. 7, fig. 7. 1883 B. villosa, Kr.\mer u. Nbumann, Acariden während der „Vega"-Expedition eingesammelt, „Vega"-Expedition,
Vetensk. Arbeten, Bd. III, p. 525, tab. 41, fig. 2. ? 1884 B. marina, Packard, Notes on salt water Insects, American Naturalist, Vol. XVIII, p. 826. 1888 Eupalus sanguineus, Trouessart, Gompt. Rend. de l'Acad. d. Scienc. nat, T. CVII, p. 753 — 756. 1894 Bdella sanguinea, Troue.ssart, Note sur une grande espece de Bdelle maritime originaire d'Islande, Journ.
Anat. et Physiol. (Robins.) T. XXX, No. 1, p. 117—125. 1897 B. arctica, Thorell, Kramer, Grönländische Milben, Bibliotheca zoologica, Heft 20, Lief. 3, VI, p. 79, fig. 1, a, b. 1897 B. villosa, Kramer u. Neumann, Oudeman.s u. Koenike, Acari collected of Willem Barents-Expedition, Tijdschr.
voor Entomologie, Bd. XL, p. 238. 1900 B. arctica, Thorell, Trägardh, Acariden der Bären-Insel, Bihang t. Kongl. Sv. Vet.-Akad. Handl., Bd. XXVI,
Afd. 4, No. 7, p. 9.
1900 B. sanguinea, Trt., Trägardh, ibid.
1901 B. hasteri, Johnst.,- f. arctica (Thor.), Trägardh, Revision etc., Zool. Anzeiger, Bd. XXV, No. 660, p. 61.
1902 B. littoralis (L.), Trägardh, Zur Kenntnis der litoralen Arten der Gattung Bdella Latr., Bih. t. Kongl. Sv.
Vet.-Akad. Handl., Bd. XXVII, Afd. 4, No. 9.
In Bezug auf die Synonymik dieser Art verweise ich auf meine oben citierte Abhandlung (1902). Ich wiederhole jedoch hier einen Teil der Beschreibung. Die Länge des erwachsenen Tieres variiert zwischen 2 und 3 mm bei einer Körperbreite von 0,8 — 1,2 mm. Die Mandibeln tragen auf ihrer Rücken- fläche 10 — 14 Haarborsten. Die Taster sind lang und kräftig entwickelt. Das 2. Glied, das die anderen an Dicke übertrifft, nimmt nach dem distalen Ende zu allmählich an Dicke zu. Die übrigen Glieder sind ihrer ganzen Länge nach von gleicher Dicke; das 5. ist fast cylindrisch, schmäler als die übrigen und an der Spitze abgerundet. Die Längenverhältnisse der Glieder vom 2. bis zum 5. sind durch 0,459, 0,081, 0,171, 0,432 mm (bei einem Exemplare von 3 mm Länge) ausgedrückt. Hieraus ist ersichtlich, daß das 2. Glied das 5. ein wenig übertrifft und daß das 4. eine etwas größere Länge als das 3. erreicht. Uebrigens variieren die Glieder an Länge nicht unbeträchtlich, wie ich in der Revision dargethan habe. Die Borsten der Taster- glieder sind in folgender Weise geordnet. Am 2. Gliede sind die Haarborsten wesentlich in der inneren distalen Hälfte aufgestellt — am Grunde des Gliedes befindet sich, auf der Unterseite inseriert, nur eine Borste — und in 2 Reihen geordnet; die eine Reihe enthält 2 Rückenborsten, die andere gewöhnlich 4, welche distalwärts an Länge zunehmen. Ziemlich oft trifft man deren nur 2 an, und zwar sind dabei die beiden kleineren proximalen verschwunden. Das 3. Glied trägt nur eine Rückenborste. Am 4. Gliede sind 4 — 6 Borsten vorhanden ; diejenigen 4, die sich regelmäßig wiederfinden, sind sehr weit nach dem Vorder- ende des Gliedes gerückt. 2 von ihnen sind nach oben, die 2 anderen nach unten gerichtet; von den letzteren ist die auf der Innenseite des Gliedes befindliche kräftiger und erreicht die Länge der längsten Borsten des Endgliedes. Das 5. Glied trägt eine große, ziemlich variierende (17 — 23) Anzahl von Borsten, die gleichmäßig über das ganze Glied verteilt sind. Die am Ende des Gliedes eingefügten über- treffen, obwohl ziemlich unbedeutend, die übrigen an Länge.
Monographie der arktischen Acariden. ^y
Fundorte: Arktisches Sibirien, Novaja Semlja, Spitzbergen, Bären-Insel, Jan Mayen, Island, Ost- grönland, Jamesons-Land, 8. Mai 1891 (Ryder's Expedition), R0de 0 (Ryder's Expedition), Westgrönland, Holstenborg, Kristianshaab, Egedesminde, Vistnaes, Jakobshavn, Agpiletak, Ikamiut u. a. Lokalitäten.
Weitere Verbreitung: England, Schweden, Norwegen, Frankreich.
48. Bdella capillata Kram, van pallipes (L. Koch)
1879 Bdella pallipes, L. Kocii, 1. c. p. 131, tab. 7, fig. 4.
1901 S. basteri, Johnst. f. pallipes (L. Koch), Tkägärdh, 1. c. p. 61.
1902 B. capillata, Kkam. var. pallipes, L. Koch, 1. c. p. 16, tab. 1, fig. 2, tab. 2, fig. 4.
Die Varietät unterscheidet sich von der Hauptform im Bau der Taster, indem eine Borste hinzu- gekommen ist, welche die Mitte zwischen den beiden Endborsten, von denen die dorsale ein wenig länger ist (bei B. capillata sind sie von gleicher Länge), und den übrigen Borsten des 5. Gliedes hält und auf der dorsalen Seite nahe dem Vorderende eingefügt ist. Im übrigen ist sie durch mehrere kurze Borsten auf diesem Gliede und durch den Besitz von 4—5 Borsten am 2. Gliede (also nicht so viele wie bei B. capillata) gekennzeichnet. Die Längenverhältnisse stimmen mit denjenigen bei B. capillata überein.
Fundort: Sibirien, Novaja Semlja (L. Koch).
Verbreitung der Haupt form: Deutschland.
49. Bdella vulgaris (Herm.) K. var. decipiens (Thor.)
? 1851— 52 Bdella podurophila, White, 1. c. p. 210.
1871 Bdella decipiens, Thokell, 1. c. p. 699.
1879 „ „ Thorell, L. Koch, I. c. p. 131, tab. 7, fig. 2.
1883 „ borealis, Krämer u. Neumann, 1. c. p. 525, tab. 41, fig. la — d.
1899 „ „ Krämer u. Neumann, Banks, 1. c. p. 349.
1901 ,. decipiens, Thorell, Trägärdh, 1. c. p. 61.
1902 „ „ Thorell, Trägärdh, I. c. p. 23, tab. 1, fig. 1, 3.
In meinem oben citierten Aufsatz C1902) hob ich hervor, daß der Unterschied zwischen B. decipiens und B. vulgaris sehr klein war, und sprach die Vermutung aus, daß erstere sich als nur eine Varietät von letzterer zeigen würde, was ich jedoch aus Mangel an Vergleichsmaterial damals nicht entscheiden konnte. Ich habe seitdem freilich nicht Material von B. vulgaris bekommen, aber der weitere Ueberblick über die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den arktischen und den paläarktischen Acariden , den ich seitdem bekommen, hat in mir die Ueberzeugung befestigt, daß B. vulgaris nur eine nördliche Varietät von B. vulgaris ist. Die Varietät unterscheidet sich von der Hauptform im Bau der Taster, indem sie eine Reduzierung des letzten Gliedes und der beiden Endborsten desselben aufweist i).
Fundorte: Sibirien, Novaja Semlja, Spitzbergen, ? Cornwallis-Insel, Bering-Insel, Jan Mayen.
Weitere Verbreitung: Lappland.
50. Bdella longirostris (Herm.)
1804 Scirus longirostris, Hbkmann, Memoire apterologique, p. 62, tab. 3, fig. 13. 1882 Bdella longirostris (Herm.), Beelesb, 1. c. Faso. 45, No. 6, tab. 56.
1897 ,, frigida, Banks, Für Seals and Für Seal Islands of the North Pacific Ocean, Part IV, Arachnida, p. 348,
tab. A, fig. 5.
1901 B. frigida, Banks, Trägärdh, 1. c. p. 16.
1902 B. longirostris (Herm.), Trägärdh, 1. c. p. 7.
I) Eine Tabelle der Längenverhältnisse der Glieder und der Endborsten findet sich in dem citierten Aufsatz p. 23.
48
IVAR TRÄGÄRDH,
In der oben citierten Arbeit über die litoralen Arten der Gattung Bdella (1901) wagte ich über B. frigida kein Urteil auszusprechen. Ich übersah damals die große Uebereinstimmung der Taster derselben mit denjenigen von B. longirostris (Herm.) Berlese, welche Art ich seitdem im arktischen Lappland gefunden habe. Diese Uebereinstimmung ist so groß, daß ich die beiden Arten unbedenklich miteinander identifiziere. Die Angabe , daß die Mandibeln der B. frigida 4 Borsten besitzen , spricht scheinbar gegen diese Identifizierung, da ja B. longirostris nur eine Borste auf den Mandibeln besitzt. Banks hat aber offenbar nicht die Mandibeln herauspräpariert, und er faßt daher 3 Borsten, die auf der Unterseite des Rostrums sitzen (und auch bei B. longirostris vorhanden sind) und über den Seitenrand hervorragen, als den Mandibeln angehörend auf.
Länge von Banks' Exemplaren 1,3 mm, der lappländischen Exemplaren 1,125 rnm» von Berlese's bis 2 mm.
Fundort: Bering-Insel.
Weitere Verbreitung: Ganz Europa und arktisches Lappland.
51. Bdella groenlandica n. sp.
? 1780 Acarus longieornis, Fabriciü.s, Fauna groenlandica.
Vorliegende Art, die sich zusammen mit B. Uttoralis in großer Menge in einer Glastube, etikettiert „Grönland, Levinsen" befand, steht B. virgulata Can. u. Fanz. sehr nahe. Sie unterscheidet sich durch ihre geringe Größe (Länge 0,7 mm), durch den reichlicheren Borstenbesatz des letzten Tastergliedes, sowie durch die Abwesenheit von Zähnen an der Mandibelschere. Sie scheint mit keiner bis jetzt beschriebenen Bdella-Art identisch zu sein. Man könnte jedoch an eine Identifizierung mit dem grönländischen Acarus longieornis Fabricius denken. Von den arktischen Bdelliden-Arten ist es nur B. groenlandica und Cyta hrevirostris, die mit A. longi- eornis Fabr. identifiziert werden können. Die Größenangabe 0,7 mm und die Angabe „Antennae rostro longiores, pedibus tertiis sublongiores" spricht zu Gunsten der B. groenlandica.
Mit B. longirostris (= frigida Banks) kann sie wegen der völlig verschiedenen Behaarung der Taster nicht identisch sein. Die Länge ist ca. 0,7 mm. Die Gestalt ist plumper als bei den übrigen Bdella-Arten und verschmälert sich nach vorn nicht allmählich, sondern sehr plötzlich. Die Taster ^) sind wesentlich nach dem Plane von B. virgulata gebaut. So sind am Innenrande des 2. Gliedes 4—5 Borsten vorhanden, am Außenrande desselben nur eine. Am 3. Gliede sitzt auf der äußeren Seite eine Borste, und am 4. Gliede 5 Borsten. Auf dem 5. Gliede sind im Gegensatze zu B. virgulata, die nur 5—6 Borsten besitzt, die sämtlich nahe dem Ende des Gliedes eingefügt sind, nicht weniger als 9 Borsten vorhanden, die mehr gleichmäßig über das ganze Glied verteilt sitzen. Die Längenverhältnisse der Glieder sind aus der beigefügten Tabelle ersichtlich. Das letzte Glied ist am Ende ein wenig erweitert und quer abgestutzt.
Länge der Tasterglieder
Länge der Endborsten
0,138 0,135
0,03 0,03
0,033 0,03
0,106 0,12
0,102 0,105
0,084
Die Mandibeln tragen 2 Borsten ; ihre Schere entbehrt der Zähne. Die Art ähnelt im Bau der Taster und Mandibeln der von Kramer ^) aus Südfeuerland beschriebenen Bdella symmetrica, die jedoch bedeutend größer ist.
Fundort: Grönland (Levinsen).
1) Sie erinnern an diejenigen von B. capillata var. pallipes, welche jedoch zu der Gruppe der Gattung Bdella gehört, die mehr als 2 Mandibelborsten besitzt.
2) Hamburger Magalhaensische Sammelreise, Hamburg 1898, Acariden, p. 14, Fig. 14.
Monograpie der arktischen Acariden.
49
52. Cyta^) latirostris (Herm.) var. brevirostris (L. Koch)
1879 Bdella brevirostris, L. Koch, 1. c. p. 132, tab. 7, fig. 5. 1879 „ moUissimn, L. Koch, 1. c. p. 132, tab. 7, tig. 6.
1900 Amnionia brevirostris (L. Kocii), Trägärdh, 1. c. p. 15, tab. 2, fig. 7, 8.
1901 ,. .. (L. Koch), Tuägärdh, 1. c. p. 61.
Diese Art steht, wie ich schon hervorgehoben habe, der aus Italien und Deutschland bekannten C. latirostris (Herm.) K. sehr nahe, und der Unterschied erscheint mir jetzt nicht mehr groß genug, um die Aufstellung der arktischen Form als eine besondere Art zu rechtfertigen. Da letztere aber von der Hauptform in ganz analoger Weise abweicht, wie z. B. B. vulgaris var. decipiens, Trombidium bicolor var. curtipnlpe u. a. von ihren Hauptformen, so halte ich es für angemessen, sie als eine besondere Varietät auf- zustellen. Die Varietät unterscheidet sich von der Hauptform durch Verkürzung der Taster. Die Längen- verhältnisse werden in der beigefügten Tabelle veranschaulicht. Das 3. Glied, das in Berlese's Fig. 2, Taf. LXI und meiner Fig. 8, Taf. II, dieselbe absolute Länge hat, ist als Einheit genommen.
No. I (nach Berlese's Figur) „ 2 (aus Lappland) „ 3 laus Sibirien)
Totallänge der 4 Glieder
8,4 8,2 6,0
4,5 4,0
2,7
Längenverhältnisse der Tasterglieder der Endborsten
5- I
1,0
1,0 i.o
0,8
1,0 0,6
2,1 2,2
1,7
4,0 4.0
2,5
5,0
5,6
3,7
Es ist aus der Tabelle ersichtlich, daß die lappländische Form aufs genaueste mit der italienischen übereinstimmt-).
Fundorte: Sibirien, Novaja Semlja, Bären-Insel, Jan Mayen, 23. Juni 1899 (J. Arwidsson), Grönland. Verbreitung der Haupt form: Schweden, Finnland, Deutschland, Italien, Frankreich.
Subfamilie Raphignathinae.
Gattung: Bvi/obia C. L. Koch
53. Brifobia praetiosa C. L. Koch
? 1876 Torynophora serrata, Cambridge, Proc. Zool. Sog. London. 1879 „ „ Cambr., L. Koch, 1. c. p. 134.
1883 Bryobia speciosa, C. L. Koch, Keambr u. Neumann, „Vega"-Expedition. 1900 „ serrata, Cajibr., Trägärdh, 1. c. p. 20, tab. 2, fig. 9, 10.
1902 .. praetiosa, 0. L. Koch, Trägärdh, 1. c. p. 8.
In Bezug auf die Synonymik dieser Art verweise ich auf Oudemans' Arbeit ^) und meine Abhandlung über lappländische Acariden (1902).
Fundorte: Sibirien: 30" östlich von Gap Jakan (K. u. N.), Jenissej (L. Koch), Novaja Semlja (L. Koch); Bären-Insel; Ostgrönland, 5. August 1891 (Ryder's Expedition).
Weitere Verbreitung: Schweden, Niederland, Deutschland, Italien, ? Kerguelen.
Bestiin 111 u n gstabe lle der Subfamilie Erythracarinae.
Gatt. Anystis v. Heyden p. 50 Gatt. Erylhracarus C. L. Koch p. 50
( Die Taster viergliedrig
\ Die Taster fünfgliedrig
1) Der Name Ammonia muß nach Slii. Thor gestrichen werden, da Cjita v. Hevden die Priorität (1826) hat (THOR, Zur Systematik der Bdellidae etc., in Verhandl. k. k. zool.-bot. Gesellschaft in Wien, 1902, p. 160).
2) In ,, Lappländische Acariden" rechnete ich sie unrichtigerweise zu der arktischen Form.
3) Ueber Sanremeser Acari, Tijdschr. v. Entomologie, Bd. XLUI, p. 138, tab. 8, pl. 50 — 58.
Fauna Arctica, Bd. IV. y
gO IVAR TRÄGÄRDH,
54. Anystis baccarum (L.) Berlese *)
1758 Acarus daccarum, Linn*, Systema Naturae, Bd. X, p. Gl 7. 1879 Actineda setosa, L. Koch, 1. c. p. 127, tab. 5, fig. 6. 1900 „ „ „ Trägärdh, 1. c. p. 60.
In der vorläufigen Mitteilung führte ich die von Koch aufgestellte Art noch als gute Art auf, trotzdem ich betonte, daß sie der A. baccarum (L.) sehr nahe stand und möglicherweise nur eine Varietät derselben war.
Ich urteilte damals nach den von Berlese gegebenen Abbildungen, von denen diejenige der Taster in Bezug auf die Behaarung kaum richtig sein kann. Seitdem habe ich aber Gelegenheit gehabt, Material sowohl aus Schweden als aus Norwegen zu untersuchen, und es geht daraus hervor, daß A. setosa nicht einmal als eine Varietät von A. baccarum anzusehen, sondern mit derselben identisch ist.
Fundorte: Sibirien (L. Koch); Grönland: Fjord Kugsiarsuk in Igalika, 29. August 1889
(W. LUNDBECK).
Weitere Verbreitung: Ganz Europa und Centralamerika.
55. Erythr acarus hartnsworthi Mich.
?1883 Erythracarus parietinus, C. L. Koch, Kkamer u. Neumann, ,,Vega"-Expeclition. 1897 Erythaeus hartusworthi, Michael, Report 011 the Acari collected by Mr. H. Pisheh, Naturalist of the Jackson- Harmsworth Polar Expedition, at Cape Flora, Northbrook Island, Franz Joseph - Archipelago, in, 1896, Journal of Linnean Society 1897, Vol. 26, Zoology, No. 168, p. 356, pl. 21.
Diese Art ist sehr wahrscheinlich, wie auch Michael vermutet, nach sehr jungen Individuen be- schrieben worden. Dafür spricht schon ihre unbedeutende Länge, 0,3 mm, und der schwache Borstenbesatz des Körpers und der Beine ^). (Die kleinste bis jetzt bekannte Erythracarus- kxt erreicht 0,8 Länge, alle übrigen sind I mm und darüber.) Die Tiere waren so schlecht konserviert, daß es Michael unmöglich war, eine gute Diagnose zu liefern. Da außerdem einige der Merkmale wohl jugendliche Charaktere und die jugend- lichen Formen der Erythracarus-Arten nicht beschrieben sind, wird es doppelt schwer zu entscheiden, ob sie eine gute Art oder nur eine Jugendform einer schon bekannten ist. Jedenfalls ist es sehr wahrscheinlich, wenn auch kein positiver Beweis dafür gegeben werden kann, daß sie mit dem von Kramer u. Neumann aus Dicksons- Hafen erwähnten E. parieiinus Koch identisch ist. Auf ihre Identifizierung ist bei der damaligen Kenntnis der Erythracarus-Arten aber nicht viel Gewicht zu legen, und es ist viel wahrscheinlicher, daß ihre Art mit einer von mir in Norwegen und Schweden gefundenen, bis jetzt nicht beschriebenen Erythracurus- Art identisch ist. In der That zeigt auch E. harmsworthi eine gewisse Aehnlichkeit mit dieser Art insofern, als die Farbe (wenn wir davon absehen, daß E. harmstvorthi etwas lichter gefärbt ist) des Körpers und der Beine dieselbe ist, und die Beine sind durch die dunkleren Querbänder sehr charakteristisch. Auch die längeren Borsten am hinteren Rand des Abdomens finden sich, wenn auch in größerer Anzahl bei der norwegischen Form.
Fundorte: Gap Flora, Northbrook-Insel, Franz Joseph-Archipel (Michael); ?Sibirien (Kramer u. Neumann).
Weitere Verbreitung: Norwegen?
Subfamilie Trotnbidiinae.
Bestimmungstabelle der Gattung Trombidium Fabr.
1 Körperhaare ungefiedert 5^- T. bicolor var. curtipalpe p. 51
\Körperhaare gefiedert 57- ^- sucidum p. 52
1) Betreifs der übrigen Synonymili siehe Berlese 1. c. p. 110 und Oudemans, List of dutch Acati, P. 5, Tijdschr. v. Entomologie, Bd. XL, p. 123.
2) Nach Koch zeichnen sich die Jungen von E. parietinus dadurch aus.
Monographie der arktischen Acariden.
51
56. Trombldium birofor (C. L. Koch) var. cnrtipalpe Sic. Thor
Textfior. g4 — 98.
1770 Äcarus holosericeus, Fabricius, Fauna groenlandica, p. 222.
1883 Trombidium laevicapillatum, Kraihei;, ..Vega"-Expeditiou, Vetensk. Jakttagelser, Bd. III, p. 522, tab. 39, tig. la— d.
1897 „ „ KiJAM., OuDEMANS u. KoENiKB, Acari collected during the Willem Barents-Expedition
of 1881 and 1882, in: Tijdschr. voor Entomologie, Bd. XL, p. 239. 1900 „ filipes (Koch), Sig. Thou, Forste Ondersogelse Norges Trombidiidae, Christiania Vid. Selsk. Forhandl.,
1900, No. 2, p. 7, tab. 1, % 24 u. 25. nee 1837 Trombidium filipes (C. L. Koch).
Meine Exemplare, die auf Grönland gefunden sind, stimmen vollständig mit den Abbildungen und der Diagnose, die Sic. Thor von T. filipes C. L. Koch giebt, und mit den Exemplaren dieser Art, die ich aus Norwegen besitze, überein. Berlese hat die beiden Kocn'schen Arten, die langbeinige T. filipes und die mit kürzeren Beinen ausgerüstete T. bicolor (Herm.), zu einer Art, T. bicolor, zusammengezogen, und wie mir scheint, thut er es mit vollem Recht. Deim er hat in Italien sowohl eine kurzbeinige als eine langbeinige Form gefunden und konstatieren können, daß sie Taster von ganz demselben Bau besitzen und Männchen und Weibchen derselben Art sind. Sic. Thor dagegen verwirft ohne jegliche Motivierung Berlese's Identifizierung und „nimmt an, daß Koch's Abbildungen 2 gute Arten darstellen". Für die norwegische Form nimmt er gleichfalls ohne Grund den Namen T. filipes in Anspruch. Er hätte jedoch aus Berlese's Abbildungen sehen können, daß, wenn auch T. filipes und T. bicolor nicht identisch sind, so doch jedenfalls die von Berlese abgebildete Form noch langbeiniger als Koch's Abbildung von T. filipes ist. Die italienische Form und nicht die norwegische wäre also mit T. filipes zu identifizieren. Darin stimme ich aber Thor bei, daß die norwegische Form (mit welcher meine Exemplare aus Grönland und Lappland übereinstimmen) und die von Berlese beschriebene auseinandergehalten werden müssen. Ich benenne die Varietät mit dem von Thor für die kurzbeinige norwegische Form vorgeschlagenen Namen cnrtipalpe.
94. Trombidium
Fig. 96.
Fig. 98.
bicolor (C. L. KocH) var. cnrtipalpe SiG. Thor.
Fig. 94. Trombidium bicolor \C. L. KocH) var. r-urfipalpe SiG. Thor. Taster eines Exemplares aus Norwegen. Vergr. 100:1.
Taster eines Exemplares aus Grönland. Vergr. 100:1. Auge. Vergr. 150:1. Das I. Bein. Vergr. 30:1. Das 2. Bein. Vergr. 30: l.
Der Unterschied ist jedoch nicht bedeutend genug, um die Aufstellung dieser Form als eine besondere Art zu rechtfertigen, und ich führe sie daher als Varietät von T. bicolor auf. Die Varietät unter- scheidet sich von der Hauptform durch Verkürzung der Beine und der Taster (vergl. Textfig. 94, 95, 97 u. 98 und Fig. I, 3, 4 und 10 bei Berlese, Prostigmata, Taf. CLXV). Die Tasterglieder sind nicht nur verkürzt, sondern auch verdickt ; das Endglied überragt nur mit einem Drittel seiner Länge diejenige des vorletzten (die Zähne desselben nicht mitgerechnet), während es bei der Hauptform um etwa 2 Drittel länger ist. Schließlich sind die zahnförmigen Borsten am Ende des vorletzten Gliedes viel kürzer und von einer viel
7'
52 IVAR TRÄGÄRDH,
plumperen Gestalt. Der übrige Borstenbesatz dieses Gliedes ist spärlicher als bei der Hauptform und variiert übrigens, wie die beigefügten Figuren zeigen.
SiG. Thor hebt als weiteren Unterschied hervor, daß bei der norwegischen Form die Crista nicht nach vorn vor der Oese verlängert ist, während dies bei T. hicolor der Fall, und weiterhin soll bei der norwegischen Form das Epistom ausgerundet sein, während es bei T. hicolor nach vorn konvex ist (s. Berlese, Fig. 2, Taf. CLXV).
Es ist wahr, daß diese Merkmale der norwegischen Form eigen sind. Ich bin aber überzeugt, daß wenigstens die Crista bei der Hauptform vollkommen wie bei der Varietät gebaut ist, und daß Berlese sie nicht richtig abgebildet hat ')• Die Haare sind jedenfalls, wie es Berlese wiedergiebt, placiert, und bei oberflächlicher Beobachtung scheint es daher, als ob die Crista, welche thatsächlich nach vorn nicht scharf begrenzt ist, die länglich-ovale Form hätte, die Berlese abbildet 2).
Wenn wir die Beschreibungen und Abbildungen von arktischen Tromhidiuni- Arten durchmustern, so finden wir, was auch zu erwarten war, da ihre Zahl verhältnismäßig hoch ist, daß mehrere von ihnen Synonyme sind. So ist T. laevicapillatum Kramer ohne Zweifel mit T. ftlipes identisch. Zwar habe ich von dieser Art nicht die Typen gefunden, es ist diese Art aber durch den Bau der Taster und Augen und den ganzen Habitus so äußerst charakteristisch, daß es sehr leicht ist, sich mit Hilfe der Figur und Diagnose von der Identität zu überzeugen.
Man braucht nur Textfig. 94 u. 95 mit Kramer's Fig. la u. c, Taf. XXXIX, zu vergleichen und die ausführliche Beschreibung der Augen zu lesen. „Die Augen stehen auf einem kurzen, breiten Stiel; die beiden Hornhäute, welche in jedem Augenorgan bemerkt werden, sind etwa gleich groß, und zu jedem konnte der Nervenkegel deutlich wahrgenommen werden. Das Innere des Augenstiels hängt durch eine feine kreisförmige üeffnung mit dem Leibesraum zusammen, und durch diese Oeflnung treten die 2 Nervenstämme, um die Hornhäute zu erreichen."
Die Abbildung und Beschreibung der Taster spricht zwar insofern gegen diejenige von T. ßlipes, als Kramer nur 3 „krallenförmige Fortsätze" an denselben erwähnt, während T. ßipes 4 besitzt. Die letzte Borste ist aber ziemlich klein und leicht zu übersehen. Hat doch Kramer nicht eine genügend starke Vergrößerung benutzt, um sehen zu können, daß es sich nicht um „Fortsätze" handelt, sondern um um- gewandelte Borsten, die mit freier Basis eingelenkt sind. Die grönländischen Exemplare sind wie die norwegischen ca. 2 mm lang, also länger als die italienischen, die nur 1,3 mm erreichen.
Fundorte: Arktisches Sibirien: Port Clarence, Grantley Harbour (,,Vega"-Expedition, Kramer), Selivaninskoj (650 55' n. Br.), Jenissej (L. KocHj ; Westgrönland: „mellem Sukkertappen og Kangermint", 5. Juni 1885 (cand. med. Sören Hansen), Holstenburg, 13-16. Juni 18S9 und 8. Juli 1895 (W. Lundbeck), Karsiliak naer Navertalik, 22. Mai 1885 (T. Eberlein), Ritenbenk, 27. Aug. 1890 (W. Lundbeck); Island: Hekla-Havn, April 1892 (Deichmann).
Weitere Verbreitung: Arktisches Lappland (1903, Trägärdh), Norwegen (Thor., Strand).
57. Trontbidium sueiduni (L. Koch)
Textfig. 99 — loi.
1879 Rhyncholophus sucidus, L. Koch, 1. c. p. 124, tab. 6, fig. 1, la. 1883 Tromhiäium armcdum, Kkamkr, „Vega''-Exp., p. 239.
1) Thor kann sich nur auf diese Abbildung stützen, denn in der Diagnose wird die Crista nicht genau beschrieben.
2) Auch das Epistom dürfte von Berlese unrichtig abgebildet sein, denn E,xemplare aus Schweden, die im Bau der Taster eine vermittehide Stellung zwischen der Varietät und der Hauptform darstellen, haben ein ausgerundetes Epistom.
Monographie der arktischen Acariden.
53
1897 Tromhidium armatum, Kram., Oüdemans u. Koenike, 1. c. p. 239.
1900 Ottonia spinifera, Sig. Thor, Farste Undersogelse af Norges Trombididae, Christiania Vid. Selsk. Forh., 1900, No. 2, p. 9, tab. 1, fig. 3—6.
1900 Ottonia planca iKocii 1837) Sig. Thor, ibidem, p. 11, tab. 1, fig. 11.
1901 Tromhidium sucidum (L. Koch) Trägärdh, 1. c. p. 60.
1902 „ „ „ „ 1. c. p. 4, tab. I, fig. 1-3.
Diese in arktischen Gebieten weit verbreitete Art ist mit T. pusillum (Herm.) Berl. am nächsten verwandt, unterscheidet sich aber von ihr leicht durch den Bau der Taster, welche sowohl an der Außen- wie an der Innenseite des vorletzten Gliedes mit einer kräftip^en zahnförmigen Borste bewaffnet sind, durch die Mandibeln, welche nicht gjezähnt sind, und durch die Taster jJ^lieder des l. Beinpaares, die nur wenig verdickt sind.
Wie ich schon (1. c.) hervorgehoben habe, ist sie mit der aus Norwegen beschriebenen Ottonia spinifera Sic. Thor identisch. Sic. Thor hebt hervor , daß seine Art mit T. armatum Kramer große Uebereinstimmung zeigt. Letztere soll aber nur 2 Paar Genitalsaugscheiben haben, während 0. spinifera 3 hat. Ich weiß nicht, ob es die Typen Kramer's sind, die ich untersucht habe ; unter den Sammlungen der
,;(, jß^
Fig. 99a.
Fig. 9yb.
Fig. 99d.
Fig. loi.
Fig. 99a. Tromliidium sucidum L. KoCH. Taster. Vergr. 232,5: i.
Fig. 99b. „ „ „ „ Körperhaare der Typen KoCH's. Vergr. 620:1.
Fig. 99c. „ „ „ ,, „ eines Exemplares aus Grönland.
Vergr. 620: 1, Fig. 99d. „ „ „ „ „ von T. armatum Kram. Vergr.
620: I. Fig. 100. „ „ „ „ „ Das I. Bein. Vergr. 107:1.
Fig. loi. ., „ „ , „ Das 2. Bein. Vergr. 107:1.
>
:yi,l",,i
Fig. 100.
„Vega"-Expedition befand sich aber eine Glastube, etikettiert „No. 1063, Lawrence-ön 12 Augusti 1879", und in dieser befanden sich 2 unbestimmte Acariden- Arten, T. sucidum und Rhagidia gelida Thor. Da unter anderen Fundorten für T. armatum auch St. Lawrence-Bay von Kramer erwähnt wird, spricht dies für die Annahme, daß Kramer T. sucidum als T. armatum beschrieben hat.
Seine Beschreibung der Taster paßt sehr gut auf T. sucidum : „ 4. Glied läuft vorn in eine
scharfe zahnartige Spitze aus, neben welcher innen und außen ebenfall.s eine solche Spitze bemerkt wird ; am Außenrande schließt sich an letztere eine Reihe von 4—5 schmalen Zahnfortsätzen an, welche nur bei einer Ansicht von oben her bequem gesehen werden können". Mit diesen „Zahnfortsätzen'' meint er wohl die kräftigen Borsten, die auf der Rückseite des vorletzten Gliedes sitzen; auf seiner Abbildung sind sie zu grob gezeichnet. Die Exemplare aus Lawrence-Bay haben drei Genitalsaugscheiben, nicht zwei'), wie Kramer unrichtigerweise angiebt. In einer Hinsicht weichen diese Exemplare von den mir aus Sibirien bekannten ab : sie tragen zwischen den gewöhnlichen dünneren gefiederten Körperhaaren etwas längere und dickere, schwach keulenförmige Haare.
1) Nur zwei hat übrigens, soweit ich weiß, keine Trombüiium-An.
54 IVAR TRÄGÄRnn,
Sie stimmen in dieser Hinsicht mit der von SiG. Thor beschriebenen Ottonia planca (C. L. Koch) überein, die sich nur durch diesen Charakter von 0. spinifera unterscheidet.
Da aber nach Berlese dieses Merkmal nur ein weiblicher Geschlechtscharakter ist, kann es hier kaum den Wert eines Artcharakters haben und ich rechne die Exemplare aus Lawrence-Bay daher zu T. sucidum und führe auch Ottonia planca als Synonym unter T. sucidum auf, trotzdem die Weibchen von T. sucidum, die ich aus Lappiand besitze, keine Kolbenhaare tragen.
In Bezug auf die Crista verweise ich auf Thor. 's Fig. 3, PI. I. Die Vorderbeine sind verhältnis- mäßig kürzer als bei T. pusillum {Textüg. 100, lOi). Da außerdem die Taster des T. sucidum und ebenso die zahnförmigen Borsten des vorletzten Gliedes kürzer als bei der nahe verwandten T. 2>usillum sind, so stehen diese Arten zu einander in einem ganz analogen Verhältnis wie T. bicolor und seine Varietät, obgleich der Unterschied zwischen den ersteren größer ist als bei letzteren.
In beiden Fällen weist die nördliche Form eine Verkürzung der Beine, der Taster und der zahn- förmigen Borsten auf.
Fundort: Arktisches Sibirien: Jinretlen , Pitlekaj, St. Lawrence-Bay, St. Lawrence-Insel, Port Clarence („Vega"-Expedition) Matotschkin, Besimanja, Gästcap u. a. (L. Koch) ; Westgrönland : Nekamiut, 18. Juli 1889 (W. Lundbeck), Ipiutat „unter Steinen", 5. September 1889 (W. Lundbeck), „unter Steinen" bei Sermiliak, 16. Juni 1885 (S. Hansen), Holstenburg, 16. Juni 1890.
Weitere Verbreitung: Arktisches Lappland, Norwegen.
Bestimmungstabelle der Subfamilie Erythraeinae.
( Taster viergliedrig Gatt. Smaris Latr. p. 54
\ Taster fünfgliedrig Gatt. Erythraeus Latr. p. 54
58. Smaris expalpis (Herm.) Koch i) 1879 Smaris plana, L. Koch, 1. c. p. 127, tab. G, fig. 6.
Fundort: Sibirien (L. Koch). Weitere Verbreitung: Ganz Europa.
Bestimmungstabelle der Gattung Erythraeus Latr.
rDas I. und 4. Beinpaar viel länger als der Körper; 4 Augen 4.
I Das I. und 4. Beinpaar von ungefähr derselben Länge wie der Körper; 2 Augen .... 2.
I Körperhaare gefiedert 61. E. Vertex p. 57
2. {
\ Körperhaare emfach 3-
( Die Tasterklaue ungezähnt 59- -^- miniatus p. 55
3. '
( Die Tasterklaue mit einem Zahn versehen 60. E. unidentatus p. 56
f Körperhaare einfach, lang 65. £. regalis p. 61
4-
l Körperhaare dicht gefiedert, kurz . 5-
r Das 3. Tastergied auf der Innenseite nur mit Haarborstenbesetzt 63. E. phalanyioides var. gracilipes p. 59
\Das 3. Tasterglied mit 2—4 umgewandelten, gezähnten Borsten besetzt . 62. E. phalangioides p. 58
I) In Bezug auf die Synonymik dieser Art verweise ich auf SiG. Thor: Forste undersogelse af Norges Rhyncholophidae. Christiania Vid. Selsk. Forhandl , 1900, No. 3, p. 3.
Monographie der arktischen Acariden.
55
59. Erythraeus niiniatus (Herm.) Textfig. 102—106.
1872 Trombidium hyperb&reuni, Thorell, Arachniden fr. Grönland, Öfv. Kongl. Svenska Vet. Akad. Handl., No. 2,
p. 102. 1879 RhyncholopJms albicomus, L. Koch, Arachniden fr. Sibirien i Novaja Semlja, Kongl. Svenska Vet. Akad. Handl.,
Bd. XVI, p. 125, tab. 6, fig. 3. 1901 Bhyndiolophus hyperboreus (Thor.), TrägArdh, Vorl. Mitteilung, p. 60.
Wie ich in der vorläufigen Mitteilung hervorhob, ist Thorell's T. hyperboreum keineswegs eine Trombidium- Art, sondern gehört zur Gattung Erythraeus. Ein Vergleich mit dem wohlkonservierten Materiale von E. miniatus (Herm.), das ich aus Grönland bekommen habe, und worunter sich auch eine Nymphe befand, hat gezeigt, daß Thorell's Art auf eine Nymphe dieser Art gegründet ist. Es genügt, um dies außer Zweifel zu stellen, auf die Textfigg. 103 und 104 hinzuweisen, die den Taster des TnoRELL'schen Typen- exemplares (Textfig. 103) und denjenigen eines Exemplars aus Grönland (Textfig. 104) darstellen.
Fig. 102.
Fig. 103.
Fig. 104. Fig. 105. Fi^. 106.
Fig. 102. E. miiiüitHS (Herm.). Crista metopica eines Exemplares aus Grönland
Vergr. 248 : 1. Fig. 103. „ „ „ Taster (nach' Thorell's Typen). Vergr. 248:1.
Fig. 104. „ „ ,. Taster eines Exemplares aus Grönland.
Vergr. 248 : l . Fig. 105. E. miniatus (Herm.). Rostrum, von unten gesehen. Vergr. 150: L Fig. 106. „ „ „ Das 3. und 4. Bein (nach Thorell's Typen). Vergr. 75 : L
Weiterhin ist der von L. Koch aus Sibirien beschriebene E. albicomus offenbar mit E. miniatus identisch. Schon die Beschaffenheit der Körperhaare, die von Koch als „weiß und seidenglänzend" be- zeichnet werden, lenkte meine Aufmerksamkeit darauf ^j. Wenn man genau die Längen Verhältnisse der Beinglieder beachtet, die auf Koch's Abbildungen zuverlässig dargestellt zu sein pflegen, so stimmen sie ganz genau zu denjenigen von E. miniatus. So ist das i. Beinpaar ein wenig länger als der Körper, das 4. ungefähr so lang wie derselbe und die Tarsen des i. Beinpaares sind ungefähr doppelt so lang wie diejenigen der übrigen Beinpaare, die sämtlich kurz sind. Wegen dieser großen Uebereinstimmung, und da sonst nichts in der Kocn'schen Diagnose gegen eine Identifizierung spricht, führe ich unbedenklich E. albicomus als Synonym zu E. miniatus auf. Ich gebe schließlich einige Messungen der Beinglieder der grönländischen Exemplare.
|
Körper- |
Totallänge des 1. Bein- |
I. Beinpaar |
Höhe der |
4. Beinpaar |
||||||||||||
|
länge |
paares |
I. |
2. |
3- 1 4- |
5- |
6. |
Tarse |
I. |
2. |
3- |
4- |
5- |
6. |
|||
|
No. |
I |
0,72 |
0,71 |
0,06 |
0,09 |
0,14 |
o>'5 |
0,16 |
0,11 |
0,054 — |
' 0,07 |
0,1 |
0,13 |
0,17 |
0,06 |
|
|
•J |
2 |
0,85 |
0,83 |
0,07 |
0,11 |
0,1- |
0,18 |
0,18 |
o,'3 |
0,054 — |
— |
— |
— |
— |
— |
|
|
'■ |
3 |
0,9 |
°,7' |
0,07 |
0,09 |
0,12 |
0,15 |
0,15 |
0,13 |
0,054 |
0,07 |
0,09 |
0,14 |
o,.6 |
o,>- |
0,08 |
Wenn man das Verhältnis zwischen der Körperlänge (exkl. Rostrum) und der Länge des i. Bein- paares bei den grönländischen Exemplaren mit demjenigen bei Bkrleses Figur vergleicht, so ergiebt sich,
I) Das einzige Typenexemplar war in der Sammlung nicht vorhanden.
56
IVAR TRÄGÄRDH,
daß das l. Beinpaar bei ersteren verkürzt ist. Bei Berlese's Fi^ur ist dieses Verhältnis nämlich durch 1,3 : 1 ausgedrückt.
Fundorte: Sibirien (L. Koch), Grönland: Quanersoit (Thorell), Nekamiut, i8. Juli 1889 (W. Lundbeck).
Weitere Verbreitung: Frankreich, Italien.
60. Erythraeus unidentattis nov. spec. Fig. 107— HO. Diese Art steht E. miniatus^) (Herm.) sehr nahe, unterscheidet sich jedoch deutlich durch den Bau der Taster, indem die Schneide der Klaue des 4. Gliedes einen stumpfen Zahn hat (Fig. 108).
Fig. 108.
Fig. 109.
Fig. HO.
Fig. 107.
Fig. 107. Erytliraeus unidentatus n. sp. Dorsalansicht. Vergr. 22,5 : l.
Fig. 108. „ „ „ „ Taster. Vergr. 228 : l.
Fig. 109. „ „ ,, „ Das I. Bein. Vergr. 112,5: i.
Fig. HO. „ „ „ „ Das 2. Bein. Vergr. n2,5 : l.
Die Behaarung ist dieselbe wie bei E. miniatus, ä. h. die Haare sind einfach und weißlich schimmernd. Man könnte daher meinen, daß L. Koch's E. alhicomus ebenso gut mit E. unidentatus identisch sein könnte. E. albicomus hat aber verhältnismäßig längere Beine, und die Tarsen des l. Beinpaares sind doppelt so lang wie diejenigen der übrigen Beinpaare, während sie bei E. unidentatus von annähernd derselben Länge sind. Der Körper ist mehr plump und breit als bei E. miniatus. Die Längenverhältnisse der Beine sind aus folgender Tabelle ersichtlich.
|
Länge der Körper |
I. |
Läng 2. |
je der des 1. 3. |
Beingl Paares 4- |
eder 5. |
6. |
Höhe der Tarse |
Total- länge d. Beines |
|
|
No. I V 2 |
1,44 |
0,108 0,09 |
0,126 0,12 |
0,18 0,2.6 |
0,25 0,24 |
0,18 0,20 |
0,16 0,14 |
0,07 0,06 |
1,00 1,01 |
Man sieht, daß das i. Beinpaar bedeutend kürzer als der Körper ist. Betreffs der relativen Länge der Glieder stimmt die Art mit E. miniatus ziemlich gut überein, abgesehen davon, daß das 4. Glied länger als das 5. ist, während diese bei E. miniatus von derselben Länge sind.
Die Taster unterscheiden sich, wie erwähnt, durch den Zahn auf der Klaue des 4. Gliedes, aber auch durch ihre mehr plumpe Gestalt und durch die dichtere Behaarung.
I) Ich vermutete zuerst, daß fiittcria norregica SiG. Thqr entweder mit E. mifiialys oder E. tmidentattis identisch sei. Das ist aber keineswegs der Fall, denn sie ist mit E. miniatus var. rubripes Trt. identisch, welche Art ich von der Westküste von Schweden besitze; diese Form hat noch kürzere Beine als die obigen.
Monographie der arktischen Acariden.
57
Trotzdem die Formen voneinander gut getrennt erscheinen, kann ich mich doch nicht der Ver- mutung erwehren, daß sie möglicherweise ? und $ derselben Art darstellen. Von E. unidentntus liegen mir nämlich nur Weibchen vor, während anderseits die wenigen Exemplare von E. miniatus, die ich be- sitze, Männchen sind. Da mein Material aber sehr spärlich ist, kann dies ja auf einem Zufall beruhen, und es bedarf weiterer Untersuchungen, um die Frage zu lösen. Es wäre jedenfalls sehr interessant, wenn meine Hypothese sich bewähren würde, denn man kennt bei den Erythracarinen bis jetzt nichts von einem so ausgesprochenen Geschlechtsdimorphismus.
Fundorte: Westgrönland: 23.. Juli 1889, Tasiusak (W. Lundbeck), 25. September 1889, Ipiutat, unter Steinen (W. Lundbeck) ; Ostgrönland (Ryder's Expedition).
61. Erythraeus Vertex (Kramer)
Textfig. III — 115.
?1879 Rhyncholophus tonsus, L. Koch 1. c. p. 126, tab. 6, fig. 4. 1886 „ Vertex, Kramer, Arch. f. Naturg., Bd. LH, tab. 12, fig. 23—26.
1900 Ritteria Vertex, Kram., Sig. Thor. Forste undersogelse af Norges Bhyncholophidae. Christiania Vid.-Selskabs Forhandl., No. 3, p. 8, tab. 2, fig. 34.
Meine Exemplare aus Grönland stimmen mit denjenigen, die ich aus Norwegen besitze, und die dem
E. Vertex Kram, so nahe stehen, so überein, daß es sicher dieselbe norwegische Form ist, die Thor mit
diesem Namen bezeichnet hat. Die norwegische und grönländische Form stimmt nicht ganz mit Kramer's
Beschreibung überein. Die Diagnose und Abbildung von R. tonsus paßt in Bezug auf Körperform, Länge
der Beinglieder, Behaarung und Bau der Taster und der Crista metopica auf E. vertex, so daß diese Art
mit E. Vertex identisch sein dürfte.
Fig. 114.
Fig. 115-
Fig. 112. Fig. 113- Fig. 114. Fig. 115-
Fig. III. Fig. 112. Fig. 113.
Fig. III. Erythraeus Vertex Kram. Crista metpica. Vergr. 120: i.
„ Taster. Vergr. 120 : l.
„ Körperhaare. Vergr. 620 : l.
„ Das I. Bein. Vergr. 48 : l.
,, Das 2. Bein. Vergr. 60 : l.
Die Taster haben nämlich das 3. Glied verhältnismäßig kürzer und dicker als bei dieser, und das 5. Glied überragt nicht die Klaue des 4. Bei Kramer's Form erreicht das 3. Glied V4 des 2. (bei unserer Form nur V3), und das 5. Glied ist viel länger als die Klaue des 4. Bei der italienischen Form^ ist das 3. Glied sogar länger als das 2. Es erhellt daraus, daß bei den nördlichen Formen eine allmähliche Reduktion des 3. Gliedes gegenüber dem 2. stattgefunden hat, die bei der grönländischen Form kulminiert. In Bezug auf Crista, Körperhaare und Beine der grönländischen Form verweise ich auf die beigefügten Figuren.
Fundorte: ? Sibirien: Sehvanin (L.Koch); Grönland: Tasiusak, 23. Juh 1889 (W. Lundbeck), „Flua, fra Lundholm", 1890.
Weitere Verbreitung: Norwegen, Deutschland, Italien.
l) Berlese, Acari, Meyr. Scorpionesque in Italia reperta: Prostigmata, Tab. CL. Fauna Arctica, Bd. IV.
58
IVAR TRÄGÄRDH,
63. Erythraeus groenlandiciis n. sp.
Textfig. Ii6 u. 117. ?1872 Eliyncholoplms (?) ine. spec, Thorell, 1. c. p. 163.
Diese Art, welche auf eine Larvenform gegründet ist, wird sich wohl künftighin als mit einer der größeren grönländischen Erythraeus- Arten identisch zeigen. Gegenwärtig habe ich aber keinen sicheren Aus- gangspunkt für die Beurteilung ihrer Zugehörigkeit zu der einen oder der anderen von diesen Arten, obwohl mir E. phalangioides var. gracilipes sehr verdächtig scheint, und ich bin daher genötigt, vorläufig für die Larven- form eine neue Art aufzustellen. Die Länge beträgt ungefähr i mm. Die Larve unterscheidet sich deutlich von den 2 bis jetzt beschriebenen europäischen Erythraeus-harven, E. phalangioides und E. quisquiliarum, von
ersterer durch die Abwesenheit einer dorsalen Platte, von letzterer durch den abweichenden Bau der Crista metopica, die so schwach ent- wickelt ist, daß sie kaum sichtbar ist. Durch diesen Charakter nähert sie sich dem von OuDEMANS ') beschriebenen E. lomani, welcher vollständig der Crista entbehrt. Der Körper hat einen eiförmigen Umriß. Rostrum und Pseudocapitulum sind nach hinten sehr er- weitert und durch eine enge, halsförmige Partie mit dem Körper verbunden. Am Vorder- rand des Cephalothorax, welcher mit dem Ab- domen vollkommen verschmolzen ist, sitzen 2 nach vorn gerichtete, gefiederte, stumpfe Borsten und ein wenig hinter und außen von ihnen 2 etwas kürzere. Auch durch dieses Merkmal nähert sich unsere Art dem E. lomani Oudms. Die Crista ist sehr schwach chitinisiert und sehr kurz ; sie erweitert sich nach vorn Y-förmio- und umfaßt eine kleine hervorgewölbte Partie, worauf 2 Tasthaare sitzen, erweitert sich ebenfalls nach hinten und bildet einen Ring, welcher die Insertionspunkte zweier etwas größerer Tasthaare umgiebt. Die Augen sind sehr klein und sitzen weit voneinander entfernt an den Seiten des Körpers an der Grenze zwischen dem l. und 2. Achtel der Körperlänge. Der Körper ist ziemlich spärlich mit groben, gefiederten Haaren besetzt, die zwar unregelmäßig, aber ziemlich genau symmetrisch sitzen. Nur am Vorderteil des Körpers zwischen den Augen ist eine deutliche Querreihe von 4 Borsten zu unterscheiden. Die Taster (Textfig. 117) tragen auf der Oberseite des i. und 2. Gliedes je eine grobe, gefiederte Borste. Das 4. Glied, das mit langen Haaren besetzt ist, erreicht nicht die Länge der Klaue des 3. Gliedes. Fundorte: Grönland, 5. Juli 1890, Egedesminde (W. Lundbeck), PQuanersoit (Thorell).
Fig. 116.
Fig. 117.
Fig. 116. Eh-ythraeus groenlandicus n. sp. Dorsalansicht. Vergr. 45 : l.
Fig. 117. Enithraeits c/roenlandicus n. sp. Taster und Mandibeln. Vergr. 232,5 : I.
63. ? JErythraeus phalangioides (de Geer) 1897 Rhyncholophus phalangioides, de Geek, Krämer, Grönländische Milben, Bibliotheca zoologica, Heft 20, Lief. 3, p. 78.
Ich führe diese Art auf Kramer's Autorität hin für Grönland auf, obgleich ich vermute, daß er mit diesem Namen eine ungewöhnlich langbeinige Form der var. gracilipes bezeichnet hat. Fundort: Grönland: am Ufer der Itiodliarsukfjordes (Kramer). Weitere Verbreitung: Ganz Europa.
I) Notes on Acari, 5. Serie. Tijdschr. voor Entomologie, Bd. XLV, p. 141, tab. 12, fig. 31—38.
Monographie der arktischen Acariden.
59
64. Efythraeus phalanyioides var. gracilipes (Kram.)
Textfig. ii8a — k u. 119— 124.
1897 Bhyncholophus gracilipes, Kuameü, 1. c. p. 77.
1902 „ intermedius, Tuägakdh, Lappländische Trombidiiden und Oribatiden, Bih. t. Kongl. Sv. Vet.-Akad.
Handl., Bd. XXVIII, Afd. 4, No. 5, p. 4, tab. 1, fig. 4.
Es stimmen die zahlreichen Exemplare, die ich aus Grönland besitze, mit dem von Kramer aus Grönland beschriebenen E. gracilipes vollständig überein (vergl. No. 8 und 9 mit 10 in der Tabelle). Der Unterschied zwischen dieser Art und meinem aus Lappland beschriebenen E. intermedius zeigte sich bei einer Untersuchung über die Variation der als Artcharaktere angewendeten Merkmale nicht bedeutend genug, um die Aufstellung des Letzteren als eine besondere Art zu rechtfertigen (vergl. No. 11, 12 und 13). Bei der Untersuchung über die Variation der grönländischen Form habe ich auch Material aus Norwegen heran- gezogen, und da die dabei gewonnenen Resultate für die Beurteilung der Stellung der grönländischen Form sehr wichtig, ja sehr notwendig sind, teile ich sie hier mit.
|
Zahl der Zähne |
Relative Länge der |
||||||||||
|
No. |
Lokalität |
Bau der |
auf den Tastern |
Glieder des 4. Beinpaares |
|||||||
|
Körperhaare |
4. Glied |
3. Ghed |
I. |
2. |
3- |
4- |
5- |
6. |
|||
|
I. |
Norwegen |
Fig. a, grob, gefiedert |
3 |
2 |
2 |
4.2 |
4-1 |
7.6 |
2-1 |
£. plialangioides |
|
|
2. |
») |
Fig. b |
2—3 |
2 |
I |
2-3 |
4 |
4-1 |
7,6 |
2 |
,. ,. |
|
3- |
» |
Fig. c, einfach, schwach ge- fiedert |
2 |
I — 2 |
0,8 |
2 |
4 |
4 |
6,6 |
1,5 |
E. regaiis |
|
4- |
»» |
Fig. d, einfach |
4 |
4—5 |
I |
1,6 |
2-6 |
2,8 |
4,6 |
1,6 |
J5 ». |
|
5- |
)» |
Fig. e, grob, gefiedert |
5 |
2 |
0,83 |
i>7 |
2,6 |
2,6 |
5 |
1,6 |
E. phalangioides |
|
6. |
„ |
Fig. f |
4—5 |
4—5 |
I |
1,8 |
2,8 |
2-9 |
5.3 |
1,8 |
E. phalangioides nach Keamee. |
|
7- |
Grönland |
Fig. g, grob |
— |
— |
I |
1-7 |
3.5 |
3.5 |
7 |
2,3 |
E. phalangioides var. gracilipes |
|
8. |
j) |
grob = No. 7 |
3 |
') |
0,83 |
1,8 |
2,8 |
2,8 |
5.3 |
1.3 |
5. ». .. » |
|
9- |
n |
grob = No. 7 |
3—4 |
') |
0,83 |
1,6 |
2,6 |
2-6 |
4,2 |
1,6 |
J- J. ., » |
|
IG. |
)) |
ziemlich grob |
4 |
') |
I |
1.5 |
2,2 |
2,7 |
5 |
1.3 |
E. gracilipes nach Kramer. |
|
II. |
Lappland |
Fig. h |
5 |
2 |
I |
1,8 |
3.1 |
3,5 |
6,16 |
1,7 |
E. intermeditis nach Trägardh. |
|
12. |
Norwegen |
Fig. k, einfach |
4—5 |
2 |
I |
2 |
3,6 |
4 |
6,3 |
2 |
E. regaiis |
|
13- |
Grönland |
ziemlich grob |
3-4 |
') |
I |
1,8 |
2,8 |
3,1 |
5,8 |
1.4 |
E. phalangioides var. gracilipes |
SiG. Thor giebt bekanntlich an, daß sowohl E. regaiis wie E. phalangioides (= opilionides) in Nor- wegen vorkommen. Die von ihm als E. opilionides bezeichnete Art soll sich von dem von Berlese beschriebenen durch verschiedene Form und Borstenbesatz, sowie das Vorhandensein von nur 3 Zähnen am 4. Gliede der Palpen unterscheiden. E. regaiis und E. phalangioides, die 2 Arten, auf welche Berlese die von den Autoren beschriebenen, zu der Untergattung Apectolophus gehörenden Erythraeus- Ari&x). zurück- führt, unterscheiden sich nach Berlese voneinander folgendermaßen : E. regaiis hat am 4. Tasterglied 3 — 5 zahnförmige Borsten, am 3. Glied 2 ; E. phalangioides hat am 3. und 4. Glied eine Reihe von groben Borsten („Serie" Berlese, an seiner Figur sind am 4. Glied 6, am 3. Glied 3 zu sehen). Bei E. regaiis ragt das 5. Glied kaum über die Klaue des 4. hervor. Bei E. phalangioides ist das 5. Glied „tarso longius" (Ber- lese). Bei E. regaiis sind die Körperhaare „longe foliiformes, utrinque serrulatae" und nicht gleichförmig über die Oberseite des Körpers verbreitet, sondern in der Mitte spärlicher vorhanden. Bei E. phalangioides sind die Körperhaare kürzer und dicker (s. Berlese, Fig. 3, 4, Taf. CLII) und gleichförmig über die Ober- seite des Körpers verbreitet. Die Haare der Beine sind bei E. regaiis „subsimplices, vel vix lateraliter serrulati". Bei E. phalamjioides sollen sie „plumiformes" sein.
I) Nur Haarborsten, keine Zähne vorhanden.
6o IVAR TRÄGÄRDH,
Schließlich ist aus Berlese's Figuren zu ersehen, daß bei E. phalangioides das 5. Glied des 4. Bein- paares verhältnismäßig viel länger ist als bei E. regalis.
Es ist möglich, daß die beiden italienischen Formen durch die oben erwähnten Merkmale leicht zu unterscheiden sind, bei den norwegischen und grönländischen Formen aber vermischen sich diese Charaktere meistens so miteinander, daß nur ein einziges Merkmal beim Unterscheiden der Formen gebraucht werden kann, nämlich der Bau der Körperhaare. Denn wenn man auch zugeben muß, daß auch zwischen den verschiedenen Formen von diesen Uebergänge existieren (Textfig. ii8g, h), die vielleicht durch Unter- suchung eines noch größeren Materiales , als es mir zu Verfügung stand, vermehrt werden können, so verteilt sich jedoch die norwegische Form deutlich auf zwei Gruppen: die eine ist durch Körper- haare von dem in Textfig. Ii8e, f abgebildeten Typus, d. h. durch kurze, dicke, mit 4—5 Längsreihen von blattförmigen Härchen versehene Borsten charakterisiert, und diese Gruppe stimmt in dieser Hinsicht mit E. phalangioides überein; die andere Gruppe hat Haare von dem in Textfig. Ii8c, d, k abgebildeten Typus, d. h. von schlankerer und längerer Gestalt, die nur mit sehr kleinen Härchen besetzt sind. Diese Gruppe hat also typische regiaZis-Haare.
i
Fig. Ii8a— k. Körperliaare von Erythraeus phat E. regalis: d und k und E. signatiis: i.
'es var. (/racilipes: g, h, von E. phalangioides: a, b, e und f, von
Die anderen Merkmale, wie die relative Länge der Glieder des 4. Beinpaares und die Zahl der auf dem 3. und 4. Tastergliede vorhandenen zahnförmigen Borsten , können nicht benutzt werden, um die beiden Arten auseinanderzuhalten, denn wenn auch ein Vergleich zwischen den Nummern i und 2 der Tabelle einerseits und No. 3 andererseits, die alle nicht völlig erwachsene Tiere sind, uns zeigt, daß bei den mit phalangioides-Haaren versehenen jüngeren Individuen das 5. und 6. Glied des 4. Beinpaares relativ länger (obgleich sehr unbedeutend) ist, so ist doch die Zahl der Tasterborsten annähernd dieselbe, bei beiden Formen, und betreffs der Haare der Beine sind diese bei No. 3, welche den regalis-Typus dar- stellt, sehr kräftig gefiedert, während sie bei No. i und 2 sehr schwach gefiedert sind, also gerade um- gekehrt, wie Berlese es angiebt. Die Verteilung der Haare auf dem Rücken ist bei allen 3 dieselbe. Bei erwachsenen Tierchen dagegen ist auch dieser Unterschied nicht mehr vorhanden. So hat z. B. No. 12, die Haare von dem regalis-Typus (Textfig. llSk), das 5. und 6. Glied des 4. Beinpaares länger als No. 8 und 9, welche Haare von einem Typus (Textfig. Ii8g), A^r phalangioides sehr nahe kommt, haben, und die Zahl der Tasterborsten des 4. Gliedes ist bei No. 12 größer als bei No. 8 und 9.
Monographie der arktischen Acariden.
6l
Das einzige Merkmal, das ein Unterscheiden von zwei Formen erlaubt, ist somit die Beschaffenheit der Körperhaare. Wenn wir dieses Merkmal anwenden, finden wir, wie oben gesagt, daß in Norwegen zwei ausgeprägte Formen existieren, die eine mit Haaren von dem in Textfig. Ii8a, b, e, f dargestellten Typus {phalangioides), die andere mit Haaren von dem in Textfig. ii8c, d, k abgebildeten (regalis), und daß die grön- ländische Form (Textfig. Ii8g), mit welcher die lappländische (Textfig. ii8h) am meisten übereinstimmt, im Bau der Haare insofern eine gewissermaßen vermittelnde Stellung einnimmt, als diese ziemlich reich gefiedert,
Fig. 119.
Fig. 121.
Fig. 122.
Fig. 123.
Fig. 119. Endglieder des Tasters von einer Nymphe von R. phalangioides
(No. 2).
Fig. 120. Fig. 121. Fig. 122. Fig. 123.
Fig. 124.
R. phalangioides (No. 6).
R. regalis (No. 12).
var. graeilipes (No. 13).
var. graeilipes (No. II) = inter-
medius Tgdh.
R. signatus L. KoCH.
Fig. 120.
Vergr. von Fig. 119— 124 120:1.
Fig. 124.
wie bei phalangioides, gleichzeitig aber länger und allseitig rund sind, wie bei regalis. Die üebereinstimmung mit dem phalangioides-'Yyp\xs erscheint mir aber am größten und ich führe daher die grönländische und lapp- ländische Form als eine Varietät von E. phalangioides auf. Weitere Untersuchungen müssen angestellt werden, um die Frage zu lösen, ob E. regalis und E. phalangioides 2 scharf getrennte Arten sind, und es somit nur auf einer eventuellen Reduktion der Tasterborsten und der Beine bei ihren nördlichen Formen beruht, daß sich die Grenze zwischen ihnen verwischt, oder ob es auch in anderen Gebieten Uebergänge giebt und sie also nur Varietäten von derselben Art sind. Es ist hervorzuheben, daß bei der grönländischen Form (Textfig. 122) die Degeneration der Taster am weitesten vorgeschritten ist, indem am dritten Glied nur Haarborsten vorhanden sind. Bei der lappländischen Form (Textfig. 123) sind noch ein Paar kräftiger Borsten vorhanden.
Fundort: Grönland: Asakak am Umanakfjord (Kramer), Kvanfjord (W. Lundbeck), Orpiksuit (W. Lundbeck), Kekkertarsuksuk, Ipiutat (W. Lundbeck), Egedesminde (Levinsen), Jacobshavn (Dr. Pfaff).
Weitere Verbreitung: Lappland.
65. Mrythraeus regalis (C. L. Koch)
1879 Rhyncholophus signatus, L. Koch, Arachniden aus Sibirien und Novaja Semlja, K. Vet. Akad. Handl., Bd. XVI, p. 124, tab. 6, fig. '2. ?1879 Bhyncholophus imperialis (C. L. Koch), L. Koch, ebenda, p. 125.
Rhyncholophus signatus L. Koch ist eine auf Nymphen vermutlich der mit dem Namen R. imperialis bezeichneten Acaride, die an demselben Orte, Krasnojarsk in Sibirien, gefunden wurde, gegründete Art.
62
IVAR TRÄGÄRDH,
Die Körperhaare (Fig. Il8i) stimmen vollständig mit denjenigen der Nymphe von R. regalis (Fig. Ii8d u. k) aus Norwegen überein, und ich führe daher B. signatus als Synonym zu B. regalis auf (vgl. auch die Taster Textfig. 12 und 124).
Fundort: Sibirien, Krasnojarsk (L. Koch).
Weitere Verbreitung: Ganz Europa.
66. Erythraeus elongatus (Banks)
1899 Bhyncholophus elongatus, Banks, Reports upon the Insects, Spiders, Mites, and Myriapods collected by Dr. L. Stejnbger and Mr. G. E. H. BARRBT-HAMnjTON on the Commander Islands. Extr. from the Pur Seals and Fur-Seal Islands of the North Pacific Ocean, Part IV, Arachnida, p. 348, fig. 3, pl. A.
Wie überhaupt die von Banks beschriebenen Acariden, ist auch diese Art so schlecht beschrieben, daß es unmöglich ist, über sie ins klare zu kommen. Zufolge der ungew^öhnlichen Kürze der Beine kann es kaum eine Erythraeus- Art sein, sondern sie gehört wohl der Gattung Trombidium an. (Auch wenn es eine Trombidium- Art wäre, so würde sie sich durch die ungewöhnlich kurzen Beine auszeichnen.) Möglicher- weise ist es eine nicht geschlechtsreife Form. Es dient absolut zu nichts, die Diagnose wiederzugeben, denn sie enthält meistens Merkmale, die entweder nichts besagen oder sowohl auf die Gattung Erythraeus als Trombidium passen.
Ein einziges Merkmal möchte ich jedoch hervorheben, daß das letzte Glied des i. Beinpaares etwas verdickt und kürzer als das vorletzte Glied ist. Die Länge des Tieres beträgt 1,8 mm.
Fundort: Bering-Insel (Banks).
Familie Hydrachnidae.
67. Lebertia fabricii (Thorell)
Textfig. 125, 126.
1780 Äcarus aquaticus, Pabricius, 1. c. p. 222.
1872 Hygrobates fabricii, Thorell, 1. c. p. 163.
1872 Trombidium (?) ine. spec. Thorell, 1. c. p. 163.
1900 Lebertia vigintimaculata, Thor, Nyt Mag. Naturv., Bd. XXXVIII, Pasc. 3, p. 272, tab. 10, fig. 1—2.
1901 „ fabricii (Thorell), Trägärdh, 1. c. p. 62.
Das einzige vorhandene Typenexemplar Thorell's stimmt vollständig mit Thor's L. vigin- timaculata überein. Thorell erwähnt in der- selben Publikation eine Trotnbidium-harve, die auf Chironomus frigidus Zett. schmarotzte, und von welcher er 6 Exemplare auf dem Thorax und dem Hals der Mücke fand. Diese Larven zeichneten sich unter anderem durch große, schwarze Augen aus. Daß diese Larven nicht der Gattung Trombidium angehören (und eben- sowenig Erythraeus) , geht schon aus diesem Merkmal hervor. Es wäre aber gewiß nicht leicht gewesen , sich über sie auszusprechen, hätten sich [nicht unter den Kopenhagener Sammlungen aus Grönland einige Mücken befunden, die am Halse und an der Unterseite des Thorax solche^kleine Larven mit großen, schwarzen Augen tragen. Es
Fig. 125.
Fig. 126.
Fig. 125. Lebertia fabricii (Thorell). Dorsalaiisicht der Larve.
Vergr. 100: l.
Fig. 126. „ „ „ Mandibel und Taster der-
selben. Vergr. 413,3: 1.
Monographie der arktischen Acariden.
63
paßt Thorell's Diagnose sehr gut auf sie, sie gehören aber nicht der Gattung Tromhidium an, sondern sind Hydrachnidenlarven, und da Thorell's Larven an demselben Fundort wie seine Lebertin fahricü (bei Quanersoit) vorkommen, so stelle ich sie unbedenklich zu dieser Art. Die Art liegt außerdem in einem Exemplare aus Heklahavn vor.
Fundort: Grönland: Quanersoit, Island: Heklahavn (1892, Deichmann).
Weitere Verbreitung: Norwegen (Thor.).
Familie Halacahdae.
68. Shombognathus notops (Gosse)
1855 Pachygnaihus notops, Gosse, Annais and Magazine of Nat, Hi.st., Ser. 2, Vol. XVI, p. 307, tab. 8, fig. 1 — 4. 1897 Rhombognaihus notops, P. Krämer, Bibliotheca Zoologica, Vol. XX, p. 83.
Fundort: Westgrönland, Sermidlet-Fjord, 71" n. Br. (Kramer).
69. Agaue hirstita Trt.
Textfig. 127 u. 128.
1889 Agaue hirsuta, Teoüessaet, Naturaliste, Vol. XI, p. 181.
Das einzig vorhandene Exemplar übertrifft weit die Exemplare aus dem Mittelmeer an Länge, indem es 1,08 mm mißt. Sonst stimmt es gut zu der Diagnose von A. hirsuta.
Fundort: Grönland (ohne nähere Angabe).
Weitere Verbreitung: Mittelmeer (Frankreich).
70. Malacarus borealis Trt. 1894 Halacarus borealis, Teoüessaet, Mdm. See. Cherbourg, Vol. XXIX, p. 191, fig. 1.
Fundort: Atlantischer Ocean (Island).
71. Malacarus (Copidognatims) reticulatus Trt. 1894 Halacarus reticulatus, Teoüessaet, M6m. Soc. Cherbourg, Vol. XXIX, p. 197, fig. 3a — c. Fundort: Atlantischer Ocean (Island).
73. Malacarus (C) poucheti Trt. 1894 Halacarus poucheti, Trouessart, Mem. Soc. Cherbourg, Vol. XXIX, p. 193, fig. 2a — c. Fundort: Atlantischer Ocean (Island, Labrador).
73. Malacarus (C) sp. Lohm. 1893 Halacarus sp., Lohmann, Ergebnisse der Plankton-Expedition, Bd. II, G a |3, p. 79, tab. 10, fig. 4 — 6. Eine Larve, die H. fahricü nahe steht. Fundort: Nordsee, Grönland, Sermidlet-Fjord, 71" n. Br. (P. Kramer).
Fig. 127.
Fig. 127. Agmie hirsuta Trt. Mandibel und Taster. Vergr. 120: 1.
Fig. 128. Agaue hirsuta Trt. Das erste Bein. Vergr. 100 :l.
Fig. 128.
Familie Ixodidae.
74. Ixodes putus (Cambridge)
?1852 Ixodes uriae, White, in: Stjtherland, Journ. Voyage in Baffins-Bay etc. 1879 Hyalomma puta, 0. P. Cambridge, An account of the collections made in Kerguelen Land during the transit of Venus-Expedition, Arachnida, Philosophical Transactions, 1879, p. 222, tab. 13, fig. 4.
64 IVAR TRÄGÄRDH,
1883 Ixodes borealis, Kkameu u. Neitmann, 1. c. p. BIS, tab. 42.
1899 „ putus (Camhb.), G. Neumann, Revision de la famille des Ixodidös, Extr. Soc. Zoologique, T. XII, p. 125.
1899 „ borealis, K. u. N. Banks, Reports etc., p. 349.
Diese Art scheint kosmopolitisch zu sein. Da ich Exemplare besitze, die auf Uria brünichi gefunden sind, dürfte sie mit White's I. uriae identisch sein. Neumann führt I. putus und /. borealis als Synonyme auf.
Fundorte: Bering-Insel („Vega"- Expedition, Banks); Toporkoff- Insel ; Grönland: auf Uria brünichi, Ritenbenk, Juli i86i (Olrik); Ikerasak, Umanak, 1867 (Olrik); auf Larus tridactylus und auf Larus glaucus, Sermiliarsuk (W. Lundbeck).
Weitere Verbreitung: Miquelon, Britisch Columbia, Alaska, Cap Hörn.
75. Ixodes fimhriatus Kr. u. Neum. 1883 Ixodes fimbriatus, Kramer u. Nbiimann, 1. c. p. 518, tab. 43.
Trotzdem Kramer und Neumann angeben, daß ein 5 vorliegt, vermutet Banks jedoch, daß die Art nur das Männchen von Ixodes borealis ist.
Fundort: Ein ? auf der Bering-Insel („Vega"-Expedition).
Familie Sarcoptidac.
Da diese Familie neuerdings im Tierreich vorzüglich bearbeitet worden ist und sämtliche Arten mit Ausnahme von zweien daselbst beschrieben sind, halte ich es für unnötig, Bestimmungstabellen zu geben. Betreffs der Analginen sind alle Arten als arktische mit aufgenommen, die nach der Zusammenstellung im Tierreich auf arktischen Vögeln gefunden sind.
Subfamilie Analginae.
76. Freyana anatina (C. L. Koch)
1844 Dermaleichus anatinus, C. L. Koch, Deutschlands Crustaceen, Myriapodeu und Arachniden, Fase. 38, fig. 23. Auf Mergus serrator und Anas acuta.
77. Freyana captit-niedusae Trt.
1886 F. {Michaelichus) caput-medusae, Teouessart, Bull. Soc. Angers, Vol. XVI, p. lOü.
Auf Sula bassana.
78. Pterolichus (Eupterolichtis) charadrii (Can.) 1878 Dermaleichus charadrii, Canestrini, Atti Ist. Veneto,'Ser. 5, Vol. V, p. 48.
Auf Charadrius hiaticula.
Fundort: Auf ü. hiaticula, Taitip ata, Grönland, 27. Juni 1890 (W. Lundbeck).
79. Pterolichus (F.) totani (Can.) 1878 Dermaleichus totani, Canestkini, Atti Ist. Veneto, Ser. 5, Vol. V, p. 60. Auf Totanus totanus.
80. Pterolichus (F.) forficiger Megn. u. Trt. 1884 Pterolichus forficiger, M^^gnin u. Tkoubssart, Jouin. de Micrographie, Vol. VIII, p. 380, fig. 48a, b. Auf ürinator glacialis.
81. Pterolichus (F.) numenii Can.
1878 Dermaleichus numenii, Canestrini. Atti Ist. Veneto, Ser. 5, Vol. V, p. 61. Auf Numenius phoeopus.
Monographie der arktischen Acariden. (yz
82. Pterolichus (E.) huehholzl (Can.) var. fasc'ujera Megn. u. Trt. 1884 Pterol. buchliolzi var. fascigeru, MfioxiN u. Trouessart, Journ. de Micrographie, Vol. VIII, p. 428. Auf Arenaria interpres.
83. Pterolichus (E.) columbi (Can.) var major M^gn. u. Trt.
1884 Pterol. columbi var. major, Mecnin u. Tkouessart, Journ. de Micrographie, Vol. VIII, p. 429. Auf Urinator septentrionalis.
84. Pterolichus ( Pseudalloptes) bimucronattis Trt.
1884 Pterolichus himucronatus, Teouessakt, Journ. de Micrographie, Vol. VIII, p. 532. Auf Lag opus- Arten. Fundort: Auf Lagopus ulpinus, Taitip ata, Grönland, 27. Juni 1890 (W. Lundbeck).
85. Thecarthra theca (Megn. u. Trt.)
1884 Pterolichus theca, M^ignin u. Trouessart, Journ. de Micrographie, Vol. VIII, p. 434.
Auf Stercorarius parasiticus.
86. Pteronyssus puffini (Buchh.)
1869 Dermaleichus puffini, Buchholz, Bemerkungen über die Arten der Gattung Dermaleichus Koch, Dresden, p. 37, tab. 4, fig. 23, 24.
Fundorte: Aui Sterna macrura, 30. Juni 1890, Manermiut, und auf Xerna sahini, Kristianshabn,
Grönland (W. Lundbeck).
87. Anaiges lon(/ ispinosus Tyrr.
1882 Anaiges long ispinosus, Tyrrel, Ottava Club Transactions, Vol. III, p. 45, tab. 1, fig. 1, 2. Fundort: Auf Plectrophanes nivalis, Grönland (W. Lundbeck).
88. Alloptes phaethontls (Gm.) 1788 Acarus phaethontis, Gmblin, Systema naturae, Ed. XIII, Vol. V, p. 2930, No. 53. Auf Fratercula arctica.
89. Allojftes crassipes (Can.)
1878 Dermaleichus crassipes Canestrini, Atti Ist. Veneto, Ser. 5, Vol. V, p. 68. Auf Tringa alpina.
90. Alloptes crassipes (Can.) var. conura Trt.
1885 Alloptes crassipes conurus Trouessart, Bull. Soc. Angers, Vol. XIV, p. 68.
Auf Tringa alpina.
91. Alloptes crassijtes (Can.; var. minor Trt. 1885 Alloptes hisetatus minor, Trouessart, Bull. Soc. Angers, Vol. XIV, p. 68. Auf Alca torda, Uria grylle und Fratercula arctica. Fundort: Auf Uria grylle, Grönland.
92. Alloptes hisetatus (Haller) 1881 Pterocolus hisetatus, Hai.ler, Zeitschr. wiss. Zoologie, Bd. XXXVI, p. 377, tab. 25, fig. 1, 2. Auf Sterna hirundo, Stercorarius parasiticus, Tringa alpina. Fundort: Auf Tringa maritima, Grönland (W. Lundbeck).
Fauna Arctica, Bd. IV. 9
66
IVAR TRÄGÄRDH,
Subfamilie Tyroglyphinae.
93. Tyroglyphus lundbecki >) nov. spec.
Textfig. 129 u. 130.
Diese Art, von der nur Hypopi vorhanden sind, steht der neuerdings von Oudemans beschriebenen
T. fucorum^) am nächsten, unterscheidet sich aber deutlich durch die fein punktierte Chitindecke und die
Abwesenheit von blattähnlichen Haaren auf den Beinen.
Hypopus. Die Länge beträgt ungefähr 0,25 mm. Die Farbe ist braun.
Die Chitindecke ist sehr fein punktiert. Die Form ist oval, die größte Breite ist unmittelbar hinter der Grenze zwischen Abdomen und Cephalothorax. Cephalothorax triangulär, ziemlich schmal,
etwas mehr als Ve von der Totallänge. Die Grenzlinie zwischen Abdomen und Cephalothorax ist nach vorn konvex. Keine Haare vorhanden. Auf dem Abdomen habe ich 2 Reihen von je 4 sehr kleinen Haaren , 2 Schulterhaare und am Hinterrande 2 etwas größere Haare gefunden. Auf der ventralen Seite sind zufolge der schwachen Chitinisierung der Epimeren keine so ausgeprägten Schilder vorhanden wie bei T. fucorum. Nur die Epimeren der 4 Vorderbeine treten genügend hervor, um ihre Grenze deutlich sichtbar zu machen.
Die Saugscheibenplatte ist dagegen stärker chitinisiert und tritt deutlich hervor. Vor der Platte sind ganz wie bei T. fucorum 2 Saug- scheiben vorhanden. Die Platte selbst trägt 4 Paar Saugscheiben, deren Placierung Textfig. 130 zeigt. Zwei von ihnen, die mittleren in der medialen Reihe, scheinen in tiefe Höhlen überzugehen, die gegen die Rückenfläche emporsteigen, und ihre ventrale Mündung besteht aus je 2 kleineren Löchern.
Das Fühlerorgan oder Mentum ist mit 2 Borsten versehen, die kaum über den Vorderrand des Cephalo- thorax hervorragen. Auf dem Rostrum sind keine Haare vorhanden.
Die Beine der vorderen und der hinteren Paare ähneln einander, soweit ich habe finden können '). Das I. Paar trägt auf dem letzten Glied lange Fühlerhaare.
Fundort: Aui Bombus sp. zusammen mit einer Parasitiis- Art Holstenburg, Westgrönland.
94. Tyroglyphtts slro (L.) ? 1 780 Acarus siro var. farinae, Fabeicids, Fauna groenlandica.
Wie ich in der geschichtlichen Einleitung hervorhob, kann die von Fabricius in Mehl gefundene A. siro var. farinae ebensogut T. siro wie Aleurohins farinae (de Geer) sein, denn beide kommen gleich oft sowohl in Mehl als in Käse vor. Da keine Diagnose gegeben wird, ist es einfach unmöglich zu entscheiden, welche
Fig. 129. Fig. 130.
Fig. 129. Tyroglyphus lundbecki Träg.Vrdh nov. sp. Dorsal ansieht. Vergr. 232,5 : l.
Fig. 130. Tryoqlyphus lundbecki TrägArdh nov. sp. Ventral ansieht. Vergr. 232,5:1.
1) Es ist mir eine angenehme Pflicht, diese Art nach dem Herrn Dr. W. Lundbeck in Kopenhagen zu benennen, welchem die Ehre gebührt, sehr reiche Sammlungen von grönländischen Acariden zusammengebracht zu haben.
2) Notes on Acari, 6. Serie, Tijdschr. v. Entomologie, Bd. XLVl, p. 18, tab. 3, fig. 38—40.
3) Die hinteren sind ungemein schwer deutlich zu sehen.
Monographie der arktischen Acariden.
67
von den beiden Arten Fabricius gemeint hat. Da aber T. siro seitdem auf Grönland gefunden ist, führe ich die FABRicius'sche Art als Synonym unter dieser auf.
Fundorte: Grönland (Fabricius), 2. September 1890, Ritenbenk auf Käse: „Zwei Jahre alt im Lande" (W. Lundbeck).
Weitere Verbreitung: Kosmopolitisch.
Fig. 131.
95. Histiostoina digitifera nov. spec. Textfig. 131, 132, 133.
Diese Art wurde in einer großen Menge von Exemplaren auf einer Fliege gefunden. Nur Hypopi sind vorhanden. Diese zeigen eine beträchtliche Uebereinstimmung mit dem Hypopus der von Berlese^) beschriebenen und abgebildeten Histiostoma (= Anoetus) muscarum (L.) und die unbedeutenden Verschiedenheiten , die zwischen beiden existieren, hätten mich mög- licherweise sonst nicht veranlaßt, die grönländische Form als eine be- sondere Art zu rechnen, wenn nicht, wie Oudemans^) hervorhebt, die Hj^popi von Anoetus nach den bisherigen schlechten Beschrei- bungen und Abbildungen kaum zu unterscheiden wären , was wohl darauf beruht, daß sie sich oft nur durch sehr unbedeutende und leicht zu übersehende Merkmale vonein- ander unterscheiden.
Unter solchen Umständen thut man gewiß am besten, wenn man unbedeutende Verschieden- heiten nicht unberücksichtigt läßt, sondern die betreffenden Formen so Fio- i'^ß. Fig. 132.
genau wie möglich beschreibt und Fig. 131. Histiostovm di^mfera T^AGPLRXm nov. s\>ec. Dorsalansicht. Vergr. 150:1. abbildet. Aus diesen Gründen führe Fig. 132. „ „ „ „ „ Ventralansicht. Vergr. 248: i.
• , ,. - 1. j- 1 E- 1 • Fig. 133. „ „ „ „ „ Das Bein. Vergr. 496:1.
ich die grönländische Form als eine & jj "
besondere Art auf.
Die Länge beträgt (exkl. Mentum) ungefähr 0,20 mm. Die Chitindecke ohne besondere Skulptur.
Die Form ist eiförmig. Cephalothorax sehr schmal, erreicht kaum '/i; der gesamten Körperlänge. Nahe
am Vorderrand des Cephalothorax sitzen 4 kleine Haare. Auf der Rückseite des Abdomens sind nahe am
Seiten- und Hinterrand im ganzen 7 Paar kleiner Haare vorhanden. Ich glaube auch in der Mitte des
Rückens eine Reihe von 3 — 4 Paar sehr kleiner Haare beobachtet zu haben. Das Mentum ist an der Spitze
ein wenig ausgeschnitten und mit 2 Borsten versehen, die das Mentum ein wenig (kaum '/j) an Länge
1) Acari Mj-riopodi etc. Ordo cryptostigmata.
2) Siehe Fußnote 2, p. 66.
68 ivAR trägArdh,
übertreffen und an der Spitze nach außen gebogen sind. Etwas mehr proximalwärts sitzen 2 sehr kleine
Borsten.
Die Epimeren sind stärker chitinisiert als bei A. »luscarum. Keine Saugscheiben an den Epimeren vorhanden. Die Beine sind im allgemeinen nach dem Typus von A. musearum (L.) Berl. gebaut. Im einzelnen existieren jedoch mehrere Unterschiede.
Während bei A. musearum die Tarsen der 2 ersten Beinpaare die Tibien um die Hälfte an Länge übertreffen, sind sie bei H. düjitifera nur wenig länger als die Tibien. An den distalen Enden der Tibien des I. Beinpaares ist eine Fühlborste vorhanden, welche die Länge der Tarsen fast erreicht. Weiterhin sind sie mit einem Paar fingerähnlicher Borsten versehen, die wenigstens an Berlese's Figur') nicht zu sehen sind.
Weitere Merkmale bietet das 4. Beinpaar, dessen in lange Borsten umgewandelte Tarsen gegen 2/5 der gesamten Körperlänge erreichen, während sie bei A. musearum -/j dieser Länge erreichen. Auf der Saugscheibenplatte, die nach vorn in ein Dreieck ausläuft, sind drei Paar 2) Saugscheiben vorhanden, von denen das mittlere die übrigen weit an Größe übertrifft.
Fundort: Auf einer Fliege 16. Juli igoo, Orpiksuit, Westgrönland (W. Lundbeck).
96. Glyciphagus doniestictis (de Geer) 1897 Glyciphagus domesticus (de Geer), Michael, 1. c. p. 357.
Fundorte: Cap Flora, Northbrook-Insel, Franz Joseph- Archipel. Weitere Verbreitung: Kosmopolitisch.
Ueber die Variation der arl<tischen Oribatiden.
In den Fällen, wo es gelungen ist, bei den arktischen Insekten eine bestimmte Variation zu kon- statieren, besteht diese in Melanismen (Lepidoptera und Coleoptera) oder in stärkerer Haar- bekleidung (ßombus). Man hat auch durch Experimente festgestellt, daß durch Einwirkung von Kälte und Feuchtigkeit auf Schmetterlingspuppen melanistische Varietäten hervorgebracht werden.
Man hat auch gefunden, daß von den Hymenopteren es vorzugsweise kleine Formen (exkl. Bambus) sind, die in das arktische Gebiet vordringen.
Ueber die anderen Insektengruppen liegen, soweit ich weiß, keine Beobachtungen über Variation in den arktischen Gebieten vor. Meiner Meinung nach wird man aber ohne Zweifel durch sorgfältige Unter- suchungen auch bei diesen Gruppen Variationen in gewissen Richtungen konstatieren können.
Es erscheint dagegen weniger wahrscheinlich, daß so niedrige Formen, wie die Oribatiden, eine aus- geprägte Variation, die man auf die specifisch arktischen Verhältnisse zurückführen könnte, zeigen werden. Die Oribatiden sind freilich herbivor und somit von einer gewissen Vegetation abhängig, sie sind aber keine Feinschmecker, sondern ernähren sich von verwelktem Laub, Flechten, Moos, Algen und allerlei vegetabilischen Detritus, und man hat noch nie konstatiert, daß eine bestimmte Art an ein besonderes Gewächs gebunden wäre. Sie sind dagegen gegen Schwankungen in der Feuchtigkeit der Luft und gegen hohe Temperatur sehr empfindlich. Infolgedessen sind sie in trockenen und warmen Gebieten, wie z. B. im Sudan, äußerst spärlich vertreten. Diese Bedingungen, eine gewisse Feuchtigkeit der Luft und
i) Solche Borsten sind allerdings an anderen Acarus-Arten. wie A. spmiferus Mich, und A. neglectus Oudemans, vor- handen und sind somit möglicherweise Genuscharaktere.
2) Ich habe mich nicht mit absoluter Sicherheit von der Saugscheibennatur des hintersten Paares überzeugen können, denn es erscheint nur als ein Paar einfacher Löcher.
Monographie der arktischen Acariden.
69
nicht zu hohe Temperatur, sind aber sowohl in arktischen wie paläarktischen Gebieten erfüllt, und man könnte von diesem Gesichtspunkte aus keine bestimmte Variation bei den arktischen Formen erwarten. Ich hätte auch nie an die Möghchkeit gedacht, eine solche dartun zu können, wenn ich nicht ein so typisches Beispiel von einer ausgeprägten Variation gefunden hätte, wie Noiaspis bipilis und ihre arktische Varietät sjihaerica. Diese Varietät unterscheidet sich von der Hauptform einerseits durch ihre Größenzunahme, andererseits durch Reduktion der Cephalothorakallamellenspitzen und der Lamellenborsten.
Dieser äußerst typische Fall veranlaßte mich, zu untersuchen, ob nicht möglicherweise auch andere arktische Formen in derselben Richtung variierten, und ich stellte eine Tabelle über die Längenverhältnisse zusammen.
|
Arktisches |
|
+ oder — |
|||
|
Europa |
Lappland |
Arktis |
Proz. |
||
|
Oribaia setosa |
0,54 |
0,60 |
+ II, I |
Oribata notata |
|
|
„ cuspidata |
0,35 |
0,42 |
0,39 |
+ 11,4-20 |
„ cuspidata var. birutai |
|
„ lucens |
— |
0,58 |
0,63—0,65 |
+ 12 |
„ lucens |
|
Notaspis bipilis |
0,65 |
0,80 |
0,75—0,80 |
+ 23 |
Notaspis bipilis var. sphaerica |
|
,, exilis |
0,37 |
0,46 |
— |
+ 24,3 |
„ exilis var. crassipes |
|
„ confervae |
0,47—0,52 |
— |
0,64 |
+ 23,0 |
„ confervae |
|
Liacanis globifer |
0,64 |
— |
0,45 |
— 29,6 |
Liacarus globifer |
|
Scutovertex lineatus |
0,68 |
— |
0,68 |
+ 0 |
üeutovertex lineatus |
|
jj » |
0,68 |
— |
0,76 |
+ 11," |
,, „ var. niyrofemot ata |
|
„ maculaius |
0,54 |
— |
0,46 |
-14,8 |
„ tnaculatus var. groenlandica |
|
Hermannia reticulata |
0,85 |
— |
0,8s |
+ 0 |
Hermannia reticulata |
|
„ scabra |
0,87 |
— |
0,87 |
+ 0 |
„ scabra |
|
Nothrus horridus |
0,80 |
0,85—0,90 |
0,95 |
+ 18,7 |
Nothrus horridus var. borealis |
Aus dieser geht folgende interessante Tatsache hervor: daß von 13 arktischen Formen, die mit ihren zu derselben Art gehörenden paläarktischen Formen verglichen werden können, 8 (also mehr als die Hälfte) eine Vergrößerung aufweisen, nämlich 0. notata, 0. cuspidata var. birulai, 0. lucens, N. bipilis var. sphaerica, N. exilis var. crassipes, N. confervae, Scutovertex lineatus var. nigrofemorata und N. horridtis var. borealis. 3, Scutovertex lineatus, Hermannia reticulata und H. scabra, sind von derselben Länge in ark- tischen wie in paläarktischen Gebieten, und 2, Liacarus globifer und Scutovertex maculatus var. groenlandica, sind in den arktischen Gebieten kleiner als ihre resp. paläarktischen Formen. In dem Falle, wo die ark- tischen Formen größer sind, untersteigt die Längenzunahme nicht 11 Proz. der Körperlänge (der resp. palä- arktischen Formen).
Eine solche Größenzunahme von 61,5 Proz. der untersuchten Formen kann offenbar nicht auf einem Zufall beruhen , sondern muß das Resultat von einem oder mehreren in derselben Richtung wirkenden Faktoren sein. Meiner Meinung nach hängt sie mit dem Umstand zusammen, daß die Oribatiden gerade in den arktischen Gebieten zufolge des großen Moos- und Flechtenreichtums, der Feuchtigkeit und der Abwe.senheit einer Menge von Feinden, wie Pseudoscorpionen, Ameisen und Käfern, die das arktische Klima nicht vertragen können, außerordentlich günstige Lebensbedingungen haben.
In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden, daß ich schon in meinem Aufsatz über die litoralen Arten der Gattung Bdella darauf hinwies, daß die Größenzunahme dieser Arten den nicht-litoralen gegen- über wohl aui die günstigeren Lebensverhältnisse zurückzuführen war^). Aber diejenigen Arten, die keine Größenzunahme aufzuweisen haben? Spricht nicht das Vorhandensein von solchen gegen meine Hypothese? Nein, durchaus nicht; es bestätigt vielmehr die Hypothese, denn diese Arten sind sämtlich
l) Bdella vulgaris var. littoralis MoNlEZ, die an den Küsten von Frankreich vorkommt, weist im Verhältnis mit der nicht- litoralen Hauptform nach Moniez auch eme Größenzunahme auf. R. MONIEZ, Acariens et Insects marins des cOtes du Boulonnais. Revue biologique du Nord de la France, 188990, Fase. 2, p. 198.
yO IVAR TRÄGÄRDH,
Küstenbewohner, die in Algen, in Brackwasser u. a. am Ufer leben, und sie dürften sich demnach in den arktischen Gebieten nicht unter günstigeren Lebensbedingungen als an den Küsten von England, Schweden und Finnland befinden. Vielmehr sind wohl die Existenzbedingungen ungefähr gleich an den Küsten '), wenigstens in Bezug auf die Abwesenheit einer Menge von Feinden oder möglicherweise in den arktischen Gebieten ungünstiger. 2 Formen, die Küstenbewohner sind, haben ja auch eine Größenabnahme erlitten.
Wenden wir uns darauf zu dem anderen Charakter, durch den Noiaspis hipilis var. sphaerica sich von der Hauptform unterscheidet, nämlich die Verkürzung der Cephalothorakallamellenspitzen, Lamellar- und Interlamellarborsten, so stellt es sich bei näherer Untersuchung heraus, daß auch dieser Fall nicht einzig und allein dasteht. Denn Oribnta notata (welche 0. setosa so nahe steht, daß Michael sie für Synonyme hält) unterscheidet sich von 0. setosa durch Verkürzung der Lamellenspitzen ; ebenso unterscheidet sich 0. cuspidata var. hirulai von der Hauptform durch kürzere Lamellen und Tectopediaborsten. Möglicherweise gehört hierher auch Notaspis exilis var. crassipes, deren Cephalothorakallamellen ohne Spitzen sind, während die Hauptformen Spitzen haben.
In keinem von diesen Fällen ist die Variation so ausgeprägt wie bei N. hipilis var. sphaerica, und man wird vielleicht einwenden, daß die vorhandenen Fälle gar nicht genügen, um den Satz aufzustellen, daß die arktischen Oribatiden sich von den paläarktischen durch Reduktion der defensorischen Organe auszeichnen. Aber es muß betont werden, daß diese Fälle zugleich die einzigen sind, in welchen eine solche Variation hätte stattfinden oder jedenfalls konstatiert werden können, denn die übrigen arktischen Arten gehören entweder Gattungen wie Nothrus, Hermannia u. a. an, welche dergleichen defensorischer Organe entbehren, oder sind nicht in Europa durch so äußerst nahe verwandte Formen repräsentiert, daß man einen Vergleich hätte anstellen können. Außerdem gewinnen diese Fälle sehr an Bedeutung dadurch, daß bei den Trombidiiden, wie ich im folgenden zeigen werde, ganz analoge Erscheinungen auftreten.
Die Reduktion der defensiven Organe, die ich bei den erwähnten Oribatiden konstatiert habe, ist wohl eine Folge desselben Verhältnisses, das zum Teil die zunehmende Größe so vieler arktischer Arten beeinflußt hat, nämlich die durch die Abwesenheit von Feinden '-) in den arktischen Gebieten ungemein vereinfachten Existenzbedingungen der Acariden. Die Oribatiden , welche gar keine Organe offensiver Natur besitzen, sind im Gegenteil reichlich mit defensiven Organen ausgerüstet. Zu diesen gehören vor allem die Flügelanhänge des Abdomens (bei der Gattung Oiihata), die sog. Tectopedia, und Cephalo- thorakallamellen mit ihren Spitzen und Borsten. Betreffs der Lamellenspitzen ist bei Orihata setosa in Eng- land von Michael und bei Notaspis exilis in Holland von Oudemans eine Variation konstatiert worden.
In den arktischen Gebieten, wo auf der Basis dieser Variation keine Auswahl der besser geschützten, d. h. mit spitzeren Lamellen und anderem versehenen Individuen von seilen der Pseudoscorpione und anderen Feinden hat stattfinden können, hat sie in Varietäten mit stumpferen und kürzeren Lamellenspitzen und Borsten resultiert.
Unter denselben Gesichtspunkt wie diese Reduktion fällt vermutlich die Thatsache, daß Hermannia scahra und Nothrus horridus, welche in England und Schweden immer mit Schmutz, Algen u. dgl. völlig bedeckt sind, in den arktischen Gebiete dieses Schutzes entbehren ^).
1) Die litoralen Bddta-Avten weisen keine Größenzunahme gegen den Norden liin auf.
2) Es ist natürlich schwer festzustellen, welche Feinde die Oribatiden haben. Michael giebt Clielifer an. Das allgemeine Vorkommen von Pseudoscorpionen unter Flechten auf den äußeren Schären, wo kaum anderes Freßbares als Oribatiden und andere Acariden vorkommen, spricht für die Richtigkeit seiner Angabe.
3) Zufolge der kurzen Beine dieser Arten ist es wohl nicht anzunehmen, daß sie sich selbst mit diesem Schutz versehen, sondern es hängt mit ihrer ungemein langsamen Bewegungsweise zusammen (und .Ausscheidung eines Sekretes?). Von anderen langl'einigen Formen, wie /)r/»mci«s-Nymphen, ist es aber bekannt, daß sie absichtlich fremde Partikelchen und abgestreifte Nymphenhäute sich auf den Rücken festkleben. Der von mir in „Lappländische Trombidiiden etc." beschriebene D. farinosns unterscheidet sich von der sehr nahe stehenden südlicheren Art D. vertieüippes durch die Abwesenheit dieses Schutzes.
Monographie der arktischen Acariden.
71
Schließlich ist in diesem Zusammenhang; hervorzuheben , daß 2 Arten , Scutovertex lineatus und S. maculatus, in den arktischen Gebieten in Varietäten auftreten, die sich durch Reduktion der Skulptur des Abdomens und Cephalothorax auszeichnen.
Ueber die Variation der arl<tischen Trombidiidae.
|
Paläarktische Form |
Arktische Form |
Unterschied |
|
|
Chromotydeiis oiatus |
Chromotydeiis arctieus |
Pseudocapitulum reduciert |
|
|
Pciifhatciis Iiaematopiis |
Pen lli aleus h a e mu topus |
hat kürzere Beine, Taster und Klaue des Mandibels |
|
|
minor |
,, msulanus |
hat kürzere Klaue des Mandibels |
|
|
Rhagidia gigas |
Rliayidia getida |
kürzere Borsten am Ende des letzten Tastergliedes |
|
|
Bdella littoralis |
Bdella littoralis |
kein Unterschied |
|
|
„ vulgaris |
„ vulgaris var. decipiens |
hat kürzere Taster und Tasterborsten |
|
|
Cyta latirostris |
Cyta latirostris var. brevirostt |
is |
hat kürzere Taster |
|
Bryobia praetiosa |
Bryobia praetiosa |
kein Unterschied |
|
|
ÄnysNs baccarum |
Aiiystis baccarum |
kein Unter.schied |
|
|
Trombidium. bicolor |
Trombidium bicolor var. curtipalpe |
hat kürzere Beine, Taster- und Tasterklauen |
|
|
„ pusillum |
„ sucidiim |
hat die Tarsen des l. Beinpaares nicht verdickt, kürzere Beine und Tasterklaue |
|
|
Erythraeuf: mhiiutus |
Erythracus miniatus |
hat das i. Beinpaar kürzer |
|
|
„ Vertex |
,, Vertex |
hat kürzere Taster |
|
|
„ phalangioides |
„ phalangioides var. |
gracilipes |
hat kürzere Beine und keine Zähne, nur Haare am 3. Tasterglied |
Die bei den Oribatiden konstatierte Variation veranlaßte mich, zu untersuchen, ob es nicht gelingen würde, auch bei den Trombidiiden eine gewisse Variation zu konstatieren. Leider habe ich bei dieser Untersuchung oft nicht Material von den zu vergleichenden paläarktischen Formen gehabt, sondern mußte nach Berlese's Abbildungen urteilen. In Bezug auf die Längenverhältnisse der Taster- und Beinglieder dürften diese aber zuverlässig sein, wenn auch einzelne Abbildungen betreffs der Details etwas zu wünschen übrig lassen.
In der obigen Tabelle ist das Resultat dieser Untersuchung kurz zusammengefaßt. Nähere Angaben findet man unter den resp. Arten in der systematischen Abteilung.
Aus der Tabelle geht hervor, daß von 13 arktischen Formen, die mit paläarktischen entweder identischen oder als Hauptformen zu bezeichnenden Arten verglichen werden könnten, 1 1 sich durch Ver- kürzung von Beinen, Tastern und Mandibeln oder Tasterborsten und Mandibelklauen von den resp. paläarktischen Formen unterscheiden.
Von den 3 Arten, bei denen kein Unterschied zwischen den arktischen und paläarktischen Formen konstatiert werden könnte, ist eine, Bdella littoralis, eine litorale Form, was an Bedeutung gewinnt, wenn wir diese Thatsache mit dem bei den Oribatiden gemachten Befunde zusammenstellen, daß die litoralen Formen keine bestimmte Variation aufweisen. Die 2 übrigen sind sehr weit verbreitete Formen, die eine, Äctinedd ritis, dürfte kosmopolitisch sein, und da solche Arten ihre weite Verbreitung ihrer großen An- passungsfähigkeit an die verschiedensten Verhältnisse verdanken, ist bekanntlich ihre Variation sehr gering.
Der oben bei den Trombidiiden konstatierten Variation schreibe ich zum Teil dieselben Ursachen zu, die die Reduktion der defensiven Organe bei den Oribatiden bewirkt haben, d. h. die in den arktischen Gegenden so ungemein vereinfachten Lebensverhältnisse, die an die Trombidiiden nicht so große For- derungen an Schnelligkeit und Schärfe und Größe der offensiven Waffen stellen. Es ist für diese Hypothese von Wichtigkeit, daß nach Trouessart die antarktische Form von Rhagidia ißfias sich auch durch Ver- kürzung des I. Beinpaares auszeichnet.
Bemerkungen über die geographische Verbreitung der arktischen Acariden.
Es ist eine wenig dankbare Aufgabe, auf unserem jetzigen Standpunkt der Kenntnis der arktischen Acariden sichere Schlüsse über ihre Verbreitung zu ziehen, und man muß mit großer Vorsichtigkeit die
72
IVAR TRÄgIrDH,
Fakta handhaben. Denn wenn auch auf einer verhältnismäßig großen Anzahl von Lokalitäten Acariden in dem arktischen Gebiete gesammelt worden sind, so muß doch betont werden, daß diese Einsammlungen fast nie von einem speciellen Acaridologen gemacht sind. Zufolgedessen kann man sich nicht auf die Vollständigkeit der gemachten Sammlungen verlassen , die nicht mit Hilfe der Methode i), Moos, Flechten u. dgl. zu sieben, vorgenommen sind, der einzigen Methode, die sichere Resultate leisten kann, da die Tiere zufolge ihrer Kleinheit und ihrer verborgenen Lebensweise sich der Aufmerksamkeit völlig entziehen.
Schließlich ist auch hervorzuheben, daß wir der einzigen festen Basis für tiergeographische Spekulationen, einer genauen Kenntnis der großen subarktischen und borealen Gebiete wie Skandinavien, Rußland, Sibirien und Noramerika, entbehren. Trotzdem glaube ich jedoch, aus folgender Zusammenstellung der Fundorte der arktischen Acariden einige kleine Resultate und Gesichtspunkte gewonnen zu haben, die verdienen hier besprochen zu werden, wenigstens um zu weiteren Forschungen anzuregen.
Der Gesamtzahl der bis jezt aus den arktischen Gegenden bekannten Acariden ist nach der hier mitgeteilten Revision 96 Arten -). Diese verteilen sich auf die verschiedenen Familien in folgender Weise : Onbatidae 24, Pnrasüidae 18, Trombidiidae 24, Hydrachnidae i, Halacaridae 6, Ixodidne 2 2), Sareoptidae 21 Arten. Von diesen Zahlen dürften diejenigen der Onbatidae, Parasitidae, Trombidiidae, Ixodidae und Hydrachnidae eine an- nähernd gute Vorstellung von der wahren Zahl der arktischen zu diesen Familien gehörenden Arten geben Dagegen ist die Anzahl der arktischen Halacariden und Sarcoptiden gewiß in Wirklichkeit viel größer.
Tabelle über die Verbreitung der arktischen Oribatiden-Arten.
|
cd u B ta 'S 0 z |
T3 C 'S :0 Si) |
T3 a a 1 Vi 0 |
a CS 2 |
a a S « 1—1 |
'S c c V ta |
a <ü V X: N 4-1 'S, |
s 1) > 0 Z |
e '.S |
m 0, (U |
-0 c "B, 0, J |
CS 0, 2 w |
Anmerkungen |
|
|
+ + ? |
+ + + + + |
+ + |
+ + + + + |
+ + + + + |
+ + + + + + + |
+ + + + + + + + + |
+ + + + + + + + + + + + |
+ + |
+ + + + + + |
+? + + + + + + + + + + + + |
|||
|
Kommt in Lappland vorzugsweise unter Steinen, die am Schneerande liegen, und auf Steinen im fließen- den Wasser vor England Sehr weit verbreitet, auch in Schweden und Finnland Auf den äußeren Schären der Ost küste von Schweden und an den Küsten von England Italien Die Hauptform an den Küsten von Schweden und England Finnland, am Meeresufer unter Holzabfall In Holland in Wasser, auf Conferva Weit verbreitet auch in Schweden und Finnland Die Hauptform in ganz Europa, auch in Schweden und Finnland Die Hauptform in ganz Europa Weit verbreitet, auch in Schweden und Finnland In England an den Küsten In England, Schweden und Fninland nur an den Küsten Kommt in Lappland an denselben Lokalitäten wie 0. litcens vor |
|||||||||||||
|
Oribata oblonge! „ ciispidata var. bintlai . „ fisheri „ ovalis ,, reticulata „ lucasi Scutovertex Kneatus . . . . „ var. nigrofemorata . |
+ |
||||||||||||
|
„ tnaciilatus var. groen- landica |
+ + + + + ? + + |
||||||||||||
|
„ lucoruni „ exüis var. crassipes . „ bipilis var. sphaerica . „ arctica Damaeus genirulatus . . . . Eermannia reticulata ... „ scabra Nothrus horridus var. borealis . |
+ + |
||||||||||||
|
„ biciiiatus |
Weit verbreitet, auch in Schweden und Finnland |
||||||||||||
1) Nur bei den Sammlungen, die Dr. J. ARWmssoN während Nathorst's Expedition auf Jan Mayen und Ostgrönland machte, ist die Siebungsmethode mit Gewissenhaftigkeit angewendet worden.
2) Unter Hinzurechnung des im System. Teil vergessenen Ixodes sulcatus 97 Arten. Siehe Fußnote p. 78.
Monographie der arktischen Acariden. 77
Bemerkenswert ist, daß nur eine einzige Hydrachniden-Art in die arktischen Gegenden einzudringen vermocht hat. Es dürfte dies sowohl auf dem für ihre Entwickelung zu kurzen Sommer wie auf der Ab- wesenheit geeigneter Wirtstiere für die Larven beruhen.
Ueber die Verbreitung der Ixodiden, Halacariden und Sarcoptiden sind keine Tabellen gegeben, da nichts von Interesse aus solchen zu holen wäre.
Die Oribatiden. Diese können nach ihrem Vorkommen in 4 verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Zu der i. Gruppe gehören: Orihata oMoiiga, 0. fisheri und 0. reticulata und Notaspis arctica die einzigen, die nur in arktischen Gebieten gefunden sind, und von welchen wir keine deutlich nahe verwandten paläarktischen Formen kennen. Es muß hervorgehoben werden, daß diese an der Nordküste von Sibirien (resp. Nordamerika), also auf einem ungeheuren, in Bezug auf ihre Acaridenfauna völlig (d. h. mit Ausnahme der Nordküste) undurchforschten Gebiete gefunden sind. Wir sind daher gar nicht berechtigt, diese Arten als endemisch arktische Formen anzusehen, denn die Ausbreitung der anderen arktischen Acariden lehrt uns, daß solche überhaupt nicht existieren. Wir können vielmehr mit ziemlich großer Sicherheit erwarten, daß sie weiter nach Süden zu finden sein werden. Zu der 2. Gruppe rechne ich Scutovertex lineatus, S. maculatus var. groenlandica, Liacarus globifer, Hermannia reticulata und H. scabra. Diese sind dadurch gekennzeichnet, daß sie in den arktischen Gebieten eine sehr weite Verbreitung haben,